"Der Reinfall aller Reinfälle": Diesen Flop würde "Konklave"-Star Ralph Fiennes am liebsten aus der Filmgeschichte löschen
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor 27 Jahren spielte „Konklave“-Star Ralph Fiennes an der Seite von Uma Thurman in einem 60-Millionen-Dollar-Flop mit, der ihn befürchten ließ, dass seine Karriere am Ende ist. Wir verraten euch, um welchen Film es geht.

Kurz vor der Oscar-Verleihung 2025 machte die Nachricht die Runde, dass einzelne Academy-Mitglieder vor allem deshalb für Adrien Brody („Der Brutalist“) als Bester Hauptdarsteller gestimmt hatten, weil sie der Ansicht waren, „Konklave“-Star Ralph Fiennes habe längst eine Statue im Regal stehen. In Wahrheit verhielt es sich natürlich genau andersrum: Brody wurde bereits 2003 für seine Performance in „Der Pianist“ gekürt – während Fiennes bis heute ohne Oscar dasteht!

Dass der 62-Jährige offensichtlich der Inbegriff eines „gefühlten“ Oscar-Gewinners ist, liegt unter anderem daran, dass viele schon 1994 der Meinung waren, Fiennes habe für seine furchteinflößende Darstellung des SS-Kommandanten Amon Göth in „Schindlers Liste“ einen Academy Award verdient (stattdessen ging der Preis an Tommy Lee Jones). Mit der epischen Romanadaption „Der englische Patient“ (1996) folgte ein weiterer prestigeträchtiger Kinofilm, der bei den Oscars groß abräumte (neun Auszeichnungen, darunter Bester Film!) – während sich Fiennes seinem Konkurrenten Geoffrey Rush („Shine – Der Weg ins Licht“) geschlagen geben musste.

Diese filmischen Höhepunkte machen allerdings leicht vergessen, dass Fiennes zwischendurch schon auch mal kräftig daneben gegriffen hat. Ganz besonders gilt das sicherlich für „Mit Schirm, Charme und Melone“, die Leinwandversion der gleichnamigen 60er-Jahre-Kultserie, in der Fiennes und Uma Thurman als Agenten-Duo John Steed und Emma Peel in den Hauptrollen zu sehen war.

Mit Schirm, Charme und Melone
Mit Schirm, Charme und Melone
1 Std. 29 Min.
Von Jeremiah S. Chechik
Mit Uma Thurman, Ralph Fiennes, Sean Connery
User-Wertung
1,9

Der in weiteren Rollen mit 007-Ikone Sean Connery sowie Oscar-Preisträger Jim Broadbent („Iris“) besetzte Actionfilm sorgte zwar 14 Jahre später dafür, dass einer der größten Marvel-Blockbuster in Großbritannien umbenannt werden musste – darüber hinaus hinterließ er aber keine großen Spuren in der Filmgeschichte. Kein Wunder: Das weltweite Einspielergebnis von 54,7 Millionen US-Dollar deckte nicht einmal die Produktionskosten von 60 Millionen ab – ein lupenreiner Flop!

Dazu wurde er von der Fachpresse in den Boden gestampft (die US-amerikanische Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes zählt gerade mal fünf Prozent an überwiegend positiven Rezensionen!), und statt Oscars gab es eine Goldene Himbeere als Schlechtestes Remake – bei acht weiteren Nominierungen.

Fiennes zählt eher nicht zu den Verteidigern des Projekts. Gegenüber Vanity Fair äußerte sich der Voldemort-Darsteller wie folgt zu dem Film: „Ich war gerade in einer etwas durchwachsenen Phase meiner Karriere. Ich hatte diesen riesigen Reinfall hinter mir: ‚Mit Schirm, Charme und Melone‘ – der Reinfall aller Reinfälle! Es gab nicht einmal eine Premiere. Keine Pressevorführungen. Sie sagten einfach nur: ‚Bringt ihn raus – und macht die Augen zu.‘ Und ich dachte wirklich […]: ‚Okay, das war's. Meine Karriere ist vorbei.‘“

So schlimm war es am Ende Gott sei Dank nicht – auch wenn sich Fiennes im Folgenden erst mal wieder kleineren Produktionen zuwendete. 27 Jahre später ist er nach wie vor eine Schauspiel-Koryphäe und ein Hollywood-Superstar, der sich den Neid seines Kollegen Hugh Grant redlich verdient hat, wie ihr im folgenden Artikel nachlesen könnt:

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