Heute im TV: Ein geradliniger Sci-Fi-Thriller mit Bruce Willis – inszeniert vom "Terminator 3"-Macher!
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Ob Kugelballett à la John Woo oder ein Vollgasspektakel wie in "Mad Max: Fury Road": Für Pascal erreicht das Actionkino durch Bewegung echte Ekstase.

In „Surrogates“, der heute im TV läuft, bekommen wir nicht nur einen Roboter-Doppelgänger von Bruce Willis geboten. Auch zeigt sich der Action-Star hier von einer kaum schlagfertigen Seite – und das ist durchaus sehenswert!

Bruce Willis ist den Menschen in erster Linie als kerniger Actionheld bekannt, der sein Schicksal in Filmen wie „Stirb langsam“ oder „Last Boy Scout“ in die eigene Hand nimmt und dabei immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat. Allerdings hat der Schauspieler Zeit seines Schaffens auch immer wieder versucht, sich ein Stück weit von diesem Image zu lösen. Das prominenteste Beispiel dafür ist wohl sein Auftritt in M. Night Shyamalans „The Sixth Sense“, in dem Willis durch eine subtile Performance als Kinderpsychologe begeisterte.

Auch in „Surrogates – Mein zweites Ich“, der heute, am 1. April um 20.15 Uhr auf Nitro ausgestrahlt wird, fungiert Willis nicht einfach nur als Hau-Drauf-Ikone, sondern bemüht sich in der Rolle des FBI-Agenten Tom Greer um Zurückhaltung. Anstatt markigen Onelinern gibt es hier vor allem Wut und Verunsicherung – und das ist durchaus sehenswert.

Darum geht’s in "Surrogates"

Zwei Surrogates – also ferngesteuerte Roboter mit menschlicher Erscheinung, die sich ganz den Wünschen ihrer Benutzer*innen anpassen können - werden vor einem Nachtclub zerstört. Die Behörden stufen den Vorfall schnell als Vandalismus ab, doch als die FBI-Agenten Tom Greer und Jennifer Peters (Radha Mitchell) die Wohnungen der User aufsuchen, stoßen sie dort auf deren echte Leichen und damit auf den ersten Mordfall seit Jahren. Noch brisanter wird der Fall, als sich herausstellt, dass einer der beiden Toten ausgerechnet der Sohn von Surrogates-Erfinder Lionel Canter (James Cromwell) ist.

Wie schnell deutlich wird, galt der Anschlag eigentlich ihm selbst! Eine erste Spur führt zu The Prophet (Ving Rhames), dem Anführer der wenigen verbliebenen, in abgeschotteten Siedlungen hausenden Menschen, die ohne Surrogates leben. Im Zuge der Ermittlungen stößt Greer auf eine groß angelegte Verschwörung. Sie veranlasst ihn, das erste Mal seit langer Zeit auf seinen Surrogate zu verzichten und selbst das Haus zu verlassen...

Eine geradlinige Schnitzeljagd vom "Terminator 3"-Macher

In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik konnte sich „Surrogates – Mein zweites Ich“ solide 3 von 5 Sternen verdienen. In seinem Fazit bezeichnet unser Autor Julian Unkel den Film als einen „über weite Strecken recht unterhaltsamen Sci-Fi-Thriller“. Die Verfilmung des fünfbändigen Comicvorlage „The Surrogates“ mag zwar keine große Kunst sein, aber über 90 Minuten darf man sich hier gut unterhalten fühlen.

Dafür sorgt Regisseur Jonathan Mostow, der einst mit „Terminator 3“ den bis dahin teuersten Film aller Zeiten gedreht hat und „Surrogates“ zu einer geradlinigen Schitzeljagd erklärt. In der Kritik heißt es diesbezüglich: „Mostow inszeniert bei einer Lauflänge von nicht einmal 90 Minuten angenehm strafft, verpasst dem Film einen sehr schicken, auf Hochglanz polierten Look und spielt in einigen groß angelegten Set Pieces sein Talent als fähiger Actionregisseur aus.“

Etwas schade an „Surrogates“ is nur der Umstand, dass Mostow und sein Team die vielversprechende Ausgangslage letztlich dazu nutzen, um eine recht konventionelle Verschwörungsgeschichte zu erzählen. Dafür macht aber Bruce Willis – quasi in einer Doppelrolle mit und ohne Haare – eine ziemlich gute Figur. Selbst wenn der Schauspieler hier nicht sonderlich gefordert wird, ist seine Performance als FBI-Agent, der durch die Jahre auf der Virtual-Reality-Couch merklich geschwächt ist und bei Verfolgungsjagden kaum noch mithalten kann, gewohnt charismatisch.

Und falls ihr wissen wollt, welcher Thriller laut Bruce Willis einfach viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, müsst ihr den nachfolgenden Artikel lesen:

"Niemand erinnert sich daran": Dieser Thriller hat laut Bruce Willis viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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