Rauer Selbstjustiz-Reißer neu im Heimkino: Die ultimative Rache-Action-Legende Charles Bronson geht auf Mördersuche
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Rachekino-Größe Charles Bronson, ein Mehrfachmord bei den Mormonen und machtgierige Industrielle: Der Selbstjustiz-Krimi „Das Gesetz ist der Tod“ ist diese Woche neu fürs Heimkino erschienen.

Er spielte in bahnbrechenden Western wie „Die glorreichen Sieben“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ sowie in zeitlos populären Kriegsfilmen wie „Gesprengte Ketten“ und „Das dreckige Dutzend“ mit. Dennoch dürfte es das Genre des Selbstjustiz-Thrillers sein, das über Charles Bronsons Namen thront wie kein anderes. Ob mit einem dramatischen, einem actionreichen oder einem feist in den Exploitation-Bereich abgleitenden Anstrich:

So oft, wie Bronson in seiner zweiten Karrierehälfte mit Fäusten und Knarren, aber fernab jedes Gesetzes für Gerechtigkeit sorgte, wurde der schnauzbärtige Schauspieler unweigerlich zum inoffiziellen Schutzpatron des filmischen Vigilantismus. Fans von Charles Bronson als Rächer können nun wieder zuschlagen, denn diese Woche ist der schroffe Selbstjustiz-Krimi „Das Gesetz ist der Tod“ neu auf Blu-ray erschienen.

Für Fans physischer Medien in besonderer Aufmachung gut zu wissen: Bei der in Standardverpackung daherkommenden Veröffentlichung aus dem Hause Pidax handelt es sich um eine preiswertere Alternative zum 2019 erschienenen Mediabook* von „Das Gesetz ist der Tod“. Beide Editionen sind inhaltlich identisch: Neben dem Film gibt es als Bonusmaterial bloß einen Trailer, einen TV-Spot und eine Bildergalerie zum Film.

"Das Gesetz ist der Tod": Darum geht es

Der Zeitungsreporter Garret Smith (Charles Bronson) recherchiert in einem aufsehenerregenden Mordfall: In Colorado wurden die drei Frauen des Mormonen Orville Beecham (Charles Dierkop) sowie deren Kinder massakriert. Zu seiner eigenen Sicherheit wird Orville daraufhin in einer Zelle untergebracht. Denn wie er Smith nach einigem Zögern berichtet, glaubt Orville, den Täter zu kennen:

Für Orville bestehen keinerlei Zweifel, dass sein Vater Willis (Jeff Corey), ein exkommunizierter Mormone, die Morde begangen hat. Willis wiederum spekuliert, dass sein mit ihm verfeindeter Bruder Zenas (John Ireland) der Täter sei. Je mehr Smith schnüffelt, desto deutlicher wird, dass er in eine Sache geraten ist, die größer und gefährlicher ist als er es sich je hätte vorstellen können...

Ein gemäßigter Rächer schreitet ein

Der von Paul Jarrico verfasste Thriller dreht sich um den immensen Einfluss von Religion und Industrie auf die US-Gesellschaft sowie darum, wie sehr mächtige, alte Herren die freie Presse verachten. Diese thematischen Elemente entwickeln allerdings bloß gelegentlich Biss: Über einen großen Teil der Laufzeit entfaltet sich „Das Gesetz ist der Tod“ seiner Identität als Kinothriller zum Trotz eher wie ein TV-Krimi, dem es primär um routinierte Spannung geht.

Der Kriminalplot ist im Mittelteil des Films daher etwas beliebig, allerdings verstärkt Regisseur J. Lee Thompson („Eroberung vom Planet der Affen“) die thematischen Versatzstücke durch wiederkehrende, ästhetische Western-Anleihen: Die USA, von denen „Das Gesetz ist der Tod“ erzählt, haben sich seit der gesetzlosen Zeit des Wilden Westens kaum verändert.

Wer sich aber änderte, ist Bronson: Thompson, der bereits zuvor mehrmals mit dem Darsteller zusammenarbeitete, lässt ihn in diesem Thriller gezügelter auftreten. In „Das Gesetz ist der Tod“ bleibt er zwar ein das Gesetz lediglich als Empfehlung statt als unabdingbare Regel erachtender Einzelkämpfer, jedoch verzichtet sein Rächer darauf, Widersacher zu töten.

Falls ihr eine Größe des Actionkinos in wilder Hochform sehen möchtet, solltet ihr vielleicht lieber zu unserem folgenden Heimkino-Tipp greifen:

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