Ohne Werbung im TV: Western-Klassiker mit zwei Superstars in den Hauptrollen – episch, kontrovers & von einem Meisterregisseur!
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.

Fantastische Prärie-Panoramen, kernige Charaktere, Wildwest-Action, eine für das Genre und die Entstehungsära ungewöhnliche Story sowie Burt Lancaster und die immer wunderbare Audrey Hepburn: „Denen man nicht vergibt“ hat all dies und noch mehr...

Der 1960 in die deutschen Kinos gekommene „Denen man nicht vergibt“ ist einer der ganz großen Western. Jeder Fan des Genres sollte ihn mindestens einmal gesehen haben – auch oder gerade, weil das Werk von Meisterregisseur John Huston („Die Spur des Falken“, „Chinatown“) bis heute für Diskussionsstoff sorgt.

„Denen man nicht vergibt“ läuft am heutigen 11. Mai 2025 um 20.15 Uhr auf arte. Eine Wiederholung folgt am 15. Mai um 14.00 Uhr. Zudem steht der Film als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung. Alternativ könnt ihr den FSK-12-Titel aktuell ohne Aufpreis im Rahmen eures Flatrate-Abos bei Amazon Prime Video* abrufen. Obendrein erscheint er am 22. Mai 2025 als remasterte Blu-ray und DVD. Ein kostenpflichtiges Video-on-Demand ist ebenfalls zu haben:

Spannende Western-Action und/oder Gesellschaftsparabel

„Denen man nicht vergibt“ (Originaltitel: „The Unforgiven“) basiert auf dem gleichnamigen Roman von Bestsellerautor Alan Le May, der unter anderem auch die Vorlage für den John-Wayne-Klassiker schlechthin – „Der schwarze Falke“ – schuf. Inszeniert von Regie-Titan John Huston und mit den damaligen Superstars Burt Lancaster („Verdammt in alle Ewigkeit“) sowie „Frühstück bei Tiffany“-Sweetheart Audrey Hepburn in ihrem einzigen Western avancierte der mit herrlich epischen Landschaftsaufnahmen nicht geizende Film zum Hit an den globalen Kinokassen.

Auch deshalb sorgte das Werk für jede Menge Schlagzeilen. Hauptsächlich war „Denen man nicht vergibt“ aber wegen seiner Handlung Gegenstand hitziger Diskussionen. Ungewöhnlich für diese Zeit in Hollywood ging es hier nämlich primär um Rassismus. Huston hatte schon lange vor, einen Film über dieses Thema zu machen, um so die ihn frustrierenden Zustände in seiner US-Heimat anzuprangern. Der nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als einer der wichtigsten Produzenten involvierte Burt Lancaster wollte mit seinem Studio HHL (Hill-Hecht-Lancaster Productions) allerdings einen Titel mit großem kommerziellen Potenzial in die Kinos bringen.

Politischer Punch oder klingelnde Kinokassen?

Auch weil HHL die Schnittfassung des Regisseurs an gleich mehreren Stellen entschärfte, ist die Aussage des Films deutlich ambivalenter geraten, als sie sich John Huston ursprünglich gewünscht hatte. Das führte dazu, dass Teile des Publikums und der Kritik sie nicht mehr verstanden beziehungsweise Huston sogar vorwarfen, exakt das Gegenteil davon erreicht zu haben, was er eigentlich beabsichtigt hatte.

Nach Ansicht des Verfassers dieser Zeilen ist es aber gerade eine der Stärken des Streifens, dass hier nicht gepredigt wird. So haben wir als Zusehende die Chance, uns selbst ein Bild über die Figuren, ihre Denkweisen, Handlungen und Worte zu bilden. Es bleibt uns zudem selbst überlassen, ob wir in „Denen man nicht vergibt“ ein Gleichnis zu den gesellschaftlichen Verhältnissen in Nordamerika (damals wie heute!) sehen oder einfach nur ein spannendes Action- und Charakterdrama vor authentischer Wildwestkulisse.

Denen man nicht vergibt
Denen man nicht vergibt
Starttermin 30. September 1960 | 2 Std. 05 Min.
Von John Huston
Mit Audrey Hepburn, Burt Lancaster, John Saxon
User-Wertung
3,0

"Denen man nicht vergibt": Das ist die Story

Texas in den 1870ern: Der alte Sonderling Abe Kelsey (Joseph Wiseman) verkündet jedem in der Gegend, dass Rachel (Audrey Hepburn), die Tochter der Rancherfamilie Zachary, eigentlich dem indigenen Stamm der Kiowa angehören würde. Dieses Gerücht kommt im gesamten Tal überhaupt nicht gut an. Denn schließlich verüben die kriegerischen Ureinwohner immer wieder Überfälle auf die Häuser und Rinderherden der weißen Siedler. Als herauskommt, dass Rachel dem Stamm tatsächlich im Rahmen eines Racheakts geraubt wurde, ist die Familie plötzlich komplett isoliert.

Der älteste Sohn Ben (Burt Lancaster) nimmt die Nachricht besonders schwer auf, liebt er seine „Schwester“ doch aus tiefstem Herzen. Während sein Bruder Cash (Audie Murphy) sich gegen die Familie stellt und die Ranch verlässt, versucht Ben mit allen Mitteln, sie vor dem offen aufbrandenden Hass der Nachbarn zu beschützen. Als dann auch noch ein Angriff der von der Angelegenheit nun ebenfalls informierten Kiowa unmittelbar bevorsteht, muss sich Rachel entscheiden, wem ihre Loyalität gilt…

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