Man nehme: Die im Trickserien-Dauerrenner „Die Simpsons“ liebevoll auf die Schippe genommene B-Movie-Legende Doug McClure, Model/Schauspielerin Ann Turkel und den aus dem wilden Actionklassiker „Kesse Mary – Irrer Larry“ bekannten Vic Morrow. Dazu kommt der berühmt-berüchtigte Produzenten Roger Corman. Fertig ist ein Sci-Fi-Horror, den manche als forsch-absurdes Genrekleinod feiern, andere als ausbeuterischen Schund verachten:
„Das Grauen aus der Tiefe“ hat einen Soundtrack von „Titanic“-Komponist James Horner, eine stressige Produktionsgeschichte und bereits mehrere limitierte, teils längst vergriffene Editionen im deutschen Heimkino. Nun lockt der Exploitationstreifen erneut alle Neugierigen, die sich bei Grabbelkistencharme besonders wohl fühlen: Am 12. März 2026 erhält „Das Grauen aus der Tiefe“ eine Blu-ray-Neuauflage:
Darum geht es in "Das Grauen aus der Tiefe"
Noyo ist ein einst beschauliches Fischerdorf Noyo an der US-Westküste, das nun von Unmut geplagt ist: Die Bevölkerung streitet sich über eine neue Fischfabrik und die Frage, ob sie ein düsteres Morgen oder frohe Zukunftschancen bedeutet. Eine Forschungsgruppe glaubt, mit einem experimentellen Wachstumsmittel die Frage aushebeln und einen steten, reichen Strom an Lachs ermöglichen zu können.
Doch dann fallen grausige Unterwassermonster über den Ort her, fressen Haustiere, töten Männer und vergewaltigen Frauen. Der kämpferische Fischer Jim Hill (Doug McClure) und die smarte Biologin Dr. Susan Drake (Ann Turkel) beschließen also, Jagd auf die Kreaturen zu machen...
Vom "Piranhas"-Trittbrettfahrer zum filmischen Streitobjekt
Der einst ab 18 Jahren freigegebene, mittlerweile uncut auf eine FSK 16 herabgestufte Monsterfilm ist ein kleiner, mit Sci-Fi-Grusel-Twist versehener „Piranhas“-Trittbrettfahrer. Ursprünglich wollte Corman, der auch den Kultfilm über die hungrigen Fischlein produzierte, sogar dessen Regisseur Joe Dante („Gremlins“) erneut engagieren. Dieser lehnte allerdings ab, weil er sich nicht wiederholen wollte.
So gelangte „Das Grauen aus der Tiefe“ in die Hände der Regisseurin Barbara Peeters, die zuvor den Bikerfilm „Bury Me an Angel“ und die frivole Komödie „Starhops“ inszenierte. Als Produktionsassistentin war unterdessen Gale Anne Hurd („Terminator“) mit von der Partie, die Gestaltung der Monsterkostüme übernahm „Das Ding aus einer anderen Welt“-Effektgenie Rob Bottin. Trotz der Beteiligung solcher nunmehr gefeierter Talente wie Hurd, Horner und Bottin zeigte sich Corman beim Anblick des von Peeters gefilmten Materials unzufrieden: Er verlangte, den Film durch mehr Monsterattacken, sexualisierte Gewalt und Nacktheit aufzupeppen.
Peeters weigerte sich, diese Szenen selbst zu drehen, einigte sich mit Corman aber darauf, dass jemand anderes das Material filmt, solange sie die Möglichkeit erhält, es abzusegnen oder abzulehnen. Daraufhin drehte James Sbardellati („Der Todesjäger“) recht kompromisslose Nackt- und Vergewaltigungsszenen, die ohne Peeters' Segen oder Absprache mit der restlichen Crew in den fertigen Film geschnitten wurden. Davon fühlte sich neben Peeters auch Hauptdarstellerin Turkel hintergangen, weshalb sie in TV-Auftritten Cormans Entscheidungen kritisierte und (erfolglos) versuchte, durch eine Beschwerde bei der Schauspielgesellschaft SAG den Kinostart des Films zu verhindern. Peeters wiederum bezeichnete den Film in seiner fertigen Form mit einigem zeitlichen Abstand als ganz spaßig.
Wenn ihr euch angesichts dessen nach einem zahmeren Heimkino-Tipp sehnt: Kontroversen wie die obig genannten bringt unsere folgende Empfehlung definitiv nicht mit sich!
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