Es läuft bei Netflix. Wie Spencer Neumann, der sogenannte Chief Financial Officer des Streaming-Riesen, im Rahmen einer Investorenkonferenz der Investment-Bank Morgan Stanley bekanntgab, plane man im Hause Netflix für das laufende Jahr mit Investitionen von rund 18 Milliarden US-Dollar. Laut The Wrap, die vom Branchen-Event berichteten, solle diese Summe allein in Inhalte fließen und könne, so Neumann, in den kommenden Jahren sogar noch steigen.
„Wir sehen uns das jedes Quartal und jedes Jahr an und passen es an“, so Neumann. Man befände sich mit dieser Summe zudem „noch lange nicht an einer Obergrenze.“ Das klingt nach neu gewonnenem Optimismus, nachdem die Netflix-Abo-Zahlen in den vergangenen Jahren nur noch langsam stiegen und man daher immer wieder etwas von einem vermeintlichen Sparkurs las, den man nun angeblich verfolgen wolle. Die besagten 18 Milliarden Dollar wären nun aber sogar eine Steigerung um rund 11 Prozent im Vergleich zu den 2024 in die Content-Produktion gesteckten 16,2 Milliarden Dollar.
Strategische Ausrichtung auf langfristiges Wachstum
Fast wie ein Chemiker, der über die Ingredienzen seiner Formel spricht, erklärte Spencer, dass es sich bei der Entscheidung über die Höhe der Investitionen um „ein bisschen Kunst in der Wissenschaft“ handele. Man habe bei Netflix ein „ziemlich gutes Gespür“ dafür, die Erfolgsaussichten eines Projekts zu prognostizieren. Teil dieser Kalkulation sei es dann auch, die konkreten Margenziele auf Grundlage des Unterhaltungswerts und der Nutzerbindung festzulegen.
Laut Finanz-Chef Neumann lege man bei Netflix großen Wert darauf, genügend Mittel für langfristige Investitionen bereitzuhalten, um kontinuierliches Wachstum zu gewährleisten. Dabei sollen die Gewinnmargen des Streaming-Branchenführers stetig ansteigen, die Höhe der Steigerung hänge indes von den jeweiligen Investitionsmöglichkeiten ab. Die verbleibenden Mittel flössen dann in die Produktion von Inhalten.
Indem man bei Netflix detailliert die verschiedenen Inhaltskategorien analysiere – das bedeutet etwa Genres, Länder und Regionen sowie das Verhältnis von sogenannten Netflix Originals zu Lizenzinhalten – wolle man wirtschaftlich so lange wie möglich weiterwachsen und nicht in einen reinen Verwaltungsmodus übergehen.
Optimistische Finanzprognosen für 2025
Zu den Nutzerzahlen ließ Neumann Folgendes verlautbaren: Aktuell komme Netflix weltweit auf 301,6 Millionen abgeschlossene Abos und erreiche damit ein Publikum von über 700 Millionen Menschen. Bemüht man an dieser Stelle einmal die Mathematik und geht von acht Milliarden Menschen auf dem Planeten Erde aus, so würde Netflix, bei Korrektheit dieser Angaben, auf eine Zuschauerschaft von immerhin acht Prozent aller Menschen kommen.
Dennoch zeigt sich Neumann vom weiterhin enormen Wachstumspotenzial des Streamers überzeugt. Weltweit, so Neumann, sei Netflix in rund 40 Prozent der Haushalte mit internetfähigen Fernsehern vertreten und erreiche weniger als 10 Prozent der gesamten ermittelten Fernsehzeit in den USA und anderen Märkten, in denen es tätig ist. Auch deshalb ist sich Neumann sicher: „Ich denke, wir stehen immer noch ganz am Anfang“.
Aktuellen Prognosen zufolge erwartet sich Netflix allein für das erste Quartal 2025 einen Umsatzwachstum von 11,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was nominal 10,42 Milliarden US-Dollar entspräche. Für das Gesamtjahr 2025 werde gar ein Umsatzwachstum von 12 bis 14 Prozent erwartet, was einem Umsatz zwischen 43,5 und 44,5 Milliarden US-Dollar zur Folge hätte – eine Steigerung von 500 Millionen US-Dollar gegenüber der vorherigen Prognose.
Die prognostizierte operative Gewinnmarge für das Jahr 2025 wurde entsprechend von 28 auf 29 Prozent nach oben korrigiert. Bei all dem ist nur zu hoffen, dass die positiven Geschäftszahlen sich schließlich auch in hochwertigen Filmen und Serien niederschlagen. Mit Noah Baumbachs „Jay Kelly“ mit George Clooney und Adam Sandler, Guillermo del Toros „Frankenstein“, dem Crime-Thriller „RIP“ mit Ben Affleck und Matt Damon sowie Rian Johnsons „Knives Out 3“ stehen für dieses Jahr immerhin einige Hochkaräter in den Startlöchern. Und dann ist da noch der zweite Teil des Adam-Sandler-Kultfilms „Happy Gilmore“, zu dem bereits ein erster Teaser veröffentlicht wurde:
Ein weiteres Netflix-Highlight des diesjährigen Release-Kalenders dürfte bei vielen Finale der britischen Kultserie „Peaky Blinders“ mit „Oppenheimer“-Star Cillian Murphy sein, das als Abschlussfilm daherkommt. Serienschöpfer Steven Knight hat nun angekündigt, dass dieser, entgegen der gängigen Netflix-Praxis, sogar ins Kino kommen soll. Mehr dazu findet ihr hier:
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