Der größte Raub in der Geschichte Dänemarks: True-Crime-Action-Thriller im "Heat"-Stil neu im Heimkino
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Mit „Die Lautlosen – Der perfekte Coup“ wollte sich Regisseur Frederik Louis Hviid an Genre-Meilensteine wie „The Town“ und „Heat“ wagen und einen Raubzug als Film festhalten, der dänische Kriminalgeschichte geschrieben hat. Jetzt neu im Heimkino.

PLAION PICTURES

Stille Wasser sind tief – und manche von ihnen schreiben sogar Kriminalgeschichte: 2008, in Folge der Weltwirtschaftskrise, tat sich eine Handvoll an verzweifelten Personen zusammen, um den größten Raubüberfall in der Historie Dänemarks zu wagen. Das dominierte über einige Zeit nicht nur die Nachrichten in unserem nördlichsten Nachbarland, sondern inspirierte nun auch einen Heist-Thriller, der haarklein auf dieses Verbrechens blickt.

Während er in Dänemark regulär ins Kino kam, bahnt sich der Film, der in die Fußstapfen von „Heat“, „The Town“ und Co. zu treten versucht, bei uns nach einem kurzen Abstecher aufs Filmfest München direkt den Weg ins Heimkino: Seit dieser Woche ist „Die Lautlosen – Der perfekte Coup“ auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Alternativ könnt ihr „Die Lautlosen – Der perfekte Coup“ auch auf diversen Plattformen als VOD erwerben, etwa bei Amazon Prime Video*.

Darum geht es "Die Lautlosen"

Die Finanzkrise 2008 erschüttert die Welt: Weil sich Bonzen verzockt haben, gehen unzählige Existenzen zugrunde. In Dänemark will sich eine kleine Gruppe wagemutiger Krimineller nicht mit den Karten abgeben, die ihnen das Schicksal zugewiesen hat, und schmiedet einen feisten Plan: Der Amateur-Boxer Kaspar (Gustav Dyekjaer Giese) und der gewiefte marokkanische Stratege Slimani (Reda Kateb) leiten eine Bande ins erstaunlich ungeschützte, aber prallgefüllte Bargeldverteilzentrum am Stadtrand Kopenhagens.

Dort vollziehen sie einen zuvor minutiös ausgetüftelten Coup. Erst stiften sie gewaltiges Chaos in der Stadt, dann wird unter absoluter Funkstille mit gezückten Waffen blitzschnell zugegriffen. Das gelingt. Aber wird auch die unerkannte Flucht gelingen?!

Haarklein beobachtet

Inszeniert wurde „Die Lautlosen – Der perfekte Coup“ von Frederik Louis Hviid, dem Ko-Regisseur und -Drehbuchautoren des Actionfilms „Shorta – Das Gesetz der Straße“. In seinem neuen Film zielt er darauf ab, an große Heist-Thriller wie „The Town“ und „Heat“ anzuknüpfen, die dramatische, minutiöse Charakterzeichnung und raue Hochdruck-Action vereinen.

Der Pressetenor spricht zwar nicht davon, dass es Hviid gelungen ist, qualitativ seinen Vorbildern komplett gerecht zu werden – bei RottenTomatoes ist weniger als die Hälfte der Kritiken positiv. Aber einzelne Stimmen machen Genrefans womöglich dennoch neugierig: Matt Zoller Seitz lobte auf RogerEbert.com etwa die die aufregenden Plansequenz-Actioneinlagen, die intelligenten Performances und die journalistische Detailliebe in der Schilderung einzelner Abläufe – wie dem Diebstahl eines Autos mit modernem Sicherheitssystem.

Und David Ehrlich von The Indiewire begrüßte unter anderem den fesselnd umgesetzten Raubzug sowie die „harsche Wirklichkeit“, die Hviid in seine Räuberpistole legt. Dieser Grad an Realismus kommt nicht von ungefähr: Der Regisseur holte sich Steffen Baadsgaard Andersen, die Vorlage zur Figur des Kasper, als Berater ins Boot – weshalb der komplette Raubzug, und somit das Herzstück des Films, „100% akkurat ist“. Das behauptete zumindest Hviid selbst im Gespräch mit dem Time-Magazin.

Ein großes Maß an Realismus bietet auch ein anderer Gangsterfilm, den wir euch kürzlich in einem Heimkino-Tipp näher vorgestellt haben. Denn in diesem Film verarbeitete ein Regisseur mit krimineller Vergangenheit unter anderem seine eigene Angst davor, exekutiert zu werden. Mehr über „Endstation Schafott“ erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Dieser Gangsterfilm geht richtig unter die Haut: Beklemmender Klassiker erscheint erstmals auf Blu-ray

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