Lange lagen die Sympathien des zeitgenössischen Publikums bei Mary Shelleys Gothik-Klassiker „Frankenstein“ überwiegend bei dem ambitionierten Wissenschaftler. Erst später setzte sich mehr und mehr die Lesart durch, dass in Wahrheit nicht die künstlich erschaffene Kreatur, sondern ihr egomaner Schöpfer und eine intolerante Gesellschaft das eigentlich „Monströse“ der Erzählung sind. Genau das hat im vergangenen Jahr auch Guillermo del Toro mit seiner 120 Millionen Dollar teuren Netflix-Produktion noch einmal deutlich gemacht: Darin wünscht sich die von Jacob Elordi („Wuthering Heights“) gespielte Kreatur nichts sehnlicher als eine Freundin.
Mit „The Bride!“, einem Remake des Monsterfilmklassikers „Frankensteins Braut“, wird dieser Wunsch nun wahr. Der Film von Maggie Gyllenhaal („Frau im Dunkeln“) spielt im Chicago der 1930er Jahre. Frankensteins Monster (Christian Bale), stets von schier unendlicher Einsamkeit gequält, sucht die Hilfe der rätselhaften Dr. Euphronius (Annette Bening). Gemeinsam machen sich die beiden an ein düsteres Werk: Sie wählen eine Frau als Opfer aus und bringen ihren Leichnam (Jessie Buckley) mit wissenschaftlicher Raffinesse zurück ins Leben. Am 5. März 2026 startet „The Bride! - Es lebe die Braut“ in den deutschen Kinos. Bei der Weltpremiere in London konnten nun aber bereits einige Kritiker und Kritikerinnen den Film sehen – und teilten ihre Reaktionen in den sozialen Netzwerken.
Lob für Maggie Gyllenhaal, Jesse Buckley und Christian Bale
So bezeichnete etwa Collider-Autorin Rachel Leishman den Film als „eine Liebeserklärung an das Geschichtenerzählen, Science-Fiction, Filme und vieles mehr. Ein atemberaubender Blick auf Frankenstein und seine Liebe und eine wahrhaft brillante Leistung von Jessie Buckley und Christian Bale. Maggie Gyllenhaal hat etwas ganz Besonderes geschaffen.“
Auch The Nerdist hebt die beiden Schauspieler*innen und die Regisseurin hervor: „Nachdem wir ‚The Bride!‘ gesehen haben, können wir sagen, dass dieser Film eindeutig von jemandem gedreht wurde, der Filme liebt. Die Kamera liebt Jessie Buckley, die glänzt, und ihre Figur entführt euch in eine üppige, gotische Romanze, die mit einem Bein in der Realität und mit dem anderen in der Welt des Geheimnisvollen steht. Christian Bales ‚Frank‘ wird Frankensteins Monster voll und ganz gerecht und wird eure Herz höher schlagen lassen. Die Ästhetik dieses Films ist gewagt, die Tanzsequenzen glänzen und es ist wirklich fesselnd. Das ist es, worum es beim Kinobesuch geht.“
Erik Davis, Redakteur bei Fandango und Rotten Tomatoes, erklärt: „Maggie Gyllenhaals ‚The Bride!‘ ist ein echter Knaller – wild, witzig, chaotisch, romantisch und angetrieben von einer weiteren umwerfenden Leistung von Jessie Buckley. Buckley und Bale sind ein Traumpaar, weil sie beide Schauspieler sind, die sich voll und ganz auf ihre Rollen einlassen und darin verschwinden. Sie bringen eine rohe Intensität und Unberechenbarkeit mit, die diese originelle Interpretation der Braut/Frankenstein-Geschichte funktionieren lässt. ‚The Bride!‘ fühlt sich an wie ein Liebesbrief an das klassische Kino, verpackt in einen kühnen, modernen Monsterfilm. Ehrlich gesagt, wir brauchen mehr Filme wie diesen.“
Auch Filmemacherin und SlashFilm-Redakteurin BJ Colangelo zeigt sich begeistert: „Maggie Gyllenhaal und Jessie Buckley haben ‚The Bride!‘ in einem Labor entwickelt, um mir den Film meiner Träume zu schenken. Eine schrille, dreiste Reise einer unkontrollierbaren Frau und eines Mannes, der bereit ist, alles niederzubrennen, wenn er dafür ihre Wärme spüren kann. Ich habe jede Sekunde davon geliebt. Die meisten Frankenstein-Filme handeln von der Hybris des Menschen, aber ‚The Bride!‘ geht noch einen Schritt weiter und fragt: ‚Was machen wir mit dem Chaos, das sie hinterlassen haben?‘ Dies ist einer der gewagtesten und originellsten Filme des Jahres 2026 und eine der besten Monster-Neuinterpretationen aller Zeiten.“
Natürlich sind erste Reaktionen in den sozialen Medien immer mit etwas Vorsicht zu genießen, denn sie fallen in der Regel euphorischer aus als das spätere ausführliche Presseecho. Doch die Vorzeichen stehen gut,️, dass wir mit „The Bride!“ nach del Toros „Frankenstein“ einen weiteren Monster-Kracher geliefert bekommen.
Übrigens: Richtig nachhaltig verstören könnte uns derweil die Neuauflage eines fast 50 Jahre alten Horror-Meilensteins. Zuletzt wurde bereits ein Trailer zu „Faces Of Death“ veröffentlicht, den ihr euch im nachfolgenden Artikel ansehen könnt.
Nach fast 50 (!) Jahren bekommt einer der verstörendsten Horror-Schocker überhaupt ein Remake: Erster langer Trailer zu "Faces Of Death"