Endlich gibt's die blutige Antwort auf "Jurassic World" auch in Deutschland! Wie gut ist der Mix aus Kriegsfilm und Dino-Abenteuer?
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Ob Sammlereditionen aus aller Welt, aktuelle Schnäppchen oder Uncut-Horror – er weiß ganz genau, wie man an die großen Must-Haves kommt.

Während Steven Spielbergs „Die Dinosaurier“ aktuell das Netflix-Publikum begeistert, feiert mit „Primitive War“ nun endlich auch die brutale Antwort auf dessen legendäres Dino-Franchise Deutschlandpremiere. Aber lohnt sich der Film auch?

Steven Spielberg ist ein Meister, wenn es darum geht, die Grenzen der vorgegebenen Altersfreigaben auszuloten – wie er unter anderem auch mit „Jurassic Park“ unter Beweis stellte. Um das Ganze am Ende auch massentauglich zu halten, zeigt er darin nur explizit, was auch wirklich sein muss. Der Rest wird lediglich angedeutet, ergibt sich durch den Spannungsbogen – und durch die Fantasie des Publikums.

Ob die „Jurassic World“-Filme mit der Original-Trilogie mithalten können, sei erst einmal dahingestellt. In Anbetracht ihrer furchteinflößenden Erscheinung sind die Saurier hier dem einen oder anderen Gorehound aber sicherlich zu handzahm. Die Urzeit-Giganten würden uns Menschen schließlich gnadenlos zermalmen – oder etwa nicht? Nun, mit „Primitive War“ schickt sich nun ein neuer Dino-Film an, der Blockbuster-Konkurrenz zu zeigen, 'ne Harke ist.

Der Mix aus Vietnamkriegs-Actioner und Dino-Terror kam in seiner australischen Heimat bereits im vergangenen August in die Kinos. Auch in den USA, Großbritannien und anderen Teilen der Welt gab es „Primitive War“ bereits im Vorjahr zu sehen. Wir mussten uns am Ende etwas länger gedulden, doch jetzt ist es endlich so weit: Der Film feiert am heutigen 20. März seine Deutschlandpremiere im Streaming!

Ihr könnt den Ab-16-Reißer ab sofort kostenpflichtig auf den gängigen Video-on-Demand-Plattformen wie Amazon Prime Video streamen – wahlweise in SD-, HD- oder Ultra-HD-Qualität. DVD, Blu-ray und 4K-Blu-ray* folgen am 10. April. Wobei sich zunächst aber ohnehin die Frage stellt: Hat sich das Warten auf „Primitive War“ am Ende überhaupt gelohnt?

"Primitive War": …..

Eines gleich vorweg: „Primitive War“ demonstriert auf beeindruckende Art und Weise, was heutzutage bereits mit geringen Mitteln möglich ist – und sieht in Anbetracht seiner fast schon lächerlich niedrigen Produktionskosten von sieben Millionen Dollar wirklich fantastisch aus.

Angefangen bei den bildgewaltigen Panoramen bis hin zu den prähistorischen Antagonisten, die vor allem in Close-ups überzeugen, wenn ihnen der Sabber aus dem Maul läuft, ihre Atmung den Brustkorb pulsieren lässt und ihre led: Regisseur Luke Sparke („Project Rainfall“) und sein Team haben visuell hier durchaus Beachtliches zusammengeschustert. Selbst wenn digitale Hintergründe immer wieder klar als solche wahrzunehmen sind, ist das alles meilenweit entfernt von den günstig produzierten Trash-Gurken aus dem Hause Asylum (u.a. bekannt für „Sharknado“). Das Sounddesign tut sein Übriges, um ein in Anbetracht der Produktionsumstände durchaus brachiales Spektakel zu bescheren.

Primitive War
Primitive War
Von Luke Sparke
Mit Jeremy Piven, Ryan Kwanten, Tricia Helfer
Starttermin 20. März 2026

Während auch die Laufzeit jenseits der 130-Minuten-Marke durchaus epische Unterhaltung verspricht, ist das Ganze vor allem inhaltlich jedoch ziemlich dünn geraten. Die Story um eine Aufklärungseinheit, die zur Zeit des Vietnamkrieges auf die Suche nach einem verschwundenen Green-Beret-Platoon geht und in einem Dschungeltal schließlich auf eine Bedrohung ungeheuren Ausmaßes stößt, ist nicht der Rede wert – und ist nie mehr als bloßes Mittel zum Zweck. Und das wäre zunächst auch gar nicht weiter schlimm. Doch am Ende verheben sich die Macher bei ihrem Vorhaben, nicht nur ein Epos zu suggerieren, sondern dieses auch tatsächlich abzuliefern.

Wahrscheinlich hätte es dem Film gut getan, im Schnitt noch einmal ordentlich Federn zu lassen. „Primitive War“ wirkt wie ein klassischer 90-Minüter – und würde als solcher wohl wesentlich besser funktionieren. Einerseits wäre so für die Längen kein Platz gewesen, die sich nun in den Film eingeschlichen haben. Andererseits hätte man zugleich weniger Zeit, sich über die leider ziemlich schablonenhaften Figuren den Kopf zu zermartern. So aber fällt der Fokus immer wieder auf die ach so flotten Sprüche, die den vermeintlich coolen Protagonisten (u.a. gespielt von „True Blood“-Star Ryan Kwanten und „Entourage“-Mime Jeremy Piven) krampfhaft in den Mund gelegt werden. Diese wirken allerdings immer wieder deplatziert, gezwungen und nie authentisch – sodass es einem schwer fällt, mit den Figuren mitzufiebern.

Auf dem Papier ist „Primitive War“ der geistige Nachfolger von „Kong: Skull Island“, das Endergebnis wird jenen Erwartungen letztlich aber nur bedingt gerecht. Und das liegt nicht einmal vorrangig an dem vergleichsweise mickrigen Budget, denn der Film ist den Umständen entsprechend absolut stark und stimmungsvoll inszeniert. Doch selbst Fantasieszenarien reißen einen am Ende nur dann in ihren Bann, wenn sie in ihrer eigenen Welt auch halbwegs schlüssig bleiben – und da versagt das Drehbuch leider ein paar Mal zu oft. Bleibt zu hoffen, dass das beim bereits bestätigten „Primitive War 2“ besser wird:

Noch mehr "Jurassic Park" für Erwachsene: Sci-Fi-Horror mit knallharter Dino-Action wird fortgesetzt!

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