Steht ihr bei euren Filmen auf verspielte kleine Spinnereien bis hin zu mittelgroßen Schrägheiten? Ihr mögt Wes Anderson („Die Royal Tenenbaums“), verehrt Jean-Pierre Jeunet („Delicatessen“), fangt bei Michel Gondry („Vergiss mein nicht“) das Träumen an und könnt nicht genug von Yorgos Lanthimos („Poor Things“) bekommen? Dann dürfte, ja sollte „Jagdsaison“-Regisseur Aron Lehmanns skurril-unterhaltsame, dabei von einer Menge hiesiger Eigenheiten durchzogene Bestsellerverfilmung „Was man von hier aus sehen kann“ ziemlich sicher ein Werk für euch sein.
„Was man von hier aus sehen kann“ feiert am heutigen 30. Juni 2025 um 20.15 Uhr im Ersten seine Free-TV-Premiere. Eine Wiederholung folgt noch in derselben Nacht um 2.15 Uhr. Zudem steht der FSK-12-Titel als Gratis-Stream in der ARD-Mediathek zur Verfügung. Alternativ ist er aber auch als Blu-ray, DVD und kostenpflichtiges Video-on-Demand zu haben:
Ein wenig Geduld zahlt sich aus
Vom Schwarm einer ganzen Großstadtschule zur traurigsten jungen Frau im Westerwald? Luna Wedler hat seit ihrem Durchbruch mit der von Aron Lehmann inszenierten Young-Adult-Romanze „Das schönste Mädchen der Welt“ im Jahre 2018 eine großartige Karriere hingelegt. Da ist es fast logisch, dass die Schweizerin für „Was man von hier aus sehen kann“ gern zu ihrem Regisseur von damals zurückkehrte – zumal die Rolle, die er für sie hatte, auch eine echte Herausforderung darstellte und sie mit wahren Größen der deutschsprachigen Filmlandschaft wie Corinna Harfouch („Der Untergang“), Karl Markovics („Die Fälscher“) und Rosalie Thomass („Eine ganz heiße Nummer“) vor der Kamera stehen konnte.
Weil er sowohl parallel in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit spielt, braucht Lehmanns Film ein wenig, um uns wirklich in seine Welt hineinzuziehen. Sie und die sich darin bewegenden Figuren sind nämlich ganz schön skurril, sprich gewöhnungsbedürftig. Für uns als Zusehende lohnt es sich aber, diese Zeit beziehungsweise etwas Geduld zu investieren und die eigenwilligen Protagonist*innen samt ihres schrägen Umfelds an sich heranzulassen. Denn dann offenbart sich irgendwann die ganze Schönheit der Story, die zunächst noch traurig und trist daherkommt, als wunderschöne, tief berührende Liebesgeschichte, die danach sicher noch ein paar Tage lang in euren Gedanken herumschwirren wird.
„Was man von hier aus sehen kann“ basiert auf dem gleichnamigen Bestsellerroman (fast eine Million verkaufte Exemplare!) von Mariana Leky. Lehmann, seiner Crew (Atmosphäre und Ausstattung sind brillant!) und seinem Cast ist es gelungen, die Stimmung des Buches nahezu eins zu eins auf die Leinwand zu transferieren. Da kam es in den deutschen Lichtspielhäusern sicher nicht nur bei der Vorführung, die FILMSTARTS-Autor Sidney Schering besuchte, zu jeder Menge spontaner Gefühlsäußerungen.
Habt ihr den Film damals im Kino verpasst? Das wäre nur allzu verständlich. Denn im Dezember 2022 erschlug ein Werk namens „Avatar 2: The Way Of Water“ nahezu alle anderen Veröffentlichungen und blockierte jede Menge Leinwände. So konnte unter anderem „Was man von hier aus sehen kann“ in vielen Städten gar nicht oder nur kurze Zeit gezeigt werden. Tut euch den Gefallen und holt Versäumtes nach – es lohnt sich wirklich. Und wer das Ganze schon kennen sollte, wird bestimmt gern noch einmal in dieses seltsame Dorf und zu seinen liebenswert eigenwilligen Charakteren zurückkehren wollen, oder?
"Was man von hier aus sehen kann": Das ist die Story
Luise (Luna Wedler) lebt bei ihrer Oma Selma (Corinna Harfouch) in einem kleinen Kaff im Westerwald. Noch immer trauert die junge Frau um ihren während der gemeinsamen Kindheit verstorbenen besten Freund – weshalb sie massive Schwierigkeiten hat, endlich ihren Platz im Leben zu finden.
Erschwerend kommt hinzu, dass viele der Leute in ihrer Umgebung recht ungewöhnlich sind. Selma etwa kann den Tod voraussehen. Immer wenn sie von einem Okapi träumt, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Demzufolge befürchten ihre Nachbarn für die nächsten Stunden das Schlimmste, wagen aber auch mal etwas, gestehen einander ihre Geheimnisse oder lassen plötzlich alles hinter sich.
Eines Tages taucht eine Reisegruppe buddhistischer Mönche im Dorf auf, um hier Urlaub zu machen. Unter ihnen befindet sich auch Frederik (Benjamin Radjaipour), der es mit seinen Gelübden offenbar nicht ganz so genau nimmt. Wird es ihm gelingen, Luise dabei zu helfen, sich der Liebe und damit dem Leben zu öffnen?
Luna Wedler kommt Ende des Sommers übrigens mit einem vielversprechenden neuen Film in die Kinos. Im folgenden Artikel findet ihr den Trailer und jede Menge Informationen zu „22 Bahnen“:
Große Emotionen mit Jannis Niewöhner & Luna Wedler: Trailer zur Bestsellerverfilmung "22 Bahnen"*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.