Der Filmemacher José Giovanni nutzte zu Beginn der 1970er-Jahre die Starpower des talentierten und beliebten Schauspielers Alain Delon, um ein überaus persönliches Thema anzupacken: Giovanni kollaborierte mit dem Vichy-Regime und schloss sich einer kriminellen Bande an. 1946 wurde er aufgrund seiner Verbrechen zum Tode verurteilt.
Das Todesurteil wurde letztlich aufgehoben und Giovanni kam nach über einem Jahrzehnt Arbeitshaft frei. 1973 verarbeitete er im Delon-Vehikel „Endstation Schafott“ seine persönlichen Erfahrungen mit Resozialisierung und setzte sich kritisch mit der damals in Frankreich weiterhin verhängten Todesstrafe auseinander. Am 18. August 2025 erscheint „Endstation Schaffot“ erstmals auf Blu-ray – und das als exklusiv bei Amazon erhältliches, limitiertes Mediabook.
Die Edition enthält den Film auf DVD und Blu-ray sowie ein 28-seitiges Booklet mit Hintergrundfakten. Voraussichtlich am 20. November 2025 erscheint „Endstation Schafott“ außerdem als reguläre Blu-ray-Edition in Standardverpackung. Bei Amazon ist diese Variante noch nicht gelistet, aber ihr könnt sie bereits bei JPC* vorbestellen.
Darum geht es in "Endstation Schafott"
Der Bewährungshelfer Germain Cazeneuve (Jean Gabin) steht kurz vor seiner Pensionierung. Derzeit betreut er aber noch den Ex-Häftling Gino Strabliggi (Alain Delon), der wegen eines Bankraubs zehn Jahre lang einsaß. Ehemalige Weggefährten Ginos versuchen unablässig, ihn vom rechten Weg abzubringen, doch er bleibt standhaft.
Als er die Bankangestellte Lucie (Mimsy Farmer) kennen und lieben lernt, kommt er endgültig in seinem neuen Leben an – macht aber Inspektor Goitreau (Michel Bouquet) skeptisch. Dieser ist felsenfest davon überzeugt, dass Gino bloß einen neuen Coup plant. Und wie schon der Filmtitel unheilvoll in Aussicht stellt: Alsbald droht Gino die Todesstrafe...
Persönlich, bitter und empathisch
Seine Begnadigung hatte Giovanni den unermüdlichen Bemühungen seines Vaters zu verdanken. Vor diesem Hintergrund gewinnen die zerbrechlichen, zwischen Wut, Trauer und Resignation schwankenden Gefühle der zentralen Männerfiguren in „Endstation Schafott“ weiter an Nachhall:
Dieser Film ist ein mit Herzblut geschriebenes Passionsprojekt über die Bedeutsamkeit, jemanden in seinem Leben zu haben, der an einen glaubt, über die Frustration, ständig in Verdacht zu stehen, und über die Unmenschlichkeit, die der Todesstrafe innewohnt. Narrativ führt die minutiös eingefädelte Geschichte letztlich in beklemmende, aufwühlende Gefilde, und Delon sowie Gabin intensivieren dies mit komplexem, unaufdringlichen und betroffen machendem, meisterhaften Schauspiel.
In Deutschland wurde dieses schwer verdauliche Kriminal-Thrillerdrama auch als „Zwei Männer in der Stadt“ und „Der tödliche Kreis“ vermarktet – und in Frankreich, wo die Todesstrafe in den 1970ern zunehmend hinterfragt wurde, traf er einen kulturellen Nerv: Dank starker Mundpropaganda lockte er über 2,45 Millionen Menschen in die Kinos und landete unter den Top 15 des Kinojahres.
Die vom Film intendierte politische Debatte zog sich derweil noch etwas hin: Die letzte Hinrichtung fand in Frankreich 1977 statt, doch erst 1981 wurde die Todesstrafe offiziell abgeschafft. Und erst 2007 stimmte das französische Parlament dafür, die französische Verfassung zu verändern, um das Verbot der Todesstrafe auch darin zu verankern.
Und wenn ihr nach diesem harten Tobak Ablenkung mit einem malerischen, fantasievollen Abenteuer benötigt, ist der nachfolgende Heimkino-Tipp wie für euch gemacht:
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