Obwohl er mit seinen Puppen einen immensen Beitrag zur „Sesamstraße“ geleistet hat, war es Jim Henson zugleich eine Herzensangelegenheit, einem breiten Publikum aufzuzeigen, dass Puppenspiel keinesfalls bloß zur Kinderunterhaltung gedacht ist. Daher schuf er etwa die zwar jugendfreie, jedoch stärker auf ein älteres Publikum abzielende „Muppet Show“.
Und nach deren Abschluss sollte ein von exorbitanten Ambitionen erfüllter Fantasyfilm doppelt und dreifach unterstreichen, wozu sich Puppenspiel einsetzen lässt: „Der dunkle Kristall“ verzichtet komplett auf menschliche Figuren – stattdessen entfaltet sich diese finstere Mär in einer von düsterem Pomp erfüllten Filmwelt, deren Bevölkerung allein durch komplexe Puppen dargestellt wird.
Presse und Publikum reagierten 1982 unentschlossen auf die gemeinsame Regiearbeit von Henson und „Der kleine Horrorladen“-Macher Frank Oz: Die grimme Dramatik des Films wurde ebenso kritisiert wie gelobt. Über die Jahrzehnte hinweg hat sich das Puppenspiel-Epos aber dank seiner einzigartigen Ästhetik, bahnbrechenden Tricks und soghaften Stimmung eine eingefleischte Fangemeinde erarbeitet.
Die ist Grund dafür, dass die 2018 veröffentlichte, deutsche 4K-Premiere seit einiger Zeit praktisch vergriffen ist – sofern man nicht auf dem Gebrauchtmarkt tief in die Tasche greifen will. Bald gibt es allerdings Nachschub: Am 25. Juni 2026 kehrt „Der dunkle Kristall“ in 4K ins deutsche Heimkino zurück, und zwar als Limted Edition Steelbook!
Die 4K-Neuveröffentlichung von „Der dunkle Kristall“ enthält den Film zusätzlich auf Blu-ray-Disc und umfasst im Gegensatz zur deutschen 4K-Premiere der Henson-Produktion Bonusmaterial. Dazu gehören Audiokommentare, eine Frage-und-Antwort-Session, Begleitdokumentationen und geschnittene Szenen.
Exklusiv im Shop von Plaion Pictures wird der 80er-Jahre-Kult, der sich einen Platz im offiziellen FILMSTARTS-Ranking der besten Fantasyfilme aller Zeiten sicherte, zudem in einer Edition mit haptischen Extras wie Artcards und einem 64-seitigen (!) Booklet angeboten.
Darum geht es in "Der dunkle Kristall"
Auf dem Planeten Thra herrschte einst Frieden. Doch dann ging dem großen Kristall sein Licht und somit seine magische Kraft verloren, womit der Planet und seine Kreaturen ihren Schutz verloren. Das führte dazu, dass die raubvogelähnlichen Skekse das Land unterjochen und die friedliebenden urRu ins Exil treiben konnten. Tausend Jahre später machen sich die Gelflinge Jen und Kira auf die Suche nach dem Kristall – denn einer Prophezeiung nach vermögen es nur jene, die ihrer Art angehören, ihn wieder zum Leuchten zu bringen...
Umwerfende Optik, gewaltige Ambition, redseliger Kompromiss
Zunächst hatten Henson und Oz noch mehr Ambitionen als sich schlussendlich im Kino zeigte: Die Handlung von „Der dunkle Kristall“ sollte sich dem Publikum primär visuell erschließen, weshalb möglichst wenig Dialog eingeplant war. Und in einer früheren Fassung sprachen die Skekse zudem eine Kunstsprache, die unter anderem auf Altgriechisch, Altägyptisch und frühen indogermanischen Sprachen fußt. Nach einer katastrophal verlaufenen Testvorführung ruderte man aber notgedrungen zurück:
Passagen in Fantasiesprache wurden neu in Englisch vertont. Zudem wurden eine Erzählstimme, weitere Dialoge sowie neue Gedankenmonologe hinzugefügt, um dem Publikum konkreten, verbalisierten Kontext zu vermitteln, der über das hinausgeht, was das Drehbuch von „Muppet Show“-Autor David Odell zuvor vorgab. Dieser im Laufe der Fertigstellung des Films getätigte Spagat zwischen enormem, künstlerischem Selbstanspruch und zähneknirschender Anpassung an die Publikumsgewohnheiten gerät in manchen Sequenzen recht verkrampft.
Von einer angemessenen Veröffentlichung der Ur-Fassung von „Der dunkle Kristall“ warten Fans seit Jahrzehnten vergeblich. Die umwerfende Wirkung der detailverliebten Kulissen und der mit spürbarem Herzblut zum Leben erweckten, extravaganten Puppen schmälert der in der vorliegenden Fassung gewagte, ebenfalls spürbare Kompromiss jedoch keineswegs!
Und wenn ihr Lust auf einen Film habt, der keinerlei erkennbaren Kompromisse eingeht, dann müsst ihr den folgenden, hochspannenden Klassiker unbedingt schauen:
Explosives Heimkino-Highlight: Dieser viel zu unbekannte Action-Thriller ist die Vorlage für Stephen Kings absoluten Lieblingsfilm!FILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
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