Mit der Veröffentlichung in Deutschland eroberte „The Killer's Game“ direkt den ersten Platz der Charts bei Amazon Prime Video. Der Weg dahin war ein aber langer. Rund 30 Jahre dauert es, von dem Zeitpunkt als das Drehbuch verkauft wurde bis nun zur Veröffentlichung hierzulande.
Schon bevor die Romanvorlage erschien, schrieb Drehbuchautor Rand Ravich („The Astronaut's Wife“) auf eigene Faust ein Skript zu „The Killer's Game“ und bot es in Hollywood zum Kauf an. 1995 fand er einen Abnehmer. Ein Filmprojekt wurde auf den Weg gebracht, nur um immer und immer wieder im Sande zu verlaufen.
2002 schien es mal sehr konkret. Da sollten mit „Blade“-Star Wesley Snipes in der Hauptrolle die Dreharbeiten zeitnah starten. Das Problem: Es fand sich kein Regisseur. Angeblich bekamen klangvolle Namen wie Action-Maestro John Woo („Face/Off“), Renny Harlin („Cliffhanger“) und auch der deutsche Filmemacher Wolfgang Petersen („Air Force One“) das Projekt angeboten und sagten ab. Auch neue Anläufe – dann mit „Batman“ Michael Keaton statt Snipes in der Hauptrolle – einige Jahre später verliefen im Sande. Als die hinter dem Projekt steckende Firma Intermedia nach Kinoflops wie „Basic Instinct 2“ und „Die Chaoscamper“ 2006 die Pforten schloss, schien „The Killer's Game“ für immer Geschichte zu sein.
Wiederbelebt mit Jason Statham - und auch J.J. Perry
Erst rund zehn Jahre später tauchte das Projekt wieder auf, als neue Finanziers einen neuen Anlauf wagten. Jetzt sollte „The Beekeeper“-Star Jason Statham die Hauptrolle spielen – und auch der spätere Regisseur des Films, J.J. Perry, war bereits involviert. Der langjährige Stuntman wurde angefragt, um den hier noch für die Regie eingeplanten D.J. Caruso („xXx: Die Rückkehr des Xander Cage“) bei der Choreografie und Umsetzung der Actionszenen zu unterstützen. Im Laufe der Produktion wurde Statham jedoch von Dave Bautista ersetzt. Doch nach einem Ausstieg von Caruso war das Projekt kurz vor dem geplanten Drehbeginn Ende 2019 erneut Geschichte.
Doch Bautista wollte den Film unbedingt realisieren und erinnerte sich an eine Parkplatz-Begegnung einige Jahre zuvor. Da sprach der „Guardians Of The Galaxy“-Star für „John Wick 2“ vor, als es um die Besetzung von Bösewicht Cassian (im Film dann von Common gespielt) ging. Perry war laut eigener Aussage zufällig vor Ort, weil er bereits Hauptdarsteller Keanu Reeves für den Film trainierte. Weil er ein großer Fan von Bautista als Wrestler war, rannte er diesem nach dem Vorsprechen hinterher, um ihm auf dem Parkplatz um ein gemeinsames Foto zu bitten.
Beide unterhielten sich kurz, waren sich direkt sympathisch und vereinbarten, in Zukunft mal zusammenzuarbeiten. Und da bot sich dann mit „The Killer's Game“ die perfekte Gelegenheit. Perry kam nun als Regisseur an Bord. Dank des Parkplatztreffens rund um das Vorsprechen bei „John Wick 2“ ging es nach 30 Jahren in der Entwicklungshölle endlich voran – wobei es dann immer noch ein paar kleine Hindernisse gab.
Erst einmal das Skript entstauben
Über die 30 Jahre wurde das Skript von „The Killer's Game“ immer wieder überarbeitet. Im finalen Film sind zwar nur Originalautor Ravich und der von Perry mit finalen Überarbeitungen beauftragte James Coyne („Vikingdom“) gelistet, aber die Drehbuchgewerkschaft WGA nennt in ihrer Übersicht für den Film neun weitere Autoren, die über die Jahre an dem Skript gearbeitet haben. Doch trotz der ständigen Überarbeitungen scheint die Zeit ein wenig an dem Stoff genagt zu haben.
Perry und Coyne mussten deshalb noch ein wenig ändern. Aus Budgetgründen wurde der Handlungsort von London nach Budapest verlegt. Doch vor allem ging es ihnen darum, einige Dinge zu entfernen, weil man sie seit der Entwicklung des Skripts Mitte der 90er schon zu oft in anderen Filmen gesehen hat, wie der Regisseur bei Screenrant erklärte. Was also vor 30 Jahren bei Actionszenen vielleicht noch der heiße Scheiß war, wurde mittlerweile so oft gemacht, dass es schon recht angestaubt wirkte.
Im Gegenzug hat Perry der Geschichte seinen eigenen Stempel aufdrückt: „Wir haben meine Goyang-Crew, meine Karatschi-Killingsmaschine, meine exotischen Tänzerinnen, meinen Salsa-Attentäter, meine schottischen Brüder eingebracht“, so der Regisseur über die von ihm stammende Gegnerriege für die von Dave Bautista verkörperte Hauptfigur. Wie er sich mit diesen prügelt und dabei mächtig die Fetzen fliegen und das CGI-Blut spritzt, könnt ihr wie gesagt aktuell auf Amazon Prime Video streamen. Dort findet ihr auch den Film, welchen wir euch im folgenden Artikel empfehlen:
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