Hättet ihr mir vor 10 Jahren gesagt, dass ich mal beruflich über meinen Biomüll schreibe, dann hätte ich euch vermutlich ziemlich verdutzt angeguckt. Tja, jetzt sitze ich hier und schreibe hochmotiviert und total begeistert über ... Abfall. Das Leben ist schon lustig manchmal.
Aber zurück zum Thema: Meine Frau und ich haben seit etwa einem Jahr ein neues Küchengerät daheim, das ich zuvor noch gar nicht gekannt hatte. Es verwertet unseren Biomüll und macht ihn innerhalb von wenigen Stunden zu Dünger. Alle Infos und meine Erfahrungen dazu lest ihr hier. Alternativ geht's hier direkt zum Gerät bei Amazon:
Nie wieder braune Tonne voll: Wir verwenden unseren Bioabfall jetzt ein zweites Mal - völlig stressfrei
Sag mir, dass du über 30 bist, ohne mir zu sagen, dass du über 30 bist: Ich freue mich mittlerweile über Haushaltsgeräte, Gadgets für die Küche, Pflanzen oder meinen Garten viel mehr als auf ein Avengers Doomsday, Dune 3 oder The Odyssee von Christopher Nolan.
In unserem Haushalt leben wir aktuell (noch) zu Dritt plus so manch pelziger Vierbeiner. Da sowohl meine Frau als auch ich sehr gerne kochen und dabei möglichst auf frisches Gemüse oder Obst setzen, fällt natürlich schon recht viel Biomüll bei uns an. Früher haben wir den immer in einen separaten Eimer getan, aber vor allem im Sommer müffelt das ganz schnell und eh' man sich versieht, sind die Fruchtfliegen da. Nervig! Die kommen da selbst bei geschlossenem Deckel rein.
Nie wieder Fruchtfliegen: Wir verwerten Bananenschalen, Kaffeesatz und Essensreste jetzt direkt
Söko
Seit einem halben Jahr landet der biologisch verwertbare Abfall bei uns in unserem elektrischen Komposter. Wir haben das Modell von SÖKO, mittlerweile gibt es jedoch viel mehr Alternativen, auch welche, die günstiger sind. Im Grunde funktionieren sie alle gleich:
Der Bioabfall wird stark getrocknet, zerkleinert und gemischt. Am Ende bleibt nur ein feines Granulat übrig, das ihr als Pflanzendünger verwenden könnt. Und das geht erstaunlich schnell, der Prozess dauert nur ein paar Stunden.
Kaffeesatz als Pflanzendünger verwenden: Bevor ihr das macht, ein kleiner Tipp von mir
Das Granulat verwenden wir als biologischen Pflanzendünger. Je nachdem, was vorher im Bioabfall gelandet ist, sind auch unterschiedliche Nährstoffe für eure Pflanzen drin. Hier aber ein wichtiges Learning von mir:
Natürlich kann man dieses Granulat direkt auf die Pflanzen geben. Sobald man die aber gießt, wird es nass und dann kann sich Schimmel bilden, wenn ihr zu viel davon in den Topf gebt. Die beste Lösung ist: Mischt das Granulat in eure Erde ein. Noch einfacher geht es, wenn ihr einen Garten habt: Mischt das einfach ein bisschen in die Beete und ihr habt herausragenden Bio-Pflanzendünger selbst gemacht!
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Zum Thema Kaffeesatz als Pflanzendünger: Ihr solltet ihn unbedingt vorher trocknen, da feuchter Kaffeesatz extrem schnell schimmelt. Daher mischen wir ihn nun direkt mit in den elektrischen Komposter. Dadurch hat sich das Problem erledigt.
Einfache Bedienung - und was darf überhaupt alles in den elektrischen Komposter?
Ich würde sagen, dass 95% unserer Bioabfälle im Komposter landen, vermutlich sogar noch mehr. Die Ausnahmen sind relativ klein, man sollte sie allerdings schon kennen. Aber keine Sorge: Eigentlich ist das alles sehr selbsterklärend und logisch.
