Für unsere Reihe „Deutsches Kino ist (doch) geil!“ suchen wir uns jeden Monat einen deutschen Film, der uns ganz besonders gefallen oder beeindruckt hat, um den Kinostart redaktionell wie einen Blockbuster zu begleiten – unabhängig von seiner Größe. Und das meinen wir auch genau so, wie man an der Wahl im April 2025 sehen kann, denn „Another German Tank Story“ (Kinostart: 10. April) von Jannis Alexander Kiefer ist nicht nur das Langfilmdebüt des jungen Regisseurs, sondern auch dessen Master-Abschlussprojekt.
Aber „Another German Tank Story“ muss sich auch wirklich nicht vor größeren Produktionen verstecken: Die Geschichte um das dröge Örtchen Wiesenwalde, das von einer gigantischen amerikanischen Filmproduktion aus dem Tiefschlaf gerissen wird, ist eine herrliche Satire auf deutsche Dorfkultur und Geschichtsaufarbeitung à la Hollywood. Dabei trägt der Film das Herz stets am rechten Fleck, selbst wenn es zwischendrin auch mal richtig fies wird: Wenn ein kleines blondes Mädchen lautstark „Juden raus“ brüllen und dafür von der Casting-Agentin auch noch in höchsten Tönen gelobt wird, dann muss man schon mal kurz schlucken, bevor man den untergründigen Witz der absurden Situation durchschaut.
Darum geht es in "Another German Tank Story"
In Wiesenwalde in Brandenburg ist nicht viel los. Es gibt einen kleinen Einkaufsladen und eine Dorfkneipe – ansonsten ist hier tote Hose. Doch das beschauliche Dorf wird aus seinem Dornröschenschlaf gerissen, als eine amerikanische Filmcrew anreist, um eine Serie über den Zweiten Weltkrieg zu drehen. Bürgermeisterin Susanne (Meike Droste) sieht darin eine einmalige Chance, das Dorf auf die Landkarte der Bundesrepublik zu bringen. Kann der Drehort von „All Quiet In East Germany“ zum touristischen Hotspot werden?
Und tatsächlich sorgt der Dreh der Serie für eine ganze Menge Trubel in Wiesenwalde: Während Bürgermeistersohn Tobi (Johannes Scheidweiler) endlich seinem ersten richtigen Job nachgeht – als Crew-Fahrer ohne Führerschein, entdeckt der jugendliche Wolffi plötzlich sein Talent als Schauspieler. Doch natürlich bringt ein solches Großprojekt auch einige Probleme mit sich. Die Produktion der Serie überlastet beispielsweise das Stromnetz und schon bald gehen in der kleinen Ortschaft alle Lichter aus. Und dann wäre da noch der Panzer, der plötzlich im Garten der Bürgermeisterin Susanne steht...
Jannis Alexander Kiefer zu Gast bei uns im Podcast
Anlässlich des Kinostarts von „Another German Tank Story“ konnten wir Jannis Alexander Kiefer auch in unserem Podcast-Studio in Berlin begrüßen. Die FILMSTARTS-Redakteure Christoph Petersen und Stefan Geisler haben mit dem Regisseur über Dorfkultur, die Mietpreise für Panzer und die Hürden des Regiestudiums gesprochen. Gerade angehende Filmemacher*innen dürfen gerne mit beiden Ohren lauschen: Wir fragen Jannis Kiefer nämlich sehr genau aus, wie man sich denn eigentlich ein Regie-Masterstudium vorzustellen hat, wo man die Kohle für einen Abschlussfilm herbekommt – und wie „Another German Tank Story“ von seinen Professor*innen jetzt eigentlich benotet wurde?
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Das launige Gespräch könnt ihr euch in voller Länge in der neusten Folgen Leinwandliebe anhören – entweder in der Podcast-App eurer Wahl oder direkt hier eingebunden als Spotify-Player: