Der Film nimmt sich viel Zeit, um die Charaktere und das grundsätzliche Setting zu exponieren. Im Zentrum steht dabei die titelgebende Gewerkschaftsaktivistin Karen Silkwood, sehr eindringlich verkörpert von Meryl Streep. Ihr zur Seite gestellt sind ziemlich viele namhafte Schauspieler, so dass an dem Cast sicher nichts auszusetzen ist.
Das Drehbuch ist dabei sehr bedächtig und vorsichtig angelegt, das Erzähltempo ist dabei eher langsam, was natürlich etwas Early-80ies-Zeitgeist ist und heutzutage etwas anachronistisch anmutet und streckenweise auch etwas anstrengend ist. Dennoch ist das Drama auch heutzutage, nach über 40 Jahren noch absolut sehenswert und die Thematik letztlich auch dauer-aktuell.
Es geht letztlich um den Kampf der einfachen Frau gegen die übermächtigen profit-orientierten Mega-Konzerne. Sie setzt sich ein für bessere Arbeitsbedingungen, bessere Bezahlung, faire Behandlung der Mitarbeiter, usw., eine Thematik die zu damaliger Zeit - vor allem da es von einer Frau ausging - hochbrisant war. Der Umgang mit radioaktiven Substanzen und radioaktiver Kontamination mutet aus heutiger Sicht etwas absurd an, war aber 1983 ganz normal.
Überhaupt ist der Film sowas von 80ies! Und das ist nicht unebdingt alles positiv. Gerade zu Beginn des Films gibt es eigentlich niemanden, der nicht ständig eine Zigarette im Mund oder in der Hand hat, der laxe Umgang mit der Arbeitskleidung, auch das teilweise nervige Overacting von Meryl Streep, all das ist wunderbar Zeitgeist und damit auch filmhistorisch nicht uninteressant.
FAZIT: Stark gespieltes und eindringlich inszeniertes Drama um eine Frau im Gewerkschaftskampf. Nebenbei wird auch noch das Thema Umgang mit radioaktiven Substanzen/Kontamination verhandelt, das alles mit herrlichen 80ies-Vibes, die manchmal schön, manchmal nervig sind. Zeitloser Klassiker der Filmgeschichte, sollte man mal gesehen haben, kann aber aus heutiger Sicht aufgrund einiger unangenehmer Anachronismen sicher nicht jeden begeistern.