Für unsere Initiative „Deutsches Kino ist (doch) geil!“ wählen wir jeden Monat einen deutschen Film, der uns ganz besonders gut gefallen, inspiriert oder fasziniert hat, um den Kinostart – unabhängig von seiner Größe – redaktionell wie einen Blockbuster zu begleiten. In diesem Monat haben wir uns für „Tod meiner Jugend“ (Kinostart: 28. Mai) von Timo Jacobs entschieden. Schließlich handelt es sich dabei um Indie-Kino im allerbesten Sinne – und eine ganz persönliche Geschichte, bei der allen Beteiligten klar war, dass sie einfach auf die große Leinwand MUSS:
„Tod meiner Jugend“ basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman, in dem Kai Peter seine wahre Geschichte erzählt – und dabei zugleich den Missbrauch in seiner Kindheit und Jugend nachvollzieht, aber auch davon berichtet, wie er Jahrzehnte später mit genau diesen verdrängten Traumata umzugehen lernt. Wir waren jedenfalls begeistert – und so lautet das Fazit von Jochen Werners offizieller 4-Sterne-FILMSTARTS-Kritik:
„Independent-Regisseur Timo Jacobs vollzieht einen radikalen Genre- und Stimmungswechsel. ‚Tod meiner Jugend‘ ist ein Film über Mobbing, Gewalt und sexuellen Missbrauch – beruhend auf einer wahren und erschütternden Geschichte. Jacobs erzählt das Leben des realen Kai Peter gleichzeitig komplex-aufgefächert und bodenständig. Dafür findet er eine eigene, rohe und berührende Form – und unternimmt gleichzeitig noch einen Ausflug in die künstlerische Aufarbeitung von Trauma, ausgerechnet auf der Comedy-Bühne. Ein im besten Sinne ungeschliffener, bewegender Film.“
Darum geht’s in "Tod meiner Jugend"
Gemeinsam mit seiner Frau Melanie (Nadeshda Brennicke) und dem Sohn Silas (Silas Peter) zieht Kai Peter (Regisseur Timo Jacobs selbst) zurück in die Kleinstadt seiner Kindheit, um einen Job als Hausmeister an seiner alten Schule anzutreten. Eine zufällige Begegnung in einem Supermarkt wirft den liebevollen Vater jedoch völlig aus der Bahn.
Kai sucht die Orte seiner schweren Kindheit wieder auf und versucht, die langen verdrängten, traumatischen Erinnerungen nach Jahrzehnten endlich zuzulassen – und unter anderem mit Auftritten als Stand-up-Comedian zu verarbeiten …
Timo Jacobs zu Gast bei uns im Podcast
Nach seiner Filmbusiness-Satire „Klappe Cowboy!“, der Berlin-Kreuzberg-Avantgarde „Mann im Spagat“, der Tragikomödie „Stand up! Was bleibt, wenn alles weg ist“ sowie seinem lakonischen Hangout-Movie „Hochstapler und Ponys“ schlägt Timo Jacobs mit „Der Tod meiner Jugend“ jetzt noch mal eine ganz neue Richtung ein – und wurde dafür beim Chelsea Film Festival in New York gleich doppelt ausgezeichnet, für den Besten Film und für den Besten Hauptdarsteller. Zum Start des Films hat uns der Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor in unserem Berliner Podcast-Studio besucht.
Webedia
Ich kann euch nur empfehlen, unbedingt in die neueste Folge von Leinwandliebe hineinzuhören. Timo Jacobs ist halt ein echter Typ – und hat so nicht nur Tipps zum Dreh mit Zwergponys parat, sondern spricht auch offen darüber, wie hoch der Druck ist, eine derart persönliche Geschichte wie „Tod meiner Jugend“ – nicht nur fürs Publikum, sondern auch für den realen Kai Peter – zu verfilmen:
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