Zodiac - Die Spur des Killers
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Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Basierend auf den Romanen des Robert Graysmith (‚Zodiac‘ und ‚Zodiac Unmasked‘) ist David Finchers Film vor allem als detailüberbordendes Portrait einer Ära ein wahres Meisterstück. Was hier in Sachen Art Direction, Set- und Kostümdesign zu einem peniblen Abbild vergangener Zeiten kombiniert wird ist wahrlich phänomenal. Damit sichert sich der Film über die komplette Laufzeit von über zweieinhalb Stunden einen gewichtigen Faktor, der bereits ohne Einbezug von Charakteren und Handlung zu fesseln weiß. Erfreulich jedoch (von einem Regisseur seiner Klasse aber auch nicht anders erwartet), dass sich Fincher nicht allein auf diese ausstatterische Großkalibrigkeit verlässt.

Die Geschichte des Falles Zodiac ist eine weitestgehend bekannte und Finchers filmische Aufarbeitung nicht die erste. Dennoch gelingt ihm ein Ansatz, der im Genre des Serienkiller-Thrillers einen wahrscheinlich ähnlich tiefen Eindruk hinterlassen wird wie seinerzeit ‚Sieben‘, wobei ‚Zodiac‘ aber wohl ungleich weniger Nachahmungstäter nach sich ziehen dürfte. Denn im Gegensatz zum Referenzwerk ‚Sieben‘, der eine Unmenge an neuen Standarts und Blaupausen einführte, liefert ‚Zodiac‘ so gut wie nichts formelhaftes, dass sich mit ähnlicher Leichtigkeit übernehmen ließe. Zum einen, weil sich die Merkmale des Films als so ausgereift und ausgereizt offenbaren, dass eine Steigerung kaum möglich scheint und alles andere bloß pures Plagiat wäre. Zum anderen, weil eine solche Steigerung auch kaum gewollt sein kann, da sie in Proportionalität zum Schwund an Publikumsfreundlichkeit zu sehen wäre. Denn da macht es einem schon ‚Zodiac‘ selbst nicht leicht.

In der ersten Hälfte wirkt der Film wie ein visualisiertes Protokoll, die Szenenfolge hastet teils völlig entfesselt voran und jede Sequenz, manche nur Sekunden lang, wird mit Datums- und Ortsangabe versehen. Da dies (zumindest in diesem Detailreichtum) nicht unbedingt von Relevanz ist und auch in der Wahrnehmung nicht über Randnotizenstatus hinausgelangt, könnte man Fincher hier Übertreibung unterstellen. Doch gerade durch die spätere Akribie, in der sich die Figur des Robert Graysmith verliert, wirken die fortlaufenden Datierungen absolut konsequent und können bei einem zweiten Ansehen der Nachvollziehbarkeit helfen. Unterbrochen wird das Schema des investigativ-protokollierten Vorgehens der Polizisten und Journalisten durch die Auftritte des Killers. Was Fincher hier aufbietet, widerspricht jeder Routine einer genreinternen Dramaturgie, bei der die Auftritte des Mörders und seine Taten zumeist als selbstgefälliges Spektakel dargestellt werden. Fincher reduziert hier die Szenerie, die Kamera steht still und wechselt zwischen intensiven Nah- und atmosphärischen Weitwinkelaufnahmen und das Geschehen erstarrt fast zu einer Ruhe, durch die eine bedrückende und eingängige Bedrohlichkeit transportiert wird. Das unweigerliche Passieren der Morde, auf die dieser grandiose Aufbau hinausläuft, gewinnt so ungemein an Schrecken und Kaltblütigkeit, ohne dass reißerische Blutbäder und überzogene Gewaltakte nötig wären. Dafür, mit einem solchen Maß vermeintlicher Schlichheit eine solche Intensität zu erzeugen, gebührt David Fincher ein riesiges Lob.

