Es war 35 (!) Jahre lang verschwunden: Dieses bildgewaltige Rache-Abenteuer ist für Quentin Tarantino einer der besten Filme aller Zeiten
Jaroslav Sebov
Jaroslav Sebov
-Freier Autor
Erholt sich immer noch von der 8. Staffel "Game Of Thrones" und vertreibt sich die Zeit mit allerhand Fandoms wie "Star Wars", "The Witcher" und "Der Herr der Ringe". Findet, kein anderer Film verdient einen zweiten Teil mehr als "Master And Commander".

Quentin Tarantino nennt sie die „beste neuseeländische Produktion aller Zeiten“ – doch fast niemand kennt diesen Film. Jetzt ist das Meisterwerk Utu endlich wieder sichtbar.

Wenn Quentin Tarantino in Interviews über seine liebsten Filme spricht, horchen Cineasten weltweit auf. Der Kultregisseur hat ein Händchen dafür, vergessene Perlen ans Licht zu bringen – wie etwa das neuseeländische Werk „Die letzte Schlacht der Maoris“, das er bei einem Besuch in Neuseeland voller Überzeugung lobte: „‚Die letzte schlacht der Maoris‘ ist, ohne Zweifel, der beste neuseeländische Film aller Zeiten. ‚Die letzte Schlacht der Maoris‘ ist ein unglaublicher Film.“

Das ist "Die letzte Schlacht der Maoris"

Regisseur Geoff Murphy inszenierte 1983 mit „Die letzte Schlacht der Maoris“ (im Original: „Utu“) einen historischen Rachefeldzug vor der Kulisse des kolonialen Neuseelands. Im Mittelpunkt steht der Māori-Krieger Te Wheke, der sich nach einem britischen Massaker an seinem Volk an den Kolonialherren rächt. Das Wort Utu steht im Māori für „Gegenseitigkeit“ oder „ausgleichende Gerechtigkeit“ – ein zutiefst kulturell geprägter Begriff, der dem Film seine emotionale und philosophische Tiefe verleiht.

Murphys Film galt damals als Meilenstein für das junge neuseeländische Kino. Mit einem damals rekordverdächtigen Budget von drei Millionen Dollar und der Ehre, als erster neuseeländischer Beitrag bei den renommierten Filmfestspielen von Cannes gezeigt zu werden, schien „Die letzte Schlacht der Maoris“ auf bestem Weg, ein internationaler Klassiker zu werden. Doch dann verschwand das Werk für Jahrzehnte aus der Öffentlichkeit.

Quentin Tarantinos Geheimtipp war 35 Jahre lang verschwunden

Was folgte, war eine lange Phase der Unsichtbarkeit: Jahrzehntelang konnte „Die letzte Schlacht der Maoris“ außerhalb Neuseelands kaum gesehen werden. Rechteprobleme und unglückliche Produktionsentscheidungen führten dazu, dass sogar das Originalnegativ gefährdet war. Statt auf eine Kopie zurückzugreifen, schnitten die Produzenten direkt im Originalmaterial – ein riskantes Unterfangen, das das Überleben des Films aufs Spiel setzte. Erst 2017, ganze 35 Jahre nach seiner Premiere, feierte Die letzte Schlacht der Maoris seine Wiedergeburt: Für die Sektion Cannes Classics wurde der Film aufwendig restauriert.

Geoff Murphy selbst war daran beteiligt und präsentierte erstmals seine eigene Director's-Cut-Version – ein Werk, das nun viel näher an seiner ursprünglichen Vision lag. In limitierter Auflage kehrte der Film zurück in ausgewählte Kinosäle. Obwohl Murphy bis zu seinem Tod 2018 nie den internationalen Ruhm erlangte, den seine Kollegen Peter Jackson oder Jane Campion genießen, bleibt sein Einfluss spürbar. Mit „Die letzte Schlacht der Maoris“ gelang es ihm, das kollektive Gedächtnis Neuseelands zu berühren – und durch Tarantinos Begeisterung hat der Film nun vielleicht endlich die Chance, zu dem Kultklassiker zu werden, der er immer sein sollte.

Wenn ihr übrigens wissen wollt, welches noch immer unterschätzte Meisterwerk für Quentin Tarantino der beste Film über den Vietnamkrieg ist, dann lest doch auch den nachfolgenden Artikel:

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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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