Wie bitte?! Zurück in die Zukunft" sollte einen völlig absurden Titel bekommen – nur ein Trick von Steven Spielberg konnte das Schlimmste verhindern!
Jaroslav Sebov
Jaroslav Sebov
-Freier Autor
Erholt sich immer noch von der 8. Staffel "Game Of Thrones" und vertreibt sich die Zeit mit allerhand Fandoms wie "Star Wars", "The Witcher" und "Der Herr der Ringe". Findet, kein anderer Film verdient einen zweiten Teil mehr als "Master And Commander".

"Zurück in die Zukunft" ist Kult – doch nur knapp entging der Film einer katastrophalen Umbenennung. Der legendäre Titel stand tatsächlich auf der Kippe, bis ein legendärer Regisseur höchstpersönlich einen genialen Befreiungsschlag wagte.

Der Titel „Zurück in die Zukunft“ wirkt heute vollkommen selbstverständlich. Kaum ein Filmtitel bringt seine Geschichte so prägnant auf den Punkt. Doch während der Entwicklungsphase des Films stand dieser inzwischen ikonische Name tatsächlich kurz davor, verworfen zu werden. Ausgerechnet ein hochrangiger Studioboss hielt ihn für problematisch – und schlug stattdessen eine Alternative vor, die aus heutiger Sicht eher wie ein kurioser Witz wirkt.

Mitten in der Produktion äußerte Universal-Produktionschef Sidney Sheinberg massive Bedenken gegen den Titel. In einem internen Memo, das später im Buch „Back to the Future: The Ultimate Visual History*“ von Michael Klastorin dokumentiert wurde, erklärte er, der Name lasse den Film „wie einen billigen, altmodischen Science-Fiction-Streifen“ wirken. Seine Sorge war, dass das Publikum bei einem solchen Titel automatisch an ein klassisches Genre-B-Movie denken könnte.

Stattdessen brachte Sheinberg einen völlig anderen Namen ins Spiel: „Spaceman From Pluto“. Der Titel – auf Deutsch etwa „Der Weltraummann vom Pluto“ – solle seiner Meinung nach mehr Wärme und Humor vermitteln und zugleich vermeiden, dass der Film zu sehr als reine Zeitreisegeschichte wahrgenommen werde.

Ein Vorschlag, der aus guten Gründen für Ratlosigkeit sorgte

Für das Kreativteam hinter dem heutigen Kultfilm war der Vorschlag schwer nachzuvollziehen. Regisseur Robert Zemeckis und Drehbuchautor Bob Gale hatten bewusst einen Titel gewählt, der das zentrale Motiv der Geschichte widerspiegelt. „Spaceman From Pluto“ hingegen klang viel eher nach einem Science-Fiction-B-Movie aus den 1950er-Jahren als nach der clever konstruierten Zeitreise-Komödie, die sie erzählen wollten.

Das eigentliche Problem lag jedoch weniger im Inhalt des Memos als in der Position seines Absenders. Sheinberg gehörte zu den einflussreichsten Entscheidungsträgern bei Universal und hatte bereits zuvor große Projekte unterstützt. Sein Wort hatte also Gewicht – und ein offener Widerspruch hätte für die Filmemacher schnell zum Risiko werden können.

Während vor der Kamera Michael J. Fox und Christopher Lloyd gerade jene Dynamik entwickelten, die später zu einem der Markenzeichen des Films werden sollte, stand das Team hinter den Kulissen vor einer heiklen Frage: Wie widerspricht man einem Studiochef, ohne ihn vor den Kopf zu stoßen?

Steven Spielberg fand eine elegante Lösung

Die entscheidende Idee kam schließlich von Steven Spielberg, der als ausführender Produzent an dem Projekt beteiligt war und das Memo ebenfalls erhalten hatte. Spielberg kannte Sheinberg gut und wusste, dass ein direkter Widerspruch eher zu verhärteten Fronten geführt hätte. Stattdessen entschied er sich für eine diplomatische Antwort.

In einem kurzen Schreiben bedankte er sich bei Sheinberg für dessen „sehr lustiges Memo“ und schrieb, das gesamte Team habe herzlich darüber gelacht. Gleichzeitig bat er darum, künftig noch mehr solcher amüsanten Nachrichten zu erhalten.

Mit diesem Satz stellte Spielberg den Vorschlag einfach als Scherz dar. Damit brachte er den Studio-Chef in eine unangenehme Lage: Hätte Sheinberg darauf bestanden, dass sein Titel ernst gemeint war, hätte er riskieren müssen, sich vor dem gesamten Team zu blamieren. Also ließ er das Thema kommentarlos fallen.

Der Alternativtitel verschwand aus den Diskussionen – und der Film durfte seinen ursprünglichen Namen behalten. Eine Entscheidung, die sich als goldrichtig herausstellte: „Zurück in die Zukunft“ entwickelte sich nicht nur zu einem der erfolgreichsten Filme der 1980er-Jahre, sondern auch zu einem der bekanntesten Filmtitel der Popkultur.

Wusstet ihr eigentlich, dass es tatsächlich noch ein viertes „Zurück in die Zukunft“-Abenteuer gibt? Hier erfahrt ihr mehr dazu:

Ein vierter "Zurück in die Zukunft"-Film wurde 1991 veröffentlicht, aber kaum jemand weiß, dass er existiert: Er enthält den ultimativen Showdown

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