Lohnt sich "A Knight Of The Seven Kingdoms"? So gut ist die neue "Game Of Thrones"-Serie!
Julius Vietzen
Julius Vietzen
-Senior-Redakteur
Seit er bei Staffel 8 sechs Wochen lang in Westeros gelebt hat, gehört Julius zu den "Game Of Thrones"-Spezialisten der Redaktion und stürzt sich nun auch begeistert auf "House Of The Dragon" und "A Knight Of The Seven Kingdoms".

Mit „A Knight Of The Seven Kingdoms“ startet am 19. Januar 2026 die dritte Serie aus der Welt von „Game Of Thrones“. In unserer spoilerfreien Kritik zur kompletten ersten Staffel erfahrt ihr, warum auch „AKOTSK“ wieder ein Muss für Fantasy-Fans ist.

Wie knüpft man an „Game Of Thrones“ an, die nicht nur laut der FILMSTARTS-Community beste Serie aller Zeiten? Diese Frage beantworteten die Verantwortlichen beim US-Heimatsender HBO mit dem ersten Spin-off „House Of The Dragon“ ziemlich eindeutig: mehr Targaryens, mehr Drachen, mehr große Schlachten. Das Ergebnis war eine zwar ebenfalls sehr gute, vor allem in der ersten Staffel aber auch erzählerisch holprige Serie. Umso besser ist es da, dass die zweite Spin-off-Serie in eine ganz andere Richtung geht: A Knight Of The Seven Kingdoms“ ist eine kleine, aber äußerst charmante und nichtsdestotrotz hochspannende Serie mit einem vortrefflichen Hauptfiguren-Duo.

Die Handlung von "A Knight Of The Seven Kingdoms"

Etwa 90 Jahre vor den Ereignissen von „Game Of Thrones“: Dunk (Peter Claffey) ist in Fleabottom/Flohloch aufgewachsen, dem Slum der Hauptstadt King's Landing/Königsmund, bevor er dann von dem Heckenritter Ser Arlan of Pennytree/von Hellerbaum (Danny Webb) unter die Fittiche genommen wurde. Als sein Herr stirbt, gibt sich Dunk fortan selbst als Heckenritter Duncan the Tall/der Große aus, obwohl er nie zum Ritter geschlagen wurde, und möchte beim Turnier in der nahegelegenen Stadt Ashford/Aschfurt teilnehmen.

Schon auf dem Weg dorthin trifft er auf den jungen Egg (Dexter Sol Ansell), der trotz Dunks anfänglicher Ablehnung bald zu dessen Knappen und treuem Freund wird. Auf dem Turnier treffen die beiden auf zahlreiche Verbündete und Widersacher sowie jede Menge schräge Gestalten. Wird es Duncan gelingen, Ruhm und Ehre zu erlangen, obwohl er nicht mal ein richtiger Heckenritter ist?

A Knight Of The Seven Kingdoms
A Knight Of The Seven Kingdoms
Starttermin 2026-01-18
Serie: A Knight Of The Seven Kingdoms
Mit Tanzyn Crawford, Peter Claffey, Dexter Sol Ansell
User-Wertung
3,2

Die erste Folge „A Knight Of The Seven Kingdoms“ beginnt im Regen: Dunk beerdigt den toten Ser Arlan und beschließt, sich mit dessen Schwert und Schild als Heckenritter auszugeben. Eine eigentlich ziemlich düstere Szene, die jedoch direkt von humorvollen Einschüben durchbrochen wird, wenn Dunk am Grab seines Herren sagt, dass ihn dieser nie zu Unrecht geschlagen habe – gefolgt von einer ganzen Ohrfeigen-Montage.

Wenn dann nach der Beerdigung der Himmel aufklart und Dunk beschließt, sich auf den Weg nach Ashford zu machen, schwillt dazu das ikonische „Game Of Thrones“-Thema an – es folgt jedoch ein harter Schnitt und wir sehen, wie Dunk erst mal hinter einen Baum kackt.

Diese Auftaktszene fasst die Essenz von „A Knight Of The Seven Kingdoms“ sehr gut zusammen: Der Tonfall ist lockerer, humorvoller, der Maßstab deutlich kleiner, die Musik weniger episch – und aufkeimende Ernsthaftigkeit wird immer wieder mit Fäkalhumor ironisch gebrochen. Vor allem letzteres ist im Laufe der Staffel durchaus ermüdend und eigentlich auch unnötig, weil die Abgrenzung zu „Game Of Thrones“ und „House Of The Dragon“ auch so schon deutlich genug ist.

