Jo, „Rambo II“ ist ein lupenreiner End-80ies-Actionkracher ohne Kompromisse und auch ohne Sinn und Verstand. Die Story ist natürlich vollkommen bekloppt, die wenig subtilen Rassismus- und auch politischen Stiche muss man ignorieren können. Aber der Film ist halt auch ganz klar ein Kind seiner Zeit, 1988 sind nunmal halbnackte Muskelberge mit dem M60-Mashicnengewehr einhändig im Hüftanschlag durch die Szenerie gestapft und da wird dann geballert und geballert bis die Heide wackelt. Da wird nicht gefragt, da wird nicht geredet und schon gar nicht werden Gefangene gemacht.
„Rambo II“ ist der Prototyp dieser Art von Film, der Ausdruck „Rambo“ ist längst zu einem geflügelten Wort in der Popkultur geworden für blinde, sinnfreie Aggessivität. Das kann man mögen und feiern oder man kann das scheiße finden, dazwischen ist nicht viel Spielraum. Ich erinnere mich, dass wir damals auf dem Schulhof die VHS-Kassette ausgetauscht haben und mit einem Kasten Bier den guten Sly gnadenlos abgefeiert haben, schleiß auf die politische Message. Heute sehe ich das natürlich differenzierter und es fällt schon schwer, diese lächerliche amerikanische „Jetzt-gewinnen-wir-den-Vietnamkrieg-doch-noch“-Attitüde zu ignorieren.
Fun-Facts am Rande: Der Mi-24 Kampfhubschrauber im Film war gar kein echter, 1988 gab es keine Möglichkeit, für einen Film an einen russischen Kampfhubschrauber zu kommen. Stattdessen hat man einen Aérospatiale SA 330 Puma mit zusätzlichen Flügeln und Waffenattrappen ausgestattet. Und das M60-Maschinengewehr, dass da am Ende einhändig aus der Hüfte feuert, wiegt mit Munition mindestens 12 kg, da muss man also schon ziemlich lässig sein, um das so hinzubekommen. Sylvester Stallone kann das offensichtlich.