Modern, frech, laut – Asterix trifft auf nordische Kraftpakete
Mit Asterix und die Wikinger versucht sich die Asterix-Filmreihe an einem modernen Animationsstil und einer lockeren Neuinterpretation des gleichnamigen Comicbandes. Dabei wird das klassische Asterix-Universum mit Popkultur-Elementen und temporeicher Action vermischt. Der Film richtet sich deutlich an ein jüngeres Publikum, bleibt aber nicht frei von nostalgischem Charme.
Handlung
Die Gallier bekommen Besuch von Grautvornix, dem verweichlichten Neffen von Majestix. Der junge Städter soll im Dorf zum echten Mann erzogen werden. Zur gleichen Zeit landen furchterregende Wikinger an der Küste, die gehört haben, dass Angst Flügel verleihe – also suchen sie nun den „Champion der Angst“, um das Fliegen zu erlernen. Natürlich verwechseln sie Grautvornix prompt mit diesem „Champion“, und entführen ihn in den Norden. Asterix und Obelix machen sich auf die Reise, um ihn zu retten.
Stärken
Der Film ist visuell ansprechend: Die Animation ist modern, farbenfroh und flott inszeniert – insbesondere im Vergleich zu den klassischen Asterix-Filmen wirkt alles dynamischer und actionreicher. Die Wikinger sind herrlich überzeichnet und bieten viel Raum für Humor, Slapstick und schräge Szenen. Auch der Soundtrack überrascht mit modernen Pop- und Rockklängen – darunter Songs von z. B. Indica und Benabar – und verleiht dem Film eine energiegeladene Atmosphäre.
Positiv fällt die originelle Ergänzung der Comicvorlage auf: Die Einführung von Abba, der rebellischen Wikinger-Tochter, bringt frischen Wind ins Geschehen. Ihr Zusammenspiel mit Grautvornix sorgt für eine gewisse emotionale Entwicklung, wie man sie aus älteren Filmen so nicht kennt.
Schwächen
Der typische Asterix-Wortwitz kommt im Film leider zu kurz. Viele Dialoge wirken flach oder austauschbar, der Humor zielt klar auf ein junges Publikum ab und lässt die satirische Tiefe der Original-Comics weitgehend vermissen. Asterix selbst gerät ungewohnt in den Hintergrund, während Obelix zur zentralen Spaßfigur mutiert – teils mit überdrehten, fast cartoonhaften Slapstickeinlagen.
Zudem wird die Handlung mit einigen modernen Elementen angereichert, die nicht jedem gefallen dürften: Smartphones gibt es zwar keine, aber der Ton erinnert teils eher an eine Teenie-Komödie als an ein gallisches Abenteuer. Manche Gags wirken aufgesetzt oder gezwungen witzig.
Fazit
Asterix und die Wikinger ist ein unterhaltsamer, actionreicher Animationsfilm, der mit flottem Stil, Wikingerspaß und zeitgemäßem Tempo punktet – aber dafür klassische Asterix-Stärken wie Wortwitz, Gesellschaftssatire und Charaktertiefe opfert. Für Kinder ein rasantes Vergnügen, für erwachsene Fans eher leichte Unterhaltung mit viel Augenklimpern.