Humorvoll und charmant – aber trotzdem spannend!

Umso beeindruckender ist es, dass es den Verantwortlichen um Schöpfer und Showrunner Ira Parker und „Game Of Thrones“-Mastermind George R.R. Martin gelingt, „A Knight Of The Seven Kingdoms“ zu einer derart spannenden Serie zu machen. Ohne zu viel über die Handlung zu verraten:

Duncan bringt sich schon bald in die Bredouille und muss um sein Leben fürchten – und in diesen Szenen fiebert man trotz des humorvollen Tonfalls und der ironischen Brechung mit. Das ist natürlich auch dem tollen Hauptfiguren-Duo zu verdanken, das von Ex-Rugbyspieler Peter Claffey und Nachwuchsdarsteller Dexter Sol Ansell wunderbar verkörpert wird und vor allem im Zusammenspiel ganz prächtig harmoniert.

Zudem erweist sich das Turnier als Mikrokosmos, in dem sich fast die gesamte Staffel zuträgt, als ein hervorragendes, kunterbuntes und äußerst lebendiges Setting – das zudem einige wenige, aber dafür umso beeindruckendere Actionszenen ermöglicht: Die Tjoste, also die Turnierkämpfe zu Pferd und mit Lanze, sind hervorragend gefilmt und zeigen die ganze Brutalität dieses mittelalterlichen Sports.

Und wenn dann es dann später zu einem Zweikampf auf Leben und Tod kommt, zeichnen die Verantwortlichen ein äußerst realistisch wirkendes Bild aus Matsch und Blut und Schmerzen, bei dem sich irgendwann zwei Kontrahenten gegenüberstehen, die vor Erschöpfung und wegen ihrer zahlreichen kleinen Wunden kaum noch Schwert und Schild heben können.

Sehr gut, aber leider nicht perfekt

Für die ersten vier Episoden kann man „A Knight Of The Seven Kingdoms“ so mit Fug und Recht als das beste Westeros-Abenteuer seit „Game Of Thrones“ bezeichnen. Allerdings schaffen es die Verantwortlichen in der fünften und sechsten Folge nicht ganz, an die hervorragenden ersten Episoden anzuknüpfen.

Hier wird etwa der Showdown des Films durch eine unnötige Flashback-Szene unterbrochen und ausgebremst. Zudem werden im Finale auch nicht alle vorher aufgemachten Handlungsabzweigungen zu einem befriedigenden Ende geführt, wenn etwa eine in der zweiten Folge eingeführte Figur danach keinen einzigen richtigen Auftritt mehr hat und umgekehrt eine andere, bisher wortlose Figur im Finale auf einmal ihre ersten (und für die Serie ziemlich wichtigen!) Dialogzeilen bekommt.

„A Knight Of The Seven Kingdoms“ orientiert sich zwar größtenteils sehr stark an der Vorlage (nämlich der Novelle „Der Heckenritter“ von George R.R. Martin). Insgesamt scheint dann aber die Zeit und/oder der Mut gefehlt zu haben, die grundsätzlich allesamt sinnvollen Ergänzungen zu der und Abweichungen von der Vorlage bis zum Ende zu verfolgen. Das kratzt zwar durchaus am Gesamteindruck, ändert jedoch nichts daran, dass „A Knight Of The Seven Kingdoms“ schon jetzt eine der besten Serien 2026 ist.

Fazit: Das Serien-Jahr 2026 beginnt vielversprechend, denn die erste Staffel „A Knight Of The Seven Kingdoms“ braucht sich trotz des kleineren Maßstabs und des humorvolleren Tonfalls (und trotz des weniger gelungenen Finales) nicht hinter „Game Of Thrones“ und „House Of The Dragon“ zu verstecken.

Wenn ihr euch für eine ausführlichere Besprechung der ersten Folge interessiert, dann findet ihr hier zudem unsere Video-Kritik zu Episode 1 mit den FILMSTARTS-Fantasy-Fans Julius Vietzen und Annemarie Havran:

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