Heute Abend streamen: Dieser düstere Kino-Hit mit Julia Roberts ist heute zu Unrecht in Vergessenheit geraten
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

Nachdem Julia Roberts mit „Pretty Women“ der Durchbruch gelang, sollte sie nur ein Jahr später in „Der Feind in meinem Bett“ die Hauptrolle übernehmen. Der düstere Thriller ist inzwischen zu Unrecht in Vergessenheit geraten! Unser Streaming-Tipp.

Nachdem Julia Roberts bereits in Filmen wie „Pizza Pizza - Ein Stück vom Himmel“ oder „Magnolien aus Stahl“ (für Letzteren erhielt sie sogar eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin) auf sich aufmerksam machen konnte, gelang ihr 1990 mit dem Megahit „Pretty Woman“ schließlich der große Durchbruch in Hollywood. Von diesem Moment an zählte Roberts zu den schillerndsten Stars der Traumfabrik, erhielt für ihre Performance eine weitere Oscar-Nominierung (dieses Mal als Beste Hauptdarstellerin) und konnte sich fortan ihre Projekte praktisch frei aussuchen.

Nur ein Jahr später war Julia Roberts dann in dem Psycho-Thriller „Der Feind in meinem Bett“ zu sehen. Bei einem Budget von 19 Millionen US-Dollar spielte der Film weltweit beeindruckende 174 Millionen US-Dollar ein – ein klarer kommerzieller Erfolg. Die Kritiker*innen hingegen zeigten sich aus durchaus nachvollziehbaren Gründen deutlich zurückhaltender gegenüber Joseph Rubens Werk.

Auch wenn „Der Feind in meinem Bett“ sicher kein filmisches Meisterwerk ist, gelingt es dem Thriller meiner Meinung nach dennoch, über seine etwas mehr als 90-minütige Laufzeit hinweg Spannung zu erzeugen – nicht zuletzt dank Julia Roberts’ unverkennbarer Starpower, die den Film regelrecht trägt. Wer den Film bisher noch nicht gesehen hat, kann ihn nun ganz bequem im Abo von Disney+ nachholen:

Darum geht's in "Der Feind in meinem Bett"

Auf den ersten Blick scheint das Leben von Laura (Julia Roberts) und Martin (Patrick Bergin) perfekt: ein harmonisches, glückliches Ehepaar, das nach außen hin ein Bilderbuchleben führt. Doch der schöne Schein trügt – Martin ist unberechenbar. Während er Laura in einem Moment noch liebevoll umsorgt, schlägt er im nächsten mit brutaler Gewalt zu. Immer wieder wird Laura von den sadistischen Ausbrüchen ihres Mannes gedemütigt und körperlich wie seelisch gequält.

Um diesem Albtraum zu entkommen, schmiedet Laura einen gewagten Plan: Sie nimmt heimlich Schwimmstunden, täuscht kurz darauf ihren eigenen Tod bei einem Bootsunfall vor und beginnt unter neuer Identität ein neues Leben im verschlafenen Cedar Falls – weit weg von Martin. Doch ihr tyrannischer Ehemann kommt der Wahrheit nach und nach auf die Spur und macht sich auf die Suche nach ihr...

Oberflächlich, aber packend!

Dass „Der Feind in meinem Bett“ das ernste Thema häusliche Gewalt in erster Linie nutzt, um ein spannungsgeladenes Thrillerszenario zu konstruieren, kann man dem Film durchaus vorwerfen. Tatsächlich dienen die Qualen, die Laura durch die Hände ihres brutalen Mannes erleidet, meist dazu, klassische Genre-Konventionen zu erfüllen: Regisseur Joseph Ruben und Drehbuchautor Ronald Bass setzen auf vordergründigen, mitunter reißerischen Thrill, statt auf psychologische Tiefe.

Wer jedoch akzeptiert, dass der Film kein vielschichtiges Psychogramm einer Frau bietet, die sich Schritt für Schritt aus dem Bann ihres Peinigers löst, bekommt mit „Der Feind in meinem Bett“ einen solide inszenierten Psycho-Thriller, der sich stellenweise auch an den Erzähltraditionen des Slasher-Kinos orientiert. Die wahre Sensation des Films bleibt jedoch Julia Roberts selbst – mit ihrer entwaffnenden Präsenz, ihrer emotionalen Intensität und einer Ausstrahlung, die das Publikum weltweit in ihren Bann zog. Ob man „Der Feind in meinem Bett“ nun liebt oder nicht – der Film ist ein weiterer Beweis dafür, warum Julia Roberts völlig zu Recht zu einer der größten Hollywood-Ikonen wurde.

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