Viel ist passiert seit „Keine Zeit zu sterben“, dem bis dato letzten 007-Abenteuer, das vor mittlerweile vier Jahren in die Kinos kam – vor allem die Nachricht, dass das Produzenten-Duo Barbara Broccoli und Michael G. Wilson die kreative Kontrolle über das Erfolgsfranchise mittlerweile komplett an MGM-Inhaber Amazon abgegeben hat, sorgte zuletzt für zahlreiche Spekulationen.
Doch wie genau es mit dem wohl berühmtesten Agenten der Kino- und Literaturgeschichte weitergeht, ist immer noch nicht bekannt – und noch immer sehnen die Fans dem Tag entgegen, an dem sie endlich eine Antwort auf die Frage aller Fragen erhalten: Wer tritt als insgesamt sechster James-Bond-Darsteller in die Fußstapfen von Daniel Craig?
Sobald es Neuigkeiten zum kommenden 007-Blockbuster gibt, erfahrt ihr es natürlich sofort bei uns. Bis dahin erinnern wir an einen Schauspieler, der so gern James Bond werden wollte wie kaum ein anderer – dem es aber nie vergönnt war, in den berühmten Smoking zu schlüpfen, obwohl er gleich mehrmals kurz davor stand.
Die Rede ist von Michael Billington, der Ende der 1960er-Jahre als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge von Ur-Bond Sean Connery galt. Doch letztlich musste er sich George Lazenby geschlagen geben, der den Spion mit der Lizenz zum Töten allerdings nur einen Film lang verkörperte.
Michael Billington wurde 5x als James Bond abgelehnt
Im Anschluss war Billington zwei weitere Male als 007 im Gespräch – doch erst zog er gegen Sean Connery den Kürzeren, der sich 1971 zu einem kurzen Comeback in „Diamantenfieber“ überreden ließ, dann hatte er das Nachsehen gegenüber Roger Moore. Immerhin bekam der 2005 verstorbene Brite in „Der Spion, der mich liebte“ (1977) eine kleine Nebenrolle als KGB-Agent Sergei Barsov.
Als Roger Moores 007-Zukunft im Zuge von vertraglichen Uneinigkeiten zwei Mal ernsthaft auf der Kippe stand, witterte Billington erneut seine große Chance – doch auch diesmal wurde er enttäuscht. Zwar landete er tatsächlich jedes Mal auf der Shortlist, doch Moore konnte sich beide Male mit den Produzenten einigen und lieh dem Doppelnull-Agenten weiterhin sein Gesicht.
"Ich war der Rolle so nah wie nur möglich"
In einem Interview mit dem 007 Magazine erinnerte sich Billington an die Demütigung zurück, ganze fünf (!) Mal als James Bond abgelehnt worden zu sein: „Mein Agent sagte mir, dass ein Angebot kurz bevorstünde. Als dann verkündet wurde, dass Roger Moore die Rolle übernimmt, war ich fassungslos. Ich war der Rolle wirklich so nah wie nur möglich. Ich glaube, ich war eine Zeit lang die einstimmige Wahl von [Barbara] Broccoli, [Produzent] Harry [Saltzman] und [Regisseur] Guy Hamilton – sie alle hatten mir irgendwann einmal ihre Zustimmung gegeben.“
Billington wanderte daraufhin in die USA aus, wo er in Serien wie „Hart aber herzlich“ oder „Magnum“ auftrat – doch der große Erfolg blieb aus, und auch seine Versuche, sich als Drehbuchautor einen Namen zu machen, scheiterten. In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre kehrte er schließlich nach Großbritannien zurück, wo er sich hauptsächlich als Lehrer verdingte.
Übrigens gibt es einen Schauspieler, der zwar gute Chancen darauf hatte, James Bond zu spielen – sie aber freiwillig ausgeschlagen hat. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:
Dieser Star war einer der Top-Favoriten für James Bond, lehnte aber aus guten Gründen ab: "Man ist im Grunde gefesselt"