Dieser oft vergessene Abenteuerfilm basiert auf wahren Ereignissen: Jetzt erscheint er erstmals auf Blu-ray
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Inszeniert von einer New-Hollywood-Schlüsselfigur, besetzt mit einem „Game Of Thrones“-Star und reich an opulenten Bildern des Mannes, der den Look des „James Bond“-Hits „Skyfall“ verantwortete: „Land der schwarzen Sonne“ gibts jetzt neu im Heimkino!

Als Produzent solcher Klassiker wie „Easy Rider“ und Regisseur des Autorenfilm-Meilensteins „Five Easy Pieces“ gehörte Bob Rafelson zu den Schlüsselfiguren der New-Hollywood-Bewegung. Nachdem diese Welle der Innovation abgeklungen war, hatte er jedoch Probleme, in der erneut gewandelten Traumfabrik wieder stabil Fuß zu fassen.

So begann er kurz nach Fertigstellung seines viel diskutierten Thrillerdramas „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ damit, einen auf wahren Ereignissen basierenden, ambitionierten Abenteuerfilm zu entwickeln. Zu diesem Zweck unternahm er beispielsweise eine 112 Tage andauernde Recherche-Wanderung und brütete jahrelang mit Schriftsteller und „Rollerball“-Drehbuchautor William Harrison über dem Skript. Erst 1990, acht Jahre nach Beginn seiner Vorbereitungen, konnte Rafelson das Projekt namens „Land der schwarzen Sonne“ vollenden und ins Kino bringen – wo es allerdings wenig beachtet wurde.

Wohl auch deshalb ist das biografische Abenteuerepos weitestgehend in Vergessenheit geraten. Vielleicht findet es nun aber ein paar neue Fans, denn diese Woche ist „Land der schwarzen Sonne“ erstmals auf Blu-ray erschienen!

Das limitierte Mediabook umfasst neben der Blu-ray auch ein Booklet mit Essay von Steffen Wulf sowie ein Vorwort von Dominik Graf. Auf der Disc gibt es als Extras ein Making-of sowie mehrere Interviews.

Darum geht es in "Land der schwarzen Sonne"

Mitte des 19. Jahrhunderts: Der Ethnologe und Abenteurer Richard Francis Burton (Patrick Bergin) und der Offizier John Hanning Speke (Iain Glen) wollen die Quellen des Nils aufsuchen. Doch dieses Vorhaben erweist sich als äußerst diffizil. Bei der ersten Expedition nach Ostafrika stirbt ein Teil ihres Erkundungstrupps – doch zugleich wird in Richard und John unaufhaltsamer Ehrgeiz geweckt.

Zudem entsteht zwischen ihnen eine innige Freundschaft, die sie durch einen weiteren Anlauf vertiefen wollen. Bei ihrer zweiten Reise geraten sie allerdings in Gefangenschaft. Alsbald wird aus Freundschaft bloß eine von Eifersucht und Intrigen befeuerte, bittere Rivalität...

Ohne Gibson und Bowie, aber mit Deakins

Bereits 1968 kündigte „Ronin“-Regisseur John Frankenheimer an, die Freundschaft, Rivalität und Abenteuerlust Burtons und Spekes auf Zelluloid zu bannen. Letztlich verwarf der unter anderem für seine aufreibenden Verfolgungsszenen bekannte Filmemacher diese Idee aber – und Rafelson griff sie 1982 im Fahrwasser der Veröffentlichung des Historienromans „Burton And Speke“ wieder auf.

Der vom späteren „Land der schwarzen Sonne“-Ko-Autor Harrison verfasste Roman diente konsequenterweise als eine der Vorlagen für den 1990 veröffentlichten Film. Als weitere Inspirationsquelle hielten die Tagebücher von Speke und Burton her, die Harrison und Rafelson während ihrer Recherche studierten. So ambitioniert die Vorarbeiten für „Land der schwarzen Sonne“ aber auch ausgefallen sind – Rafelson scheiterte beim Versuch, einen namhafteren Cast zusammenzustellen: Ursprünglich schwebten ihm Mel Gibson und David Bowie in den Hauptrollen vor, wie das Branchenmagazin Variety einst verriet (via AFI).

Derartige Prominenz bringen Bergin und Glen nicht mit, selbst wenn sie seit „Land der schwarzen Sonne“ durch „Der Feind in meinem Bett“ respektive „Game Of Thrones“ zweifelsohne an Starpower zugelegt haben. Neben ihnen sind in kleineren Parts außerdem Richard E. Grant („Gosford Park“), „Harry Potter“-Veteranin Fiona Shaw und Delroy Lindo („Blood & Sinners“) zu sehen – sowie, als Verweis auf das Meisterwerk schlechthin im Genre der biografischen Abenteuerepen, „Lawrence von Arabien“-Star Omar Sharif.

Der wahre Star dieses opulenten Abenteuerdramas sind allerdings sowieso die prachtvollen Bilder, für die Oscar-Gewinner Roger Deakins („Skyfall“) verantwortlich ist! Und auch bei unserem folgenden Streaming-Tipp stand Deakins hinter der Kamera:

Streaming-Tipp: Einer der besten Kriegsfilme aller Zeiten – überragend inszeniert & mit zwei "Game Of Thrones"-Stars!

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