"Ich mache keinen Witz. Bleibt alle ruhig!": Diese Oscar-Sensation hatte niemand auf dem Tippzettel – dabei ist das bereits 6 (!) Mal passiert
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Moderator Conan O‛Brien scherzte direkt, dass diese Oscar-Entscheidung alle Tipprunden ruiniert hat. Was bei der Verleihung 2026 passiert ist, ist zwar außergewöhnlich – aber nicht das erste Mal passiert.

Academy of Motion Picture Arts and Sciences

Der bei der Verleihung 2026 den Oscar für den besten Kurzfilm verleihende Kumail Nanjiani schien vorbereitet. Es gebe einen Gleichstand, daher werde er gleich nacheinander zwei Gewinner auf die Bühne bitten, erklärte der Marvel-Star – und unterstrich den Ernst seiner Worte noch einmal: „Ich mache keinen Witz!“, beteuerte er. „Bleibt alle ruhig!“

Und so kam es dann auch. Mit dem schrägen und queeren Schwarz-Weiß-Kunstfilm „Two People Exchanging Saliva“ und dem Netflix-Kleinod „The Singers“ wurden gleich zwei nicht nur nach Meinung des Autors dieser Zeilen außergewöhnliche Werke ausgezeichnet.

Das hatte niemand auf seinem Oscar-Tippzettel. Doch nach den Diskussionen darüber, wie man das wertet (ob niemand einen Punkt bekommt oder es reicht, einen der beiden Titel genannt zu haben), dürfte die nächste Frage sein: Gab es das schon mal? Ja – sogar ein paar Mal...

Gleichstand bei den Oscars: Diese sechs Fälle gab es vor 2026!

Ein Gleichstand ist eigentlich extrem selten, da es bei rund 10.000 Menschen, die über die Oscars in den Kategorien abstimmen, sehr unwahrscheinlich ist, dass es eine exakt gleiche Stimmenanzahl gibt. Doch trotzdem ist es sechs Mal passiert.

Das erste Mal war es nur ein „Fast-Gleichstand“ – bei der Auszeichnung des besten Hauptdarstellers 1932. Damals gab es eine andere Regel: Wenn ein Kandidat nur ein bis drei Stimmen hinter dem Erstplatzierten lag, galt das als Gleichstand. Obwohl Fredric March („Dr. Jekyll And Mr. Hyde“) eine Stimme mehr als Wallace Beery („The Champ“) hatte, gab es für beide ein Award. Anschließend wurde deswegen übrigens die Regel geändert, sodass es wirklich ein exakter Gleichstand sein musste.

Der wohl berühmteste Fall ereignete sich 1969 in der Kategorie beste Hauptdarstellerin. Barbra Streisand („Funny Girl“) und Katharine Hepburn („Der Löwe im Winter“) erhielten beide exakt 3.030 Stimmen. Streisand gehörte trotzdem allein der Moment auf der Bühne, weil Hepburn nicht zur Verleihung erschien. Auch bei der Verleihung 2026 hatte sie übrigens einen Auftritt. Im Rahmen des In-Memoriam-Segments, in dem traditionell den Verstorbenen des letzten Jahres gedacht wird, hielt sie eine Rede auf ihren Kollegen und Co-Star Robert Redford.

Man muss aber gar nicht so weit zurückgehen. 2013 gab es vor diesem Jahr zuletzt einen Gleichstand in der Kategorie bester Tonschnitt.Skyfall“ und „Zero Dark Thirty“ wurden damals gemeinsam ausgezeichnet, was für reichlich Verwirrung sorgte. Denn weil Mark Wahlberg den Award zusammen mit dem animierten Bären Ted verlieh, dachten viele zunächst an einen Scherz des Bären, als gleich zwei Filme genannt wurden.

1950 teilten sich derweil „A Chance To Live“ und „So Much For So Little“ den Dokumentar-Kurzfilm, 1995 „Franz Kafka's It's a Wonderful Life“ und „Trevor“ den besten Kurzfilm. Mit dem Preis im Jahr 2026 ist das also die Kategorie in der es zum zweiten Mal einen Gleichstand gibt. Den letzten Gleichstand, den wir hier noch nicht genannt haben, gab es 1987 beim besten Dokumentarfilm für „Artie Shaw: Time Is All You've Got“ und „Down and Out In America“.

Alle Gewinner bei der Verleihung 2026 gibt es im folgenden Artikel:

Alle Gewinner der Oscars 2026: Das ist der beste Film des Jahres

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