Neu im Heimkino: Ein nahezu vergessenes Fantasy-Abenteuer aus den 1980ern mit einem "Kill Bill"-Star – jetzt nachholen
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Dieses Fantasy-Abenteuer von B-Movie-Legende Roger Corman wird unter anderem als „Trash vom Feinsten“ und „He-Man auf einem sehr schlechten Trip“ bezeichnet. Jetzt kehrt der „SchleFaZ“-Beitrag „ Wizards Of The Lost Kingdom“ ins Heimkino zurück.

Es muss nicht immer Qualität nach Lehrbuch sein: So erfüllend es ist, sich durch die meistgelobten Filme der Kinogeschichte zu schauen, so spaßig kann es sein, sich durch den verwunderlichen Trash zu wühlen. Daher sind cineastische Gurken hochleben lassende Formate wie der US-Fernsehkult „Mystery Science Theater 3000“ oder das deutsche TV-Phänomen „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ (kurz „SchleFaZ“) mit Oliver Kalkofe und Peter Rütten unkaputtbar.

Ein Filmschaffender, bei dem Trash-Begeisterte besonders hellhörig werden, ist Exploitation- und B-Movie-Produzent Roger Corman. Denn in seiner gewaltigen Vita finden sich neben wahren Kinojuwelen auch zahlreiche faszinierende Trashperlen. Eine davon ist das 80er-Jahre-Fantasy-Abenteuer „Wizards Of The Lost Kingdom“, das weitestgehend in Vergessenheit geraten ist.

Bloß unter Trashfilm-Begeisterten hat das Magier, Schwerter und viele Logiklöcher bietende Low-Budget-Projekt Rang und Namen – so wurde es schon bei „SchleFaZ“ geadelt. Something Awful wiederum hielt fest: „Trash vom Feinsten, als wenn man ‚He-Man‘ auf einem sehr schlechten Trip erleben würde.“

Nun schlägt (wieder) seine große Stunde im Heimkino, denn am 17. April 2026 erhält „Wizards Of The Lost Kingdom“ eine deutsche Blu-ray-Neuaflage!

Alternativ könnt ihr eine Blu-ray-Auflage von 2021 bei Amazon* beziehen sowie zu höherem Preis Restexemplare der Limited Mediabook Edition* von 2019, mit der „Wizards Of The Lost Kingdom“ seine deutsche HD-Premiere gefeiert hat.

Darum geht es in "Wizards Of The Lost Kingdom"

Der böse Zauberer Shurka (Thom Christopher) erobert mit Hilfe der intriganten Königin Udea (Barbara Stock) das einst so friedliche Königreich Axeholme: Er tötet den König und dessen Hofmagier, inhaftiert Prinzessin Aura (Dolores Michaels) und beginnt eine Schreckensherrschaft. Simon (Vidal Peterson), der Sohn des Hofmagiers, konnte noch rechtzeitig mit seinem Freund Gulfax (Edward Morrow) in Sicherheit teleportiert werden.

Von fiesen Gestalten verfolgt, sucht er verzweifelt nach tatkräftiger Hilfe. Die findet er unter anderem im Kobold Hurla (Michael Fontaine) und im altgedienten Kämpfer Kor (Bo Svenson). Doch die Gegenseite ist mächtig und listig...

Ein Fantasy-Flickenteppich

Inszeniert wurde das von „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“-Co-Autor Ed Naha verfasste Fantasy-Abenteuer vom argentinischen Regisseur Héctor Olivera. Der errang in den 1970er-Jahren und frühen 1980ern einiges Prestige, so gewannen gleich zwei seiner Filme den Silbernen Bären bei der Berlinale. Seine fünf Regiearbeiten für Corman sind derweil weitaus weniger angesehen – und „Wizards Of The Lost Kingdom“ ist eine besonders kuriose Angelegenheit.

Denn nach Abschluss der in Argentinien abgehaltenen Dreharbeiten hatte Olivera bloß 58 Minuten brauchbares Material in der Hand. Um den Film auf abendfüllende Länge zu strecken, packte das Team kurzerhand minutenweise Material aus früheren Corman-Produktionen dazu, namentlich „Mächte des Lichts“ und „Der Todesjäger“. Diese Passagen wurden jedoch so planlos in den Film hineingeprügelt, dass „Wizards Of The Lost Kingdom“ selbst an den Maßstäben eines Low-Budget-Fantasyfilms gemessen absurd viele Logiklöcher aufweist.

Und selbst die Filmmusik wurde teilweise zusammengeklaubt: Neben neuem Material von Komponist Christopher Young („Spider-Man 3“, „The Empty Man“) erklingen auch Passagen aus dem von Corman produzierten Sci-Fi-Film „Sador - Herrscher im Weltraum“, die „Titanic“-Komponist James Horner verfasste.

Hohe, liebevoll erstellte Fantasykost dürft ihr also keinesfalls erwarten. Wenn ihr aber Lust auf „Kill Bill“- und „Inglourious Basterds“-Nebendarsteller Bo Svenson, eine Schar an kuriosen Monstern, faszinierend-schäbige Effekte und ständige Tonfallschwankungen habt, seid ihr bei „Wizards Of The Lost Kingdom“ gut aufgehoben. Und wenn es doch handwerklich versierte Heimkino-Kost sein soll, folgt doch unserer nächsten Empfehlung:

Heimkino-Highlight: Ein verstörendes Thriller-Meisterwerk einer absoluten Regie-Legende gibt es jetzt wieder in 4K!

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