2025 ist ein durchaus spannendes Jahr für Action-Fans. Mit „Ballerina“ startete (endlich!) das langersehnte „John Wick“-Spin-off mit Ana de Armas – und sogar noch länger mussten wir auf „Havoc“ warten, in dem „The Raid“-Macher Gareth Evans Publikumsliebling Tom Hardy von der Leine lässt. Ganz zu schweigen von „F1 - Der Film“, dem geistigen Nachfolger von „Top Gun: Maverick“. Nicht außer Acht lassen sollte man aber auch die Geheimtipps, die sich zumindest in mein Gedächtnis nachhaltig brennen konnten.
Da wäre etwa „Kung Fu Rookie“ aus Kasachstan, mit dem sich Hauptdarsteller Timur Baktybayev als Nachfolger von Jackie Chan empfiehlt – oder aber jener prominent besetzte Kracher, den ich euch heute ans Herz legen will: In „Fight Or Flight“ wickelt ein wie immer unfassbar charmanter Josh Hartnett („Oppenheimer“, „Trap - No Way Out“) das Publikum ebenso gnadenlos um den Finger, wie er seine Widersacher zerlegt.
Dass wir letzteres nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch wortwörtlich meinen, konntet ihr zunächst exklusiv im Streaming (bei Amazon Prime Video* ist er der Action-Thriller mittlerweile sogar im Abo enthalten) feststellen. Doch seit Juli könnt ihr euch den Film auch auf DVD und Blu-ray dauerhaft zulegen. Und das macht aufgrund der enormen Rewatchability des Films durchaus Sinn, findet jedenfalls der Verfasser dieses Artikels.
Ohne, dass allzu groß die Werbetrommel dafür gerührt worden wäre, landete die launige Sause vergangenen Winter still und heimlich als Video-on-Demand bei Amazon Prime Video und Co. – doch ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum dieses irrwitzige Metzelfest derart aufs Abstellgleis verfrachtet wurde. Und hoffe, dass die Spaßgranate spätestens jetzt die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient! In meiner Jahres-Bestenliste wird er ohne Wenn und Aber ganz vorne mitmischen.
Denn „Fight Or Flight“ ist einer dieser Filme, die in einem prall gefüllten Kinosaal eine Lauffeuer-ähnliche Euphorie entfachen könnten, die einen Kinobesuch zum Erlebnis, zu einem Event machen würden. Doch auch im Streaming bzw. Heimkino hätte es der zügellos-wilde, adrenalingetränkte Einer-gegen-alle-Ritt (bzw. -Flug) verdient gehabt, dick und fett beworben zu werden!
"Fight Or Flight": Ein spektakulärer Flug… unter dem Radar
Bis zum heutigen 1. Juli stehen gerade einmal nur knapp 53.000 Bewertungen auf der aktuell wohl meistfrequentierten Filmbewertungsplattform im Netz, Letterboxd, zu Buche. Das ist nichts im Vergleich zu den Zahlen der Konkurrenz. Und das Gravierende daran? Während beispielsweise „Ballerina“ die aufgrund mehrerer Verschiebungen überlange Wartezeit am Ende nur bedingt rechtfertigen konnte, hatte ich mit „Fight Or Flight“ so unfassbar viel Spaß, dass ich ihn direkt nochmal schauen wollte, sobald der Abspann einsetzte!
Und das kommt auch nicht von ungefähr: Mit James Madigan zeichnete ein Action-Talent für die Regie verantwortlich, der als Second Unit Director an großen Filmen und Serien mitarbeitete. Nach „G.I. Joe“, „R.E.D.“ und „Transformers: Aufstieg der Bestien“ bekam er nun endlich die Gelegenheit, sein Spielfilmdebüt als Regisseur zu feiern – und zündete dabei ein Feuerwerk, das auf eine große Zukunft (und viele weitere Action-Must-Sees) hoffen lässt.
Denn „Fight Or Flight“ ist der perfekte Mix aus Old-School-Action und fetzig-modernem Krawall-Kino. Josh Hartnett gibt einen ebenso liebenswerten wie verkaterten Loser mit verborgenen Talenten, der vor 30 Jahren vermutlich von Bruce Willis gespielt worden wäre – und macht zugleich Clive Owen (in „Shoot 'Em Up“) und Jason Statham (in „Crank“) Konkurrenz, sobald er auf die Tube drückt. Denn dem Wahnsinn sind hier wahrlich keine Grenzen gesetzt – und so ist hier einfach alles dabei, was weh tut und zugleich Spaß macht.
Kettensäge? Drogenrausch? Abgetrennte Körperteile? Ein knochenbrecherisches Duell mit einem singenden (!) „John Wick“-Star (Marko Zaror)? Wann immer man denkt, es könnte nicht noch abgedrehter, noch abgefuckter werden, lassen die Verantwortlichen die nächste Schnapsidee auf das Publikum los.
Doch die Action ist dabei so unfassbar abwechslungsreich und grandios inszeniert, dass Genre-Fans gar nicht anders können, als dabei mächtig Spaß zu haben, wenn der blondierte Saufkopf seine Widersacher durch den Fleischwolf dreht. Obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) die Story vergleichsweise simpel daherkommt.
Darum geht's in "Fight Or Flight"
Der ehemalige FBI-Agent Lucas Reyes (Josh Hartnett) verdient sein Geld mittlerweile als Mann fürs Grobe, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn sich seine Auftraggeber nicht selbst die Finger schmutzig machen wollen. Seine jüngste Mission: Er soll an Bord eines Flugzeugs gehen, das in wenigen Stunden von Singapur nach San Francisco fliegt – und einen berüchtigten, lediglich unter dem Namen „Ghost“ bekannten Kriminellen an Bord haben soll. So weit, so gut.
Doch nicht nur erlebt er eine faustdicke Überraschung, als er die wahre Identität hinter dem in der Unterwelt gefürchteten Synonym aufdeckt. Offenbar scheint der Blechvogel auch noch voll von skrupellosen Kopfgeldjägern zu sein, die es auf ihn abgesehen haben…
Ebenfalls unbedingt sehenswert für alle Fans von knochenbrecherischer Action ist auch die Filmreihe, um die es im nachfolgenden Artikel geht:
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