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Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 5. November 2023
Egal ob die Verbrüderung am Heiligen Abend an der Front im 1. Weltkrieg so oder so ähnlich stattgefunden hat oder nicht. Mit oder ohne Fußballländerspiel. Man kann es auch als Fabel verstehen. Musik wirkt friedensstiftend und die eingebaute Liebesgeschichte lässt das Thermometer bei hartem Frost in die Höhe schnellen. Doch manchmal sind die Dialoge etwas hölzern, weil hier die üblichen Antikriegsthesen abgearbeitet werden. Dann bleiben die Gespräche an der Oberfläche und betreffen all zu Offensichtliches. Auffallend die machterhaltende Rolle der Kirche im Krieg. Der Film spielt mit den Emotionen der Zuschauer, greift Bauch und Herz an und kurz bevor er im Kitsch ertrinkt, kriegt er noch die Kurve der Ernüchterung die besagt ’ach so schön kann es doch nicht gewesen sein’. Trotzalledem ein echter Weihnachts- und Antikriegsfilm, in dem deutlich wird, dass nur der kleine Mann den Kopf hinhalten muss und der hat eigentlich nichts gegen den angeblichen Feind im Felde.
Wow, sagenhaft, echt ehrlich! Diese internationale Produktion hat das Zeug zum Klassiker und hat obendrein den Clou dass es auf einem wahren Fall beruht - angeblich. Aber egal obs wirklich so war oder nicht, der Film ist sagenhaft: alleine die Szene in der Benno Führmann als arienschmetternder Tenor mit einem Weihnachtsbaum in der Hand das Schlachtfeld betritt und die geschundenen Soldaten nach und nach aus dem anderen Schützengräben hervorkommen dürfte mit zu den bewegensten Filmszenen seit langem gehören. Dazu gibt's ein ausführliches und glaubhaftes Portrait der abgekämpften Soldaten auf allen Seiten, durchsetzt von der ein oder anderen kleinen Klischeehandlung - trotzdem ist es ein erschütternder Kriegsfilm der nicht zu einer brachialen Actionorgie wird wie mancher Kollege. Ich habe eigentlich nur drei Kritikpunkte: zum einen spielt Diane Kruger die Hauptrolle und ich hasse sie nun mal, zum zweiten sind Benno Führmann und Kruger bei ihren Opernarien synchronisiert was man leider überdeutlich sehen kann und zum dritten löst sich der Film in viele Kleine Storys auf - wenn das ganze auf realen Fakten basiert hätte man doch vielleicht nen Vermerk was aus dem ein oder anderen in echt geworden ist gut gefunden.
Fazit: Großes internationales Kino, bewegend, episch und gefühlvoll!
Wir haben den Film im Rahmen unseres Partnerschaftsaustausches in Frankreich gesehen. Sehr gute Wahl und in diesem Rahmen besonders passend.
Für mich ist es der beste Film, den ich seit langem gesehen habe. Die Dreisprachigkeit ist klasse, auch wenn nicht immer jedes Wort verstanden wurde.
Unsere Jugendlichen bewegten sich nicht von selbst von ihren Plätzen, sondern blieben wie wir bis zum Schluss des Abspannes sitzen.
Nur schade, dass der Film auf DEUTSCH "merry christmas" heißt, wo es doch eine französische Produktion ist... Egal. Ich kann diesen Film nur empfehlen und werde ihn auf jeden Fall noch einmal gucken!
Nachdem der Film auf einer tatsächlichen und hinlänglich bekannten Begebenheit zu Weihnachten 1914 beruht, weiß man von Beginn an genau, worauf alles hinausläuft. Dadurch beraubt sich der Film komplett jeglicher Spannung und Dynamik. Regisseur und Drehbuchautor Christian Carion verpasst dabei auch die Gelegenheit, irgendeine sinnvolle Nebengeschichte einzubauen, die den Film dann noch irgendwie interessant hätte machen können. Der bekloppte Sidequest um diesen Opernsänger, der seine Geliebte in den Schützengraben mitnimmt (ja, klar, wer würde das nicht auch tun?) ist einfach nur lächerlich. Und spätestens als dann Benno Führmann singend mit dem Weihnachtsbaum in der Hand aufs Schlachtfeld tänzelt, war es mit der Glaubwürdigkeit komplett dahin. Peinlich.
Einziges Highlight (wie so oft) ist Daniel Brühl, das reicht aber bei weitem nicht, um diesen Schachsinn ansonsten irgendwie erträglich zu machen. Das war nix. Verschenkte Chance, einer bewegenden Geschichte aus den Schützengräben des 1. Weltkriegs ein filmisches Denkmal zu setzen.