Was meistens hinein darf
- Obst- und Gemüsereste
- Kaffeesatz, Kaffeefilter, Teebeutel
- Eierschalen
- Brot, Reis, Nudeln, Getreide
- Bohnen, Hülsenfrüchte
- Pflanzenreste / kleine Gartenabfälle
- Kleinere Fleischreste oder Milchprodukte
Was meistens nicht hinein darf
- Flüssigkeiten
- Speiseöl, Frittierfett, große Mengen Fett
- zu viele harte Nussschalen
- große Kerne / Fruchtsteine
- Nicht-Lebensmittel wie Plastik, Metall, Glas
- Schwierig: sehr große Knochen oder stark überladene, komplett einseitige Füllungen.
Dünger selber machen: So funktioniert's und das sind die Vorteile
Aus kompostiertem Biomaterial entsteht ein Stoff, der Pflanzen und Erde in mehrfacher Hinsicht guttut. Entscheidend ist dabei: Das Ergebnis eines elektrischen Komposters ist eben nicht bloß „verarbeiteter Müll“, sondern ein deutlich aufgewertetes organisches Material mit echtem Nutzen für eure Pflanzen.
- Makronährstoffe: Kompost liefert die drei wichtigsten Hauptnährstoffe für Pflanzen: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Stickstoff ist vor allem für kräftiges Blattwachstum zuständig. Phosphor unterstützt die Ausbildung von Wurzeln und spielt außerdem bei Blüten und Früchten eine wichtige Rolle. Kalium wiederum stärkt das Pflanzengewebe, reguliert den Wasserhaushalt und hilft dabei, Stress besser zu verkraften.
- Mikronährstoffe und Spurenelemente: Hochwertiger Kompost enthält zusätzlich kleinere Mengen an Stoffen wie Calcium, Magnesium, Eisen oder Zink. Dadurch werden nicht nur die Grundbedürfnisse der Pflanze gedeckt, sondern auch viele weitere Voraussetzungen für gesundes Wachstum geschaffen.
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- Bessere Bodenstruktur und höhere Wasserspeicherung: Kompost verbessert den Boden ganz grundsätzlich. Schwere, dichte Erde wird lockerer, besser belüftet und kann Wasser zugleich besser halten. Das ist besonders hilfreich bei verdichteten oder lehmigen Böden, aber auch bei Zimmerpflanzenerde ein echter Vorteil.
- Höhere Nährstoffspeicherung im Boden: Durch die zusätzliche organische Substanz kann der Boden Nährstoffe besser festhalten und sie nach und nach an die Pflanzen abgeben. So gehen wichtige Stoffe nicht so schnell verloren und stehen länger zur Verfügung.
- Stabilerer pH-Wert und mehr Nachhaltigkeit: Guter Kompost kann außerdem dazu beitragen, den pH-Wert des Bodens in einem günstigen Bereich zu halten. Das erleichtert den Pflanzen die Aufnahme von Nährstoffen und macht die gesamte Pflege nachhaltiger.
Mein Fazit nach einem halben Jahr mit dem elektrischen Komposter
Ich war anfangs schon relativ skeptisch, weil ich generell kein Fan von zu vielen herumstehenden Küchengeräten bin. Meiner Frau ging's da sehr ähnlich. Aus der Skepsis wurde allerdings schon innerhalb der ersten Woche Begeisterung. Dass wir jetzt keinen Biomüll mehr rausbringen müssen, ist dabei noch der kleinste Vorteil.
Vor allem jetzt im Frühling das Granulat in die Blumenerde als selbstgemachten Dünger auszubringen, fühlt sich einfach richtig gut an. Gesünder kann man den eigenen Garten wohl nicht düngen.
Mein größtes Learning dabei ist aber, dass man das Granulat gut untermischen sollte, um die Wirkung zu erreichen, die man will. Aber unterm Strich finde ich: So ein Teil kann wirklich in jeder Küche stehen. Wenn ihr Pflanzen habt, werdet ihr den Komposter lieben.
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