Clint Eastwood dreht einen Western mit Clint Eastwood, Gene Hackman, Morgan Freeman und Richard Harris. Das hört sich erstmal ziemlich cool an, da kann nicht allzuviel schief gehen. Und tatsächlich ist das Endergebnis auch ziemlich gut, nur vielleicht anders, als man es erwarten würde. Es ist nämlich kein typischer Western, den er uns hier präsentiert, selbst wenn es die üblichen klassischen Western-Rollen-Klischees gibt. Die Atmosphäre ist vielmehr wie in einem Film noir, düster, trist, hoffnungslos. Unser Antiheld ist auch ein ziemlich abgehalfterter alter Cowboy, ein Trinker und sicher kein guter Mensch. Mit seinen Worten: “Ja, ich habe Kinder und Frauen getötet. Und so manch anderen, der mir vor die Flinte gelaufen kam.”
Gene Hackman ist der böse Arschloch-Sherriff und füllt diese Rolle ganz fantastisch aus. Morgan Freeman als alter Kumpel von Clint Eastwood bleibt hingegen etwas im Hintergrund. Richard Harris’ Auftritt ist leider viel zu kurz geraten, von ihm und seiner wilden Performance hätte ich gerne mehr gesehen. Insgesamt kommt der Film ganz Western-untypisch mit wenig Action aus, das Drama steht klar im Vordergrund. Zum Schluss gibt’s dann aber nochmal einen richtig krassen Showdown.
FAZIT: Mehr Drama als Action-Western, aber dennoch packend und intensiv inszeniert, in gewisser Weise ein Anti-Western. Sehenswert.