Durch den Western „Dreckiges Gold“ fanden zwei Genre-Spezialisten erneut zusammen: Hauptdarsteller und Hollywood-Ikone John Wayne sowie Regisseur und Drehbuchautor Burt Kennedy. Der vielfach dekorierte Veteran, der im Zweiten Weltkrieg diente und seinen Einstand in Hollywood als Fechttrainer feierte, wirkte an zahlreichen Western mit – auch mehrfach mit Wayne.
Für Kennedys Regiekollege Budd Boetticher war er sogar „der beste Western-Autor aller Zeiten“. Trotzdem sind seine Filme hierzulande recht unbekannt, darunter auch einer von Kennedys Lieblingswerken unter seinen eigenen Projekten. Vielleicht erhält es jetzt aber einen kleinen Popularitätsschub, denn am 26. Februar 2026 feiert „Dreckiges Gold“ seine deutsche Blu-ray-Premiere!
Darum geht es in "Dreckiges Gold"
Es musste ja passieren: Der berüchtigte Eisenbahnräuber Lowe wurde bei seinem neusten, gewagten Coup getötet. Nun heuert seine Witwe (Ann-Margret) eine sechsköpfige Truppe an, um sein geraubtes Gold im Wert von einer halben Million Dollar zu bergen. Sie wolle den Reichtum zurückgeben und so den Namen ihres toten Gatten reinwaschen. Doch Lane (John Wayne) und der Rest dieses ungewöhnlichen Einsatzkommandos sind nicht nur unberechenbar, sondern werden zudem von Lowes Gaunerkollegen und einem neugierigen Schnüffler verfolgt...
Ein schmerzhafter Dreh für Western-Größe Wayne
Während „Auf eigene Faust“-Regisseur Budd Boetticher voll des Lobes für Kennedy war, hatte der frühere Soldat eine selbstkritischere Ader. In seinen Filmbusiness-Memoiren „Hollywood Trail Boss: Behind The Scenes Of The Wild, Wild Western“* etwa ging er mit dem letzten Vierteljahrhundert seiner Karriere hart ins Gericht – lobte „Dreckiges Gold“ allerdings als „richtig gut[e]“ Ausnahme.
Das will angesichts der diffizilen Entstehungsgeschichte des Films allerhand bedeuten. Schon vor Drehbeginn kam es zu Unstimmigkeiten zwischen dem Regisseur und seinem langjährigen Förderer John Wayne, da dieser sich gegen Kennedys Wunsch sträubte, „12 Uhr mittags“-Darsteller Jack Elam eine Rolle zu geben. Angeblich war Wayne schlecht auf Elam zu sprechen, weil er ihn in „Rio Lobo“ überschattete.
Daraufhin fingen die Probleme erst so richtig an: Kurz vor Drehbeginn brach sich Wayne zwei Rippen, was seine Beweglichkeit stark beeinträchtigte. Daher musste das Skript umgeschrieben werden, um Waynes Rolle strategischer und nachdenklicher anzulegen – die eingangs intendierte, impulsivere und körperliche Charakterisierung Lanes hätte er nicht umsetzen können.
Trotzdem: Einige Actionszenen ließen sich nicht umschreiben – und Wayne war widerwillig, auf Kameratricks oder Doubles zu setzen. „Dreckiges Gold“ war daher eine der schmerzhaftesten Dreherfahrungen in Waynes Karriere. Und auch abseits dieses Problems verlief die Produktion nicht gerade reibungslos: Eines der Außensets ging in Flammen aus – Verletzte gab es glücklicherweise keine, dennoch brachte dieses Unglück den Kosten- und Drehplan durcheinander.
Ein untypischer Western von „Dreckiges Gold“-Regisseur Burt Kennedy feierte übrigens erst kürzlich seine deutsche Blu-ray-Premiere. Mehr über den ebenfalls namhaft besetzten Film erfahrt ihr im folgenden Artikel:
Heimkino-Highlight: Dieser Western-Klassiker ist nie auf DVD erschienen – jetzt feiert er seine Premiere auf Blu-rayDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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