Ein achtbarer Mann
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Lemmiblog
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2,5
Veröffentlicht am 1. Juni 2026
NACHTRAGEND WIE EIN GEPÄCKTRÄGER

Steve kommt frisch aus dem Knast, als ihm der nächste Coup angeboten wird. Seine Frau Anna, die jahrelang auf ihn gewartet hat, hält die Idee für bescheuert. Steve sieht zusammen mit dem jungen Artisten Marco die Chance seines Lebens. Denn was im Tresor der Hamburger Europabank liegt, ist jedes Risiko wert.

Ein achtbarer Mann von 1972 geht ca. 95 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier einen Heistfilm mit Kirk Douglas in der Hauptrolle und woran mich der Streifen am ehesten erinnerte, war The Score mit Robert De Niro. Natürlich mit weniger Hochglanz, dafür mit mehr Siebzigerjahre-Charme. Geschaut habe ich den Film auf Prime Video und meine Fresse, die Bild- und Tonqualität ist echt eine Herausforderung. Das Bild wirkt stellenweise so unscharf, als hätte jemand Vaseline auf die Linse geschmiert, während der Ton klingt, als hätte man das Mikrofon in der Elbe versenkt.
Was den Film aber rettet, ist die deutsche Synchro. Hier wird herrlich geschnoddert. Zwar nicht auf dem Niveau eines Rainer Brandt, aber nah dran, um den Streifen unterhaltsamer zu machen. Wenn dann noch jemand eine aufs Maul bekommt und dieselben Soundeffekte ertönen wie bei Bud Spencer, fühlt man sich heimisch.
Die Handlung ist kein Hexenwerk. Safeknacker will Geld, Banken wollen es behalten, fertig. Interessant ist weniger das Ziel als der Weg dorthin. Da wird geplant, beobachtet und improvisiert, wie es sich für einen Heist gehört.
Leider trottet der Film etwas lustlos vor sich hin. Man wartet, dass mal etwas passiert. Wirklich Fahrt nimmt die Geschichte erst auf, wenn der Coup beginnt. Dann wird es spannend und man merkt, warum solche Filme später so oft kopiert wurden.
Das Finale wartet mit einem Twist auf, der für die damalige Zeit gelungen ist.
Unterm Strich bleibt ein Werk, das man heute vor allem als Zeitkapsel genießen kann. Kirk Douglas ist präsent, trägt jede Szene mit Leichtigkeit und erinnert daran, warum er jahrzehntelang ein Star war. Leider machen die mäßige technische Qualität und die uninteressanten Nebenfiguren dem Film das Leben schwer.

5/10 Punkten. Was wirklich am meisten Spaß macht, sind die Sprüche, wenn man sie versteht.
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