Allein in den USA und Kanada wurden über 56 Millionen Eintrittskarten verkauft, womit „West Side Story“ dort zu den 100 meistbesuchten Kinofilmen aller Zeiten zählt! Und die Filmbranche war ebenfalls voller Euphorie für das Bandenrivalität, verbotene Liebe und ein zwiespältiges Verhältnis zu den Chancen und Stolperschwellen des „American Way Of Life“ behandelnde Musical:
Der raue, unmittelbare Aufnahmen der New Yorker Straßen mit farbenfrohen, schillernden Kulissen und Kostümen verquickende Film wurde für elf Academy Awards nominiert und sicherte sich den Oscar in zehn Kategorien, darunter „Bester Film“, „Beste Regie“, „Beste Kamera“, „Beste Nebendarstellerin“, „Bester Nebendarsteller“ und „Bester Ton“! Höchste Zeit also, dass der mittlerweile von Steven Spielberg mit einem Remake bedachte Klassiker in gebührender Qualität ins Heimkino kommt:
Am 6. August 2026 beschert das deutsche Label Capelight Pictures der „West Side Story“-Originalverfilmung ihre überfällige, europäische 4K-Heimkinopremiere! Vorbestellungen für die limitierte 3-Disc-Edition sind bereits möglich:
Die Edition war ursprünglich für den 26. März angekündigt, wurde jedoch verschoben, um eine noch bessere Qualität zu ermöglichen. Wie Capelight via Instagram bekannt gegeben hat: „Kurz vor der Produktion der Discs haben wir von MGM die Information bekommen, dass es ein brandneues 4K-Master geben wird, basierend auf einem 8K-Scan der 65-mm-Fassung inklusive aller Restaurationsarbeiten und Farbkorrekturen. Diese möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten und haben uns deshalb entschieden, nicht mit dem 'alten' Master weiterzuarbeiten.“
Das Mediabook umfasst ein 48-seitiges Booklet von Theater-, Film- und Literaturwissenschaftlerin Kathrin Horster, „West Side Story“ auf 4K-Disc sowie auf Blu-ray und eine Bonus-Blu-ray. Als Bonusmaterial sind unter anderem ein Kommentar von Broadwaylegende Stephen Sondheim, eine alternative Ouvertüre zum Film, eine Doku über die Choreographien in „West Side Story“ und eine Doku über das kulturelle Vermächtnis des Klassikers angekündigt.
Darum geht es in "West Side Story"
Zwischen zwei rivalisierenden Gangs, den von weißen Jungs gegründeten Jets und den puertoricanische Herkunft aufweisenden Sharks, tobt ein Bandenkrieg. Dieser harsche Konflikt wird weiter verschärft, als Tony (Richard Beymer), früherer Anführer und Mitbegründer der Jets, sich in Maria (Natalie Wood), die Schwester des Sharks-Bosses, verliebt. Denn die Realität des Gangalltags hat keinerlei Geduld für Sentimentalitäten: Es folgen Messerstechereien, Morde, eine panische Flucht, Vergewaltigung und Polizeirazzien...
Raue Wirklichkeit und bunter Stilwillen reiben sich, dass die Funken sprühen
Die 2021 veröffentlichte Neuverfilmung von „West Side Story“-Superfan Spielberg hat ein kulturell sensibleres, akkurateres Casting und nutzt hinsichtlich Schnitt und Kameraführung die heutigen, technischen Möglichkeiten für aufwändiger geplante, minutiöser umgesetzte Sequenzen. Doch in (mindestens) zweierlei Hinsicht schlägt der Musicalfilm von Robert Wise & Jerome Robbins das Remake:
Zwischen Natalie Wood und Richard Beymer funkt es einfach furioser, impulsiver, mitreißender als zwischen dem im Remake wie gelähmt wirkenden Ansel Elgort und Rachel Zegler, die an Elgorts Seite diese Energielosigkeit wettzumachen versucht. Und wenn ein Musical, das die Grundidee von „Romeo & Julia“ nimmt, nach New York verlegt und mit Jazz-Schmiss, orchestraler Tragik, schneidenden Dissonanzen und heißen Rhythmen emotional überhöht, eins braucht – dann ist es der irrationale Zunder einer Unrecht ebenso wie Vernunft ignorierenden, jungen Liebe.
Außerdem ist der Clash zwischen stilistischer Künstlichkeit und aus dem Leben gegriffener Direktheit, den Wise und Robbins in ihrem „West Side Story“ an den Tag legen, für heutige Sehgewohnheiten vielleicht spezieller, wenn nicht gar schwer zu greifen. Da ist Spielbergs mit technischer Raffinesse umgesetzte Vision schon gefälliger – doch sie bietet in ihrer Kohärenz auch weitaus weniger von der faszinierenden Reibung, die aus Wises und Robbins' „theatralem Traum“ hervorgeht und visuell die Themen der Handlung verstärkt.
Michael Bay gefällt das!
Es ist eine Reibung, aus der einer der markantesten Krachbumm-Regisseure Hollywoods hervorging: Ausgerechnet Explosionsspezialist und „Armageddon“-Regisseur Michael Bay liebt diese tragische, schmachtende Musicalromanze und schreibt ihr zu, durch sie einen neuen Blick auf das Medium Film erhalten zu haben (via GQ). Die stilisierte Verschmelzung aus Form, Farbe und Bewegung, die „West Side Story“ vorlebt, sei sogar alles, was Bay mit seinen Action-Reißern erreichen will!
Einen deutlich ruhigeren Film eines anderen namhaften Regisseurs, der völlig andere Töne anschlägt als Michael Bay, stellen wir euch derweil im folgenden Artikel vor. Denn auch dieser Titel erhält bald ein Heimkino-Upgrade:
Dieses Meisterwerk geht an die Nieren und ist dennoch wunderschön: Dieses Jahr erscheint es erstmals in HDDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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