„Born To Be Wild“ ist einer der berühmtesten Songs der Rockhistorie. Die Band dahinter sind die nach Hermann Hesses Kultroman benannten Steppenwolf. Aber wusstet ihr, dass zwei der entscheidenden Mitglieder der bis heute verehrten und noch immer aktiven Formation aus Deutschland stammen? Diesen und andere spannende Fakten vermittelt euch eine am späteren Abend erstmals im Free-TV zu sehende Dokumentation von Regisseur Oliver Schwehm.
Eine der Erzählstimmen stammt übrigens von Helge Schneider: „Born To Be Wild: Eine Band namens Steppenwolf“ läuft am heutigen 29. November 2025 um 23.15 Uhr im NDR-Fernsehen. Alternativ könnt ihr euch den FSK-12-Titel als DVD oder kostenpflichtiges Video-on-Demand zulegen:
"Born To Be Wild" im Kultfilm "Easy Rider"
Habt ihr schon mal von Joachim Fritz Krauledat und seinem Kollegen Klaus Karl Kassbaum gehört? Nee, oder? Und doch sind die Herren allen, die es mit klassischem Rock und/oder Kino-Monumenten aus den späten 1960ern halten, ganz sicher ein Begriff – nämlich als Mitglieder der Band Steppenwolf, den Schöpfern einer der größten Musikhymnen aus dieser Ära. Das erstmals 1968 als Single veröffentlichte „Born To Be Wild“ wurde bereits damals zu einem moderaten Hit, der es der kanadischen Band ermöglichte, ausführlich in den USA zu touren.
Zur selben Zeit arbeiteten Dennis Hopper („Blue Velvet“) und Peter Fonda („Ulee’s Gold“), die nicht nur neben Jack Nicholson die Hauptrollen spielten, sondern auch gemeinsam das Drehbuch schrieben und als Regisseur beziehungsweise Produzent agierten, an ihrem Roadmovie „Easy Rider“. Heute gilt dieses als Sinnbild des Lebensgefühls der Gegenkultur in den 1960ern. Fonda war dabei unter anderem auch für die Auswahl der Musik zu Hoppers Film verantwortlich.
Fonda wollte eigentlich die Folkrocker Crosby, Stills, Nash & Young für den Soundtrack gewinnen, was sich aufgrund anderweitiger Verpflichtungen der Band aber als langwierig herausstellte. Währenddessen unterlegte Chef-Cutter Donn Cambern („Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“) die bereits gedrehten Bilder bei seiner Bearbeitung übergangsweise einfach mit Songs aus seiner privaten Plattensammlung – darunter auch „Born To Be Wild“ und „The Pusher“ von Steppenwolf.
Als Hopper dann den ersten Schnitt seines Films sah, war er begeistert – und man beschloss, die Lieder einfach beizubehalten. So wurden aus den bis dahin noch recht unbekannten Musikern nach Erscheinen des Films große Stars, und „Born To Be Wild“ avancierte zur Biker-Hymne schlechthin.
Das erwartet euch in "Born To Be Wild: Eine Band namens Steppenwolf"
Auf den ersten Blick mag „Born To Be Wild: Eine Band namens Steppenwolf“ wie eine typische Musik-Doku aussehen. Wir bekommen Statements der Musiker und sehen Archivbilder der Band auf der Bühne, im Studio oder im Privaten. Dazu werden Zeitzeugen wie Hollywood-Regisseur Cameron Crowe („Almost Famous“), Hardrock-Urviech Alice Cooper, Blues-Legende Taj Mahal, Scorpions-Frontmann Klaus Meine oder Punkrock-Legende Jello Biafra (Dead Kennedys) interviewt. So weit, so konventionell. Wirklich interessant ist aber das, was die Herrschaften über ihre Herkunft erzählen.
Was hierzulande nämlich nur die echten Fans der Band wissen: Sänger John Kay (eigentlich Joachim Fritz Krauledat) und Bassist Nick St. Nicholas (geboren als Klaus Karl Kassbaum) stammen beide aus Deutschland. Kay wurde 1944 im damaligen ostpreußischen Tilsit geboren, St. Nicholas (* 1943) wuchs im schleswig-holsteinischen Plön auf. Beide wanderten unabhängig voneinander mit ihren Müttern nach Kanada aus, wo sie sich dann Mitte der 1960er in der Blues- und Psychedelic-Gruppe The Sparrows kennenlernten, aus der später die deutlich härter rockenden Steppenwolf hervorgehen sollten.
Speziell die Geschichte des seit früher Kindheit nahezu blinden (Sehstärke: 21 Prozent) Kay ist unglaublich. Auf der Flucht vor der näher rückenden Roten Armee landete er als Kleinkind in Thüringen. Als Junge verließ er dann mit seiner Mutter bei Nacht und Nebel die sowjetische Besatzungszone und ging nach Hannover, bevor sie schließlich nach Nordamerika übersiedelten. Dort hatte Kay aufgrund seiner Herkunft aus dem Land des Kriegsgegners zunächst große Probleme mit der Integration. Sein einziger Trost war die Rockmusik, die schließlich zu seiner Erlösung und seinem Weg zum Erfolg werden sollte. Es ist wahrlich faszinierend, den mittlerweile über 80-jährigen, aber noch immer musikalisch aktiven Kay in einem Gemisch aus erstaunlicherweise akzentarmem Deutsch und Englisch über seinen Werdegang sprechen zu hören.
Eine ebenfalls großartige (und wahre!) Geschichte mit viel Musik erzählt „Song Sung Blue“, der in Kürze im Kino anläuft. In unserer FILMSTARTS-Kritik gab es starke 4 von 5 Sternen für das Werk mit Hugh Jackman und Kate Hudson. Im Rahmen des folgenden Artikels könnt ihr euch schon mal den Trailer anschauen:
Hugh Jackman & Kate Hudson im ersten Trailer zu dem Weihnachtsfilm 2025 – basierend auf einer wahren Geschichte*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.