Er war einer der beliebtesten Stars der 1980er- und 1990er: Robin Williams. Mit seinem herausragenden Gespür für schrille Komik, aus dem tiefsten Herzen kommendem Kummer und dem authentischen Drahtseilakt zwischen diesen Extremen begeisterte er Generationen, die ihn seit seinem frühen Tod schwer vermissen.
Zwar war sein größter Kassenschlager der Disney-Zeichentrickklassiker „Aladdin“, doch schon kurz danach lieferte er seinen größten Realfilm-Hit in den deutschen Kinos ab: Die quirlige Komödie „Mrs. Doubtfire“ lockte über 5,5 Millionen Menschen in die hiesigen Lichtspielhäuser. Und heute, am 15. August 2025, läuft „Mrs. Doubtfire“ ab 20.15 Uhr auf RTL Super – der Primetime-Variante von Super RTL! Zudem könnt ihr den Film bei Disney+ abrufen:
Darum geht es in "Mrs. Doubtfire"
Der Stimmenimitator Daniel Hillard (Robin Williams) hat einmal zu oft den Bogen überspannt, weshalb seine Frau Miranda (Sally Field) die Scheidung verlangt. Das Gericht gibt Daniel daraufhin lediglich einen Tag Besuchsrecht pro Woche. Um seine drei Kinder häufiger zu sehen, greift er zu einer gewagten Maßnahme:
Er bittet seinen Bruder Frank (Harvey Fierstein), der ein hervorragender Maskenbildner ist, und dessen stilbewussten Lebensgefährten Jack (Scott Capurro), ihn optisch in eine 60-jährige Britin zu verwandeln. Denn er möchte sich in der Identität der Euphegenia Doubtfire bei Miranda als Haushälterin und Kindermädchen bewerben. Die Maskerade gelingt – und Daniel muss der Versuchung widerstehen, nun gegen Mirandas neuen Schwarm Stuart Dunmeyer (Pierce Brosnan) zu intrigieren...
Gewagte Prämisse, herzliche Umsetzung
Als Inspiration zu „Mrs. Doubtfire“ diente ein Roman der Schriftstellerin Anne Fine, das Drehbuch verfassten indes die Autorinnen Randi Mayem Singer und Leslie Dixon. Die Regie übernahm derweil Chris Columbus, der schon hinter dem Publikumsrenner „Kevin – Allein zu Haus“ stand. Das Gespür für Chaos und Slapstick in einer geerdeten Gesamtästhetik, das Columbus in seinem Weihnachtsklassiker bewiesen hat, spielt er in „Mrs. Doubtfire“ erneut aus – wenngleich der Trubel dezenter dosiert ist als bei dem sein Haus gegen Einbrecher verteidigenden Bengel.
Die Drehbuchautorinnen Singer und Dixon haben in die überspitzte Prämisse wiederum eine gesunde Prise an herzlich-nachdenklichen Passagen eingearbeitet: Sequenzen, in denen der unterschiedliche Rapport deutlich wird, den die Eltern untereinander an den Tag legen und ihren Kindern gegenüber pflegen, sowie Szenen, in denen Daniels hyperaktive Fassade Risse erlangt, mögen die Gag-Frequenz ausbremsen. Jedoch sind sie von immenser Bedeutung, um aus einer „Typ verkleidet sich als Frau und dringt so ins Leben seiner Ex ein“-Farce voller potenziell problematischer Zwischentöne eine reflektierte Familienkomödie mit Camp-Elementen zu formen.
Ein nostalgisch-froher Favorit (mit Makeln)
Dass Daniel täuscht und intrigiert, soll keinesfalls als Ratgeber fürs zwischenmenschliche Miteinander verstanden werden. An diesen Stellen unterstreichen Singer, Dixon und der den Stoff allem Anschein nach intuitiv begreifende Williams konsequent den „Menschen machen Fehler, wir schütteln grinsend den Kopf und lernen daraus“-Aspekt der Komödie.
Dass allerdings aus dem erwachsenen Lausbuben ein ausgeglichenerer Mensch wird, weil er sich ins Bild einer wohlsituierten, britischen Dame fühlt, gibt der Prämisse eine erbauliche, progressive Sanftmut. Ebenso hilft es, dass sich viele Pointen darum drehen, dass wir erleichtert auflachen, wenn Daniels gesellschaftlichen Konventionen nicht entsprechende Doubtfire-Identität dennoch respektiert wird – und an anderen Stellen lachen wir über engstirnig-irritierte Passant*innen. Ein schwächerer, billig-boshafterer Film würde sich stattdessen über das Crossdressing erheben – wie etwa der Richter im Schlussakt, den Columbus eindeutig als böswillig-ignorant in Szene setzt.
All dies, eine Vielzahl an liebevollen Referenzen auf Camp-Filmklassiker und ein selbstbewusster Harvey Fierstein in einer kleinen, liebenswerten Nebenrolle, verhalfen „Mrs. Doubtfire“ zusätzlich zum stattlichen Mainstream-Erfolg zu einer eingeschworenen, queeren Fangemeinde. Unter anderem berichtete Derrick Clifton via Mic von der positiven, inspirierenden Wirkung des Films auf Menschen abseits der Heteronormativität. Makellos ist „Mrs. Doubtfire“ dennoch nicht:
Die sitcomhafte Zwickmühle, dass Daniel zwei verschiedene Verabredungen gleichzeitig hat, wird im finalen Filmdrittel viel länger gedehnt, als ihr komödiantisches Potenzial verträgt. Und manchmal poltert der Film mangels Voraussicht und verbalem Fingerspitzengefühl doch kurzzeitig in missverständliche Szenerien mit Figuren, die schmerzlich-gallig reagieren. Doch wie Alex Mell-Taylor in einer persönlichen, nuancierten Kritik urteilte: „Statt über diesen Umstand zu klagen, sollten wir feiern, dass dieser Film gealtert ist. Wir leben nicht mehr in den 90ern, mit all dem Hass und Schmerz, den sie mit sich brachten.“
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