Die "Malcolm mittendrin"-Fortsetzung auf Disney+ hat ein riesiges Problem – und es ist in JEDER (!) Sekunde zu sehen
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascals Lieblingsserien sind „The Wire“ und „Sons Of Anarchy“. Bei „Hör mal wer der hämmert“ und „Eine schrecklich nette Familie“ bleibt er aber auch regelmäßig hängen.

„Malcolm mittendrin: Unfair wie immer“ auf Disney+ ist eine vergnügliche sowie durchaus berührende Sitcom-Reunion geworden. Die Fortsetzung hat allerdings ein Problem, über das man nicht einfach hinwegsehen kann.

Gut 20 Jahre sind vergangen, seit die siebte Staffel von „Malcolm mittendrin“ an den Start ging. Eine lange Zeit, in der auf dem Papier zwar viel geschehen ist, in Wahrheit aber erstaunlich vieles beim Alten geblieben scheint – wie das Wiedersehen mit „Malcolm mittendrin: Unfair wie immer“ auf Disney+ nun eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Anlässlich der Rubinhochzeit von Lois (Jane Kaczmarek) und Hal (Bryan Cranston) wird die familiäre Chaostruppe um Malcolm (Frankie Muniz), Reese (Justin Berfield), Francis (Christopher Masterson) und Dewey (nun verkörpert von Caleb Ellsworth-Clark) erneut zusammengetrommelt.

Natürlich gibt es darüber hinaus zahlreiche Gastauftritte vertrauter Figuren aus der Originalserie sowie frische Gesichter, darunter Kelly (Vaughan Murrae), das sechste Kind von Lois und Hal, oder Leah (Keeley Karsten), Malcolms Tochter, die ebenfalls gerne die vierte Wand durchbricht und direkten Kontakt mit dem Publikum sucht.

Eine gelungene Reunion

Tatsächlich gelingt es dem „Malcolm mittendrin“-Sequel, die Charakterdynamiken der Hauptserie noch einmal spürbar aufleben zu lassen. Lois und Hal sind selbstverständlich das emotionale Herzstück des Geschehens und dürften gerade in der letzten Folge in einigen offenherzigen Momenten dafür sorgen, dass Fans der Serie sich das eine oder andere Tränchen aus dem Knopfloch wischen werden. Die Situationskomik wirkt insgesamt zwar nicht mehr ganz so geschmeidig wie früher, was möglicherweise auch daran liegt, dass „Unfair wie immer“ thematisch stellenweise etwas ernster daherkommt. Spaß machen die vier neuen Episoden dennoch – vor allem wegen des nach wie vor spielfreudigen Ensembles.

Nicht nur Jane Kaczmarek und Bryan Cranston – Letzterer mit vollem (und entblößtem) Körpereinsatz – überzeugen erneut auf ganzer Linie. Frankie Muniz hat die Reunion aus schauspielerischer Sicht vielleicht am deutlichsten für sich genutzt und ruft dem Publikum noch einmal eindrücklich in Erinnerung, dass in ihm ein wirklich guter Schauspieler steckt. Er verkörpert nicht nur das entfesselte, von seiner Familie bis an den Rand des Nervenzusammenbruchs getriebene Energiebündel, sondern inzwischen auch den um Einfühlsamkeit und Reue bemühten Vater auf glaubwürdige Weise.

Demgegenüber fallen die neuen Gesichter im Ensemble trotz solider Leistungen merklich ab und wirken ein wenig wie nachträglich in das Szenario hineingeschriebenes Beiwerk. Die Figur der non-binären Kelly bringt ein gewisses Agenda-Geschmäckle mit sich, dem es im „Malcolm mittendrin“-Kosmos etwas an Natürlichkeit fehlt. Ähnliches gilt für Leah, die mit all ihren Spleens zwar reibungslos in die Fußstapfen ihres Vaters tritt, letztlich aber vor allem als Stichwortgeberin fungiert und dazu dient, Malcolm weiterzuentwickeln – der die Existenz seiner Tochter vor seinen Eltern übrigens verschwiegen hat.

Der Look ist schrecklich!

Dass die „Malcolm mittendrin“-Fortsetzung letztlich nicht ganz rund wirkt und manches bemüht oder behauptet erscheint, ist am Ende verschmerzbar, denn der Charme des Wiedersehens bleibt dennoch erhalten. Was hingegen wirklich negativ ins Auge fällt, ist der klinische Look der neuen Folgen. Während sich die Originalserie durch eine warme, körnige Farbgebung auszeichnete, wirkt „Unfair wie immer“ optisch austauschbar, glatt und nahezu ohne visuelle Tiefe.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Originalserie wurde auf 16-mm-Film gedreht, was jedem Bild eine lebendige Textur verlieh und dem chaotischen Treiben der Serie visuell gerecht wurde. Die neuen Folgen hingegen sind digital produziert und erliegen damit einer flachen TV-Ästhetik, wie sie inzwischen weit verbreitet ist. Hinzu kommt, dass nicht mehr in Südkalifornien, sondern im kanadischen Vancouver gedreht wurde. Das Licht wirkt dadurch grundlegend anders – und die nachträglichen Farbkorrekturen sind allzu deutlich zu erkennen.

Nachfolgend könnt ihr den Trailer in der englischsprachigen Originalversion anschauen:

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