Heute Abend ohne Werbung im TV: Ein bildgewaltiger Western-Klassiker mit John Wayne – und tragischer Vorgeschichte!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Eine dramatische Familiengeschichte, eingebettet in einen vielsagend illustrierten Westernstoff: John Wayne und John Ford schlossen ihre Kavallerie-Trilogie mit „Rio Grande“ sehenswert ab. Heute läuft der Film im Free-TV!

Der Western-Klassiker „Rio Grande“ ist ein Schaulaufen namhafter Hollywood-Kreativköpfe, die einzeln und gemeinsam in die Kinogeschichte eingegangen sind: Western-Ikone John Wayne, Regie-Gigant John Ford und die famose Maureen O'Hara, die sich auf Figuren spezialisierte, die auf glaubwürdige Weise ebenso feurig wie einfühlsam sind. Dem Film fehlt lediglich Farbe – wurde O'Hara von der Fachpresse doch „Königin des Technicolor“ getauft!

Obwohl es sich bei „Rio Grande“ um einen Schwarz-Weiß-Western handelt, wartet er mit eindrucksvollen Landschaftsimpressionen auf. Vor allem definiert er sich aber durch eine komplexe, bewegende Familiendynamik vor dem Hintergrund einer geradlinig-spannenden Western-Handlung. Heute, am 30. November 2025, zeigt arte „Rio Grande“ ab 20.15 Uhr. Zudem ist der Film in der arte-Mediathek abrufbar, beim Sky-Streamingdienst WOW* im Abo zu finden und via Amazon Prime Video als VOD erhältlich:

Darum geht es in "Rio Grande"

Das Grenzgebiet zwischen Texas und Mexiko: Am Rio Grande leitet Leutnant Colonel Kirby Yorke (John Wayne) ein Nordstaaten-Kavalleriefort. Dieses wird oft von Apachen attackiert, die sich nach den Raubzügen stets über den Grenzfluss zurückziehen. Den darf die Kavallerie wiederum nicht überschreiten, wie ein mit Mexiko ausgehandelten Abkommen besagt.

Als würden die ständigen Attacken Yorkes Nerven nicht schon genug strapazieren, tritt auch noch sein Sohn Jeff (Claude Jarman Jr.) in die Armee ein. Vater und Sohn sollen daraufhin zusammenarbeiten, allerdings hat der alte Haudegen ein mieses Verhältnis zu seiner Familie: Er musste einst aus strategischen Gründen die geliebte Farm seiner Frau Kathleen (Maureen O’Hara) niederbrennen, was die Yorkes auseinanderriss. Eine wichtige Mission könnte die Beziehung zwischen Vater, Sohn und der mitgereisten Mutter kitten – oder viele Menschen ins Verderben führen...

Ein militärkritischer Trilogie-Abschluss

Ford und Wayne schlossen mit „Rio Grande“ eine thematische Trilogie ab: In der sogenannten Kavallerie-Trilogie spielt Wayne drei Männer, die in der Kavallerie undankbare Aufgaben erledigen müssen. „Rio Grande“ gingen „Bis zum letzten Mann“ und „Der Teufelshauptmann“ voran, die sich ihrem Setting mit jeweils anderen Erzähltemperaturen nähern. „Rio Grande“ etwa ist denkbar wenig an Geschichtsaufarbeitung interessiert: Der Konflikt zwischen dem Militär und indigen Gruppen wird von Ford bloß als Bedrohung schürendes Hintergrundrauschen eingesetzt.

Der erzählerische und thematische Schwerpunkt liegt indes auf der schmerzlich-sehnsüchtigen Romantik zwischen einem Mann und seiner entfremdeten Frau, dem dramatischen Ringen um eine späte Vater-Sohn-Versöhnung und einer kritischen Auseinandersetzung mit einem militärisch geprägten, maskulinen Selbstbild. Bestückt wird dies mit prägnanten Liedern der Folkgruppe Sons Of The Pioneers und unter prekären Bedingungen gedrehten Actioneinlagen vor imposanten Landschaftsaufnahmen.

Letztere kosteten laut „Gegen alle Flaggen“-Hauptdarstellerin O’Hara bedauerlicherweise zwei Leben. In ihrer Autobiografie verriet sie, dass beim Dreh zwei Stuntmänner von ihren Pferden direkt in einen matschigen, strömenden Fluss stürzten und nicht mehr gerettet werden konnten. John Wayne äußerte sich derweil nicht zu diesem Thema. Dafür sprach er in den wärmsten Tönen über Maureen O'Hara, wie ihr im folgenden Beitrag nachlesen könnt:

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