In der zweiten Filmhälfte verschiebt sich die Dramaturgie. Die Zeitsprünge werden größer und finden weniger häufig statt, die Handlung zentriert sich auf Jake Gyllenhaal als Graysmith. Bis auf einen weiteren Brief tritt der Killer nicht mehr in Erscheinung. Wo vorher die hektische Betriebsamkeit eines aufgescheuchten Ensembles herrschte, wird der Film nun beinahe zum intimen Portrait eines Besessenen. Ab einem gewissen Punkt des Niederkämpfens dieses sich auftürmenden Indiziendschungels droht der Film kurz, ins Ermüdende abzudriften, setzt dann aber beim Aufeinandetreffen von Graysmith und eines vermeintlichen Bekannten des Mörders gerade rechtzeitig einen Spannungshöhepunkt. Neben dem weiterhin exorbitant hohen Niveau der Schauwerte sind es vor allem die Schauspieler, die einen Spannungsabbruch verhindern. Die Obsession, die sich in Gyllenhaals anfänglich zaghaftes, peripheres Spiel schleicht, liefert das im Grunde spannendste Element des Films und wird vom 28jährigen in einer tollen, pointierten Leistung herausgearbeitet. Ebenso gefällt Mark Ruffalo als Polizist Toschi, der in Graysmith eine letzte, verzweifelte Möglichkeit sieht, für sich selbst einen Ausweg aus den Zodiac-Ermittlungen zu finden. Robert Downey jr., Anthony Edwards und John Carroll Lynch als Tatverdächtiger leisten beeindruckende, ausdifferenzierte Arbeit, abgerundet von grandiosen Nebendarstellern, wie Philip Baker Hall oder Brian Cox.

http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendID=418824324&blogID=467011216
Kino:
Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 20. April 2017
Spannender, betont nüchterner Thriller, hauptsächlich mit dem Spiel beschäftigt, den Zuschauer für zweieinhalb Stunden vergessen zu lassen, dass der Täter nicht gefasst werden wird. Dabei allerdings gräbt sich der Film durch schrecklich viele unnötige Details und Unterhaltungen und ist selten wirklich cinematisch.
schonwer
schonwer

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3,5
Veröffentlicht am 21. April 2019
"Zodiac" erzählt einen interessanten wahren Fall mit klasse 60er Stil, guten Darstellern und teils wirklich guter Inszenierung. Allerdings will der Film zu viel erzählen und trotzdem noch in einem Rahmen von zweieinhalb Stunden bleiben, die sich etwas ziehen. Noch länger wäre noch zäher, die Geschichte hat zu viel Stoff um rund zu wirken, weshalb vermutlich nicht gekürzt wurde. Doch somit befindet sich der Film in einem schmalen Grat zwischen erzählt eigentlich viel fühlt sich aber trotzdem zäh an. Nicht Finchers bester Film.
Thomas Z.
Thomas Z.

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3,0
Veröffentlicht am 20. September 2020
Wenn man mit den Arbeiten von David Fincher vertraut ist, wird man sich möglicherweise bei "Zodiac" die Augen reiben. Spannung wird allenfalls äußerst subtil aufgebaut, geniale Storytwists sucht man vergebens. Die Stärke des Films ist eine große Detailgenauigkeit und mit zunehmender Spielzeit eine unangenehme Atmosphäre. Schauspielerisch gibt es wenig zu beanstanden. Zusammengefasst nicht Finchers bester Film, aufgrund seiner Bodenständigkeit aber durchaus sehenswert.
crimson
crimson

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3,5
Veröffentlicht am 5. Januar 2011
David Fincher ist ein großartiger Regisseur, keine Frage. Aber "Zodiac" war too much. Zu lang, zu viele Nebencharaktere. Oft kam Spannung auf wenn die Schnitzeljagd sich zuspitze. Aber dann flaute es wieder ab und man laß wieder mal "3 Jahre später" o.ä. "Zodiac" konnte mich nicht genug fesseln. Schlecht ist der Film dadurch aber trotzdem nicht, jedoch braucht man so oder so eine menge Sitzfleisch.
Streaming-Kati
Streaming-Kati

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3,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2024
Info & Hintergrund:
Der Amoklauf eines Irren, der nie geschnappt wurde; der unfassbare Chiffre-Killer, der das ganze Land in Angst und Schrecken versetzte – Amerikas Gegenstück zu Jack the Ripper. Öffentlich sprach er von 13 Opfern, später von zwei Dutzend weiteren. Die Polizei wies ihm sieben Taten nach – fünf dieser Opfer starben. Wie viele Morde der wohl legendärste Serienmörder der USA wirklich beging, wird vermutlich nie ans Licht kommen. In Anlehnung an die wahre Geschichte eines Serienmörders, der den Großraum San Francisco in Atem hielt und jahrzehntelang die Behörden in vier Verwaltungsbezirken mit seinen Chiffren und Briefen verspottete, inszenierte David Fincher nach Sieben und Fight Club den Thriller Zodiac – Die Spur des Killers.

———

Meinung:

Das ganze beginnt mit cooler Musik und auch Action. Es geht gleich zur Sache. Aber dann verliert sich das ganze in der Darstellung des Journalisten und dem Polizeibeamten die sich der Geschichte annehmen. Was noch rasant und interessant beginnt, verläuft sich in den 2 h 37 min. Immer wieder glauben wir eine Spur zu haben, haben auch mal eine, aber es zieht sich wie ein Kaugummi und ich frage mich, was wohl die vielen positiven Resonanzen ausgemacht haben. Denn ich wurde leider im Laufe der Zeit müde, dazu die Zeitsprünge, ja auch wenn es realistisch ist, frage ich mich: Will ich das so mühselige Suchen beobachten?

Für mich ist es mehr ein Drama, mit längeren Stecken, bei dem man den eigentlichen Helden zuschaut, wie sie sich aufreiben. Was teilweise eher ermüdend ist, als spannend. Die Verzweiflung auch nach Jahren immer noch am Fall dran zu bleiben, verkörpert Jake Gyllenhaal, unheimlich gut.

Das Ende hat mich nicht wirklich befriedigt. Natürlich kann man an den realen Ereignissen nichts ändern in diesem Fall. Aber nach zweieinhalb Stunden hätte ich mir mehr gewünscht und wäre es eine Serie gewesen, hätte man sie zerrissen, weil sie ein offenes Ende hat. So unterschiedlich ist die Sichtweise. …


———

Fazit:
Geht so - Ein Film der hochkarätig besetzt ist und dokumentiert über die vielen Jahre, die Suche nach dem Täter.
Kino:
Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 12. September 2010
Alles in Allem enttäuscht der Film. Die Schauspieler und die Grundstimmung des Films stimmen. doch die Story ist einfach nicht spannend und interessant genug, auch wenn sie genug Potenzial besitzt. Und dann, wenn der Film Fahrt aufnimmt, ist er zu Ende. Am ende sitzt man nur da und denkt: "Das war es?". Also: gute Idee, gute Schauspieler, aber nicht ganz so gute Umsetzung.
Cartman89
Cartman89

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4,0
Veröffentlicht am 2. Januar 2022
Hochklassigen Film mit tollen Schauspielern und einem guten Drehbuch - der Film kann auch trotz einer hohen Dialoglastigkeit jederzeit den Spannungsbogen oben halten.
Jimmy v
Jimmy v

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4,5
Veröffentlicht am 3. Dezember 2011
Mir gefällt Zodiac, weil es hier tatsächlich um die Atmosphäre, die Charaktere un die Entwicklung über all die Zeit geht. Gerade das macht den Film aber manchmal auch langatmig und für manche Leute weniger sehenswert. Ich kann die negativen Kritiken daher durchaus nachvollziehen. Ab und an hätte ich mir auch gerne typischere Thrillerelemente gewünscht, muss ich zugeben.
Christian Alexander Z.
Christian Alexander Z.

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5,0
Veröffentlicht am 17. Oktober 2021
Das herausragende an diesem Meisterwerk ist, dass Grauen und Spannung aus dem Innern der Handlung und nicht durch Effekt(hascheien) entstehen und gehalten werden. Das führt natürlich dazu, dass nach dem Ende der Mordserie der Drive etwas nachlässt, gibt aber eine glaubwürdige Authentizität. Fehlerfreies Dekor der späten 60er Jahre und auch passende Ausstattungen der in späteren Jahren spielenden Szenen krönen das Werke ebenso wie der gelungene Cast.
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