"Brutal": Die frischgebackene Oscar-Preisträgerin Jessie Buckley hat keine guten Erinnerungen an ihren Karriere-Beginn
Chantal Neumann
Chantal Neumann
-Redakteurin
Chantal liebt das große Kino genauso wie das Binge-Watching auf dem heimischen Sofa – Hauptsache der Film oder die Serie ist gut.

Lange bevor Jessie Buckley mit Filmen wie „Frau im Dunkeln“ zu einer der aktuell spannendsten Schauspielerinnen avancierte, begann sie ihre Karriere in einer Reality-TV-Show. Heute blickt der Star allerdings kritisch auf die Zeit zurück.

Focus Features

Nach ihrem Erfolg in der gefeierten Miniserie „Chernobyl“ baute Jessie Buckley ihren Ruf weiter aus. In dem Musikdrama „Wild Rose“ überzeugte sie als ehrgeizige Country-Sängerin und stellte dabei auch ihr eigenes musikalisches Talent unter Beweis. Der endgültige Ritterschlag der Branche folgte 2022: Für ihre Rolle in „Frau im Dunkeln“ erhielt sie eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin.

Heute gilt Buckley als eine der vielseitigsten Schauspielerinnen ihrer Generation, die mühelos zwischen Independent-Filmen wie „Men“ und größeren Produktionen wie „Die Aussprache“ wechselt. Aktuell kann man die 36-Jährige sogar gleich doppelt im Kino sehen: In „The Bride!“ verkörpert sie an der Seite von Christian Bale die Gefährtin von Frankensteins Monster. Gleichzeitig ist Buckley in „Hamnet“ als Ehefrau von William Shakespeare zu sehen. Für die Rolle wurde sie in diesen Jahr auch für den Oscar als Beste Hauptdarstellerin nominiert – und konnte den Goldjungen nun auch mit nach Hause nehmen.

Doch bis dahin war es für die Schauspielerin ein langer Weg – einer, der tatsächlich in einer Reality-Casting-Show begann.

"Es gab vieles, was wirklich verkorkst war."

Im Jahr 2008 arbeitete Komponist Andrew Lloyd Webber („Phantom der Oper“, „Cats“) daran, das von Lionel Bart geschriebene Musical „Oliver!“ für das Londoner West End neu zu produzieren. Die Suche nach den Hauptdarsteller*innen erfolgte über die BBC-Show „I'd Do Anything“, an deren Auswahlprozess Lloyd Webber maßgeblich beteiligt war.

Das Musical basiert auf dem Roman „Oliver Twist“ von Charles Dickens und erzählt die Geschichte eines Waisenjungen im London des 19. Jahrhunderts. Der Junge flieht aus einem Arbeitshaus, gerät in die Fänge einer Bande von Taschendieben und versucht trotz gefährlicher Umstände, sich ein besseres Leben aufzubauen. Für die weibliche Hauptrolle der Nancy suchte man damals bewusst eine noch unbekannte Darstellerin – und auch Jessie Buckley wurde als mögliche Kandidatin in Betracht gezogen.

Heute blickt sie jedoch kritisch auf ihre Zeit in der Show zurück. „Ich war deprimiert und mir ging es einfach nicht gut“, erklärte sie in einem Interview mit der British Vogue. „Es gab vieles, was wirklich verkorkst war.“ Buckley berichtete, dass sie viele Momente der Sendung als Body-Shaming empfand und auch eine Art „Weiblichkeitsschule“, zu der sie damals geschickt wurde, als belastend wahrnahm. In Clips aus der Show ist etwa zu sehen, wie ein Choreograf ihr beibringen will, sich „ladylike“ zu bewegen.

„Ich war gerade dabei, in meinen Körper hineinzuwachsen. Ich war 17. Ich befand mich in einer Phase der Selbstfindung. Für Frauen ist das eine so unfaire Objektivierung. Damals versuchte ich einfach, meinen eigenen Platz zu finden“, erinnerte sie sich später. Gegenüber der Vogue äußerte sie außerdem den Wunsch: „Ich hoffe wirklich, dass eine 15- oder 17-Jährige – egal wie alt sie ist – nie so brutal behandelt werden muss, wie es in dieser Sendung passiert ist.“

Die Rolle bekam Buckley damals zwar nicht – sie belegte am Ende den zweiten Platz. Doch der Rückschlag hielt sie nicht davon ab, ihren eigenen Weg zu gehen. Im Gegenteil: Aus der Reality-Show-Teilnehmerin wurde eine der spannendsten Schauspielerinnen ihrer Generation.

Übrigens: Welche Stars neben ihr in diesem Jahr noch die begehrten Goldjungen mit nach Hause nehmen konnten, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel.

Alle Gewinner der Oscars 2026: Das ist der beste Film des Jahres

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