Brutales Heimkino-Highlight: Dieser finstere Mix aus Western und Kriegsfilm gleicht einem Schlag in die Magengrube!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

1970er-Terrorkino trifft auf einen rau-revisionistischen Western und einen harten Anti-Kriegsfilm: „Das Wiegenlied vom Totschlag“ reißt seinem Publikum konsequent den Boden unter den Füßen weg und bleibt mit seiner deutlichen Härte in Erinnerung.

Unter Genrefans haben vor allem Italo-Western den Ruf, mit derben Gewaltspitzen und desolatem Menschenbild aufzurütteln. Allerdings gibt es auch diverse US-amerikanische Western, in denen es alles andere als zimperlich zugeht. Insbesondere lotete „Lilien auf dem Felde“-Regisseur Ralph Nelson die Grenzen dessen aus, was 1970 im US-Kinos machbar war:

Sein Anti-Kriegsfilm-Western „Das Wiegenlied vom Totschlag“ war in der Darstellung der Gewalt, die weiße Soldaten der indigenen Bevölkerung Nordamerikas angetan haben, derart schonungslos, dass vor Kinostart fast 20 Minuten (!) entfernt werden mussten. Anderweitig hätte der filmische Schlag in die Magengrube ein sogenanntes X-Rating erhalten, das damals zumeist für Pornografie reserviert war. Aber selbst in seiner gestutzten Form, die auch die einzige seither verfügbare darstellt, schmerzt der Klassiker enorm.

2024 feierte der Film seine deutsche 4K-Premiere in Form eines mittlerweile praktisch vergriffenen Steelbooks, nun wurde Abhilfe geschaffen: Diese Woche hat „Das Wiegenlied vom Totschlag“ eine 4K-Neuauflage im deutschen Heimkino erhalten!

Die 4K-Edition in Standardaufmachung und regulärer Auflage enthält „Das Wiegenlied vom Totschlag“ obendrein auf Blu-ray. Als Extras umfassen die Discs einen Audiokommentar und ein Interview mit Schauspielerin Candice Bergen.

Darum geht es in "Das Wiegenlied vom Totschlag"

Cresta Marybelle Lee (Candice Bergen) und der Soldat Honus Gant (Peter Strauss) überleben als Einzige einen brutalen Angriff der Cheyenne auf einen Goldtransport. Nun müssen sie sich durch die unwirtliche Wildnis kämpfen, wo ihnen unter anderem ein finsterer Waffenhändler (Donald Pleasence) begegnet. Cresta, die lange Zeit bei den Cheyenne gelebt hat, klärt währenddessen Honus über die Lebensart der indigenen Bevölkerung auf.

Als das Duo einen Armeestützpunkt erreicht, muss es erschüttert feststellen, wie ein erbarmungsloser Rachefeldzug gegen die Cheyenne vorbereitet wird. Und bei dem wollen die Soldaten auch Frauen und Kinder gnadenlos niedermetzeln…

Das Drehbuch zu „Das Wiegenlied vom Totschlag“ stammt von „Meuterei auf der Bounty“- und „Vierzig Wagen westwärts“-Autor John Gay und basiert lose auf dem Roman „Arrow In The Sun“ von T.V. Olsen sowie auf den historischen Ereignissen des Sand-Creek-Massakers im Colorado Territory anno 1864. Gay und Nelson gaben selbst zu Protokoll, neben der blutigen Vergangenheit der USA zugleich auf allegorischer Ebene den Vietnamkrieg kritisieren zu wollen. Die BBC bezeichnete den daraus resultierten, gewollt grauenvollen Western später als „einen der wichtigsten amerikanischen Filme, die je gedreht wurden.“

Kevin Maher von Uncut stellte ihn 2005 wieder um als „einen blutigen Ausbeutungswestern“ heraus, der „eine Blutzahl hat, die 'Cannibal Holocaust' würdig ist.“ Und wenn ihr nach „Das Wiegenlied vom Totschlag“ Lust auf noch mehr Western unterschiedlicher tonaler Couleur habt, folgt doch auch diesem Heimkino-Tipp:

Es ist einer der einflussreichsten Western aller Zeiten: Jetzt gibt es den imposanten Meilenstein im Heimkino-Deal!

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