Der Twist am Ende funktioniert natürlich nur beim ersten Mal anschauen so richtig gut. Ich kann mich erinnern, dass ich damals aber auch ziemlich geflasht von der Auflösung war, das war doch ziemlich innovativ und genial. Jetzt habe ich Jahre später den Film nochmal angeschaut und fand aber auch jetzt den Schluss noch immer sehr geil. Vor allem Dalton Russels Worte “Ich werde diese Bank durch die Tür da vorne wieder verlassen” sind mir im Gedächtnis geblieben. Aber auch den Teil davor fand ich sehr, sehr cool, die Handlung war sehr spannend und aufregend. Auch die Inszenierung von Spike Lee hat mir sehr gefallen.
Zudem wartet der Film mit einem unheimlich starken Cast auf: Clive Owen in der Rolle des Masterminds, der den Banküberfall akribisch bis ins Letzte durchgeplant hat, am Ende dann aber doch kurzfristig improvisieren muss. Denzel Washington in der Rolle des unbeirrbaren und verbissenen Cops kommt in manchen Szenen (vor allem in den Vernehmungsszenen, die etwas seltsam immer in die laufende Handlung gegengeschnitten sind) etwas zu lässig rüber, da konnte ich ihn wenig ernst nehmen. Jodie Foster in der Rolle der aalglatten Cleaner-Lady, die am Ende aber doch noch moralische Zweifel bekommt, hat mir besonders gut gefallen. Willem Dafoe passt hervorragend in die Rolle des Captain Darius und auch Chiwetel Ejiofor als Sidekick von Denzel Washington hat mir gut gefallen. Christopher Plummer rundet den Cast ab und liefert mit seiner Performance des zwielichtigen Bankenchefs, bei dem jeodhc von Anfang an klar ist, dass da etwas nicht sauber ist mit ihm, ebenfalls eine starke Performance.
Der Plot um das Geheimnis, dass Christopher Plummer da nun in seiner Bank versteckt hat ist etwas arg konstruiert und an sich wenig überzeugend. Vor allem wird ja nie so richtig klar, woher denn Clive Owen davon wusste, zumal vorher mehrfach erwähnt wird, dass außer dem Bankenchef eigentlich niemand davon weiß. Ich habe gelesen, dass das ein politisches Statement von Spike Lee bezüglich George W. Bush sein soll, zumal dessen Großvater eine ähnliche Geschichte wie Christopher Plummer im Film hatte. Das würde das dann natürlich erklären, da war dem Regisseur die Attacke auf den damaligen US-Präsidenten wichtiger als die Plausbilität seiner Geschichte. Sei’s drum!
FAZIT: “Inside Man” ist ein extrem unterhaltsamer, spannender und aufregender Heist-Movie mit einer genialen Auflösung am Ende. Der Film wird von einem fantastischen Cast getragen, die handwerkliche Inszenierung ist tadellos! Von mir gibt’s an dieser Stelle ganz klar eine Empfehlung!