Mit den Mid-Credit- und Post-Credit-Szenen im MCU, die kommende Projekte anteasern oder einfach nur einen weiteren kleinen Gag enthalten, hat Marvel Abspannszenen im Kino so richtig kultiviert. Auch einige andere Blockbuster kommen nicht mehr ohne sie aus. Und so bleiben inzwischen viel mehr Leute noch im Saal sitzen, wenn der Abspann rollt, schließlich könnte am Ende ja immer noch eine Zusatzszene lauern, die man auf keinen Fall verpassen will.
Doch wie ist das nun beim neuen „Star Wars“-Film „The Mandalorian And Grogu“? Überträgt Disney seine Marvel-Formel jetzt vielleicht auch in die weit, weit entfernte Galaxis? Nein, hier können wir Entwarnung geben: „The Mandalorian And Grogu“ hat keine Post-Credit-Szene – entgehen lassen solltet ihr euch den Abspann aber trotzdem nicht. Und das hat einen einfachen Grund: die Musik!
Oscar-Preisträger Ludwig Göransson liefert wieder ab
Natürlich empfiehlt es sich immer, nach der Schlussszene eines Films noch etwas im Kinosessel zu verweilen, um das Gesehene noch nachwirken und sacken zu lassen, ganz davon abgesehen, dass im Abspann die vielen an der Produktion beteiligten Menschen gewürdigt werden. Bei „The Mandalorian And Grogu“ macht Komponist Ludwig Göransson die Credits aber zu einem echten Vergnügen.
Der dreifache Oscar-Preisträger (für „Black Panther“, „Oppenheimer“ und „Blood & Sinners“) hat bereits für die eingängige musikalische Untermalung bei der Serienvorlage „The Mandalorian“ gesorgt und gehört mittlerweile zu den meistgefeierten Filmkomponisten der Gegenwart. Und beim neuen „Star Wars“-Film zieht er mit seinem großartigen Score einmal mehr alle Register.
Dabei bringt er nicht nur sein inzwischen ikonisch gewordenes „Mandalorian“-Thema in verschiedenen Variationen zurück, sondern traut sich auch sonst, die musikalische „Star Wars“-Palette mutig zu erweitern. Hier treffen orchestrale Klänge, wie wir sie sonst aus der Sternensaga kennen, auf ungewohnte Akustikgitarren- und Synthie-Sounds. Das ist im Film selbst bereits ungemein mitreißend und vielfältig, kommt im Abspann dann aber sogar fast noch mal mehr zur Geltung, da die Musik hier für sich steht und nicht von der Action auf der Leinwand überlagert wird.
Der Autor dieser Zeilen war bei der ersten Sichtung des Films sogar zunächst der festen Überzeugung, dass er den Großteil der Stücke im Abspann gerade zum ersten Mal hört – und wollte sich schon ärgern, da in diesem Fall einige der absoluten Highlights des Scores hier ganz schön verschenkt wären. Doch tatsächlich kommen die wilden, fast schon in Rave-Sphären vordringenden Electro-Einlagen, die zwischendurch von triumphalen Fanfaren à la „Rocky“ unterbrochen werden, bereits beim turbulenten Geschehen in der Kampfarena auf dem Stadtplaneten Shakari zum Einsatz (nur eben etwas vergraben unter all dem Spektakel):
Und auch ein herrliches Wechselspiel von Gitarre und Violine irgendwo zwischen Polka und Gypsy Jazz (bei dem erneut auch das „Mandalorian“-Theme originell adaptiert wird) ist bereits auf Shakari rund um den Auftritt des von Regie-Legende Martin Scorsese gesprochenen vierarmigen Ladenbesitzers Hugo Durant zu hören. Der Abspann von „The Mandalorian And Grogu“ ist also fast noch mal ein besonderes kleines Konzert für sich und hilft so zweifellos dabei, den ohnehin schon fantastischen Soundtrack des Weltraum-Abenteuers noch mehr zu schätzen.
Und apropos Martin Scorsese: Regisseur Jon Favreau hat uns im ausführlichen Interview verraten, wie die überraschende Beteiligung des Filmemachers eigentlich zustande gekommen ist. Das komplette Gespräch könnt ihr hier nachlesen:
"Das macht der niemals!": So wurde Hollywood-Legende Martin Scorsese für "Star Wars: The Mandalorian And Grogu" gewonnenUnsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.