Ich mag die düstere, depressive Atmosphäre von “Batman” nicht, das ist mir alles zu finster. Ich hab die Batman-Comics schon nicht gemocht. Da ziehe ich die knallbunte Marvel-Welt dieser hier jederzeit vor. Gleichzeitig mag ich aber die Inszenierung von Christopher Nolan, der Typ ist einfach ein begnadeter Regisseur. Und so kann selbst ich mit “Batman Begins” eine Menge Spaß haben. Trotz des finsteren Ambientes und einer depressiv-nihilistischen Grundstimmung sind es vor allem die fantastischen Schauspieler, die den Film hier weit nach vorne bringen.
Neben einem großartigen Christian Bale, der hier nach “The Machinist” geradezu wie ein komplett anderer Mensch aussieht, ist der Film bis in die kleinste Nebenrolle mit zahlreichen Stars gespickt. Für mich haben vor allem Michael Caine und Gary Oldman, den ich immer gerne sehe, besonders herausgestochen. Liam Neeson spielt stark, passt aber nicht so richtig in die Rolle. Morgan Freeman ist souverän wie immer, Rutger Hauer habe ich schon lange nicht mehr gesehen, hier passt er aber gut rein. Dann noch Cilian Murphy in einer etwas seltsamen Rolle als Scarecrow und Katie Holmes ist, naja, Katie Holmes.
Die Geschichte selbst hat mir nicht so gefallen. Batmans Origin-Story hätte ich jetzt nicht unbedingt nochmal gebraucht, wahrscheinlich soll mir das seine Figur näherbringen, wenn ich verstehe, warum er traumatisiert ist und was ihn so antreibt. Und dass er sich hier mit einem ganz normalen, menschlichen Gegner anlegt, finde ich auch - gelinde gesagt – eher uninteressant. Naja, alles in allem geht das schon in Ordnung. Nicht wegen Batman, aber wegen Christopher Nolan und den tollen Schauspielern, die er versammelt hat.