Neu bei Amazon Prime Video: Dieser Psycho-Horror mit Starbesetzung tut beim bloßen Zuschauen schon weh
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Ein „X-Men“- und ein „Blade Runner 2049“-Star in einer finsteren Story, die mit alltäglichen Unannehmlichkeiten beginnt, ehe sie sich in schmerzhaften Psycho-Horror hineinsteigert: „Speak No Evil“ gibt's ab sofort im Abo von Amazon Prime Video.

Vor 17 Jahren verantwortete der britische Regisseur James Watkins mit „Eden Lake“ einen der trostlosesten, finstersten Horrorfilme der 2000er. Vergangenes Jahr kehrte er in die Welt der moralischen Abgründe zurück – nun inspiriert von einem dänischen Psycho-Horror, der auf diversen Filmfestivals für Angstschweiß, beklommene Fremdscham und Fassungslosigkeit sorgte.

Denn Watkins' „Speak No Evil“ ist ein Remake des gleichnamigen Horror-Geheimtipps von 2022, und mausert sich Schritt für Schritt von einer originalgetreuen Neuauflage zu einer eigenen Bestie. Neugierig? Jetzt gibt es Watkins' „Speak No Evil“-Version bei Amazon Prime Video im Abo:

Selbstredend ist das Remake auch auf DVD und Blu-ray* erhältlich. Als Bonusmaterial bietet die Blu-ray des Films mit „X-Men“-Star James McAvoy, „Blade Runner 2049“-Mimin Mackenzie Davis, „Narcos: Mexico“-Darsteller Scoot McNairy und „Die letzte Fahrt der Demeter“-Darstellerin Aisling Franciosi einen Audiokommentar sowie drei Featurettes.

Wenn ihr an einem direkten Vergleich zwischen Original und Remake interessiert seid: Das dänische Original gibt's auf DVD und Blu-ray* sowie als VOD bei Prime Video – und es ist noch eine Spur düsterer als die Neuverfilmung:

"Speak No Evil": Wenn du dir das "Nein" verkneifst, wirst du es bereuen

Ben (Scoot McNairy) und Louise (Mackenzie Davis) stammen aus den USA, leben aber seit einiger Zeit in London. Um endlich Sonne zu tanken, machen sie gemeinsam mit ihrer zwölfjährigen Tochter Agnes (Alix West Lefler) Urlaub in der malerischen Toskana. Dort lernen sie ein anderes Pärchen kennen: Paddy (James McAvoy) und Ciara (Aisling Franciosi), die Eltern eines schüchternen Jungen mit Sprachfehler (Dan Hough).

Die beiden Paare kommen während ihres Toskana-Aufenthalts gut miteinander klar, selbst wenn sich Ben und Louise wiederholt über den Erziehungsstil und die Abenteuerlust ihrer Zufallsbekanntschaften wundern. Noch verwunderlicher ist aber die später ins Haus flatternde Einladung, Paddy und Ciara zu besuchen – so eng war man ja dann doch nicht miteinander..?

Speak No Evil
Speak No Evil
Starttermin 19. September 2024 | 1 Std. 50 Min.
Von James Watkins
Mit James McAvoy, Mackenzie Davis, Aisling Franciosi
User-Wertung
3,4
Filmstarts
3,0

Aus dieser Ausgangslage spinnt Watkins, getreu seiner Vorlage, eine sich immer dramatischere und beunruhigendere Abfolge an argen Situationen: Aus Angst, das nette Paar sonst zu verärgern, sagen Ben und Louise zu. In diesem halbherzig angegangenen Urlaub folgt Missverständnis auf Missverständnis, Mini-Aggression auf Mini-Aggression und als Witz weggelachte Provokation auf als Witz weggelachte Provokation.

Sind Paddy und Ciara einfach etwas forsch? Sind sie eigentlich super zuvorkommend, und unsere Protagonist*innen zu verklemmt? Oder lärmen aus gutem Grund gewaltige Alarmglocken, die Ben und Louise dringend beachten sollten, statt weiter aus duckmäuserischer Höflichkeit dieses perfide Spiel mitzuspielen?

Grauen auf verschiedenen Ebenen

„Tut beim Zuschauen oft mehr weh als es ein herkömmlicher Slasher-Kill je könnte“, urteilte FILMSTARTS-Chefredakteur Christoph Petersen in seiner Rezension des prominent besetzten Remakes. Und das Gemeine: Der Film watet durch verschiedene Formen der Unbequemlichkeit, so dass er sein Publikum schon noch bekommt – ganz gleich, wo es empfindlich ist.

Während manche bei den konfliktscheuen Hauptfiguren vor Fremdscham leiden, werden andere Filmfans bei den schwach kaschierten Mini-Provokationen des gastgebenden Pärchens innerlich an die Decke gehen. Der Schlussakt ist wiederum eine zweischneidige Sache:

Einerseits ist es begrüßenswert, wenn Remakes eigene Pfade beschreiten, statt schlicht ihre Vorlage komplett nachzuahmen. Andererseits finden sich in der FILMSTARTS-Redaktion einige enttäuschte Stimmen, für die Watkins am Ende das zuvor aufgebaute Potential des Stoffs verrät. Kino, das von Anfang bis Ende mitreißt, erhaltet ihr wiederum mit dem folgenden Streaming-Tipp:

Dies ist eine überarbeitete Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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