Manche Filme kommen heraus, erreichen ein großes Publikum, hinterlassen keinerlei Spuren und sind bald darauf vergessen. Andere Filme brennen sich nicht bloß ins popkulturelle Gedächtnis, sondern formen die sie umgebende Kultur mit. Und die „Hangover“-Trilogie hat einige Spuren hinterlassen!
Zwar lässt die Anzahl von Männergruppen, die sich ironiefrei als „Wolfsrudel“ bezeichnen, allmählich wieder nach. Aber die durch sie vorangetriebene Popularisierung des englischen Begriffs „Hangover“ für den Kater nach einer durchzechten Nacht lässt sich wohl nicht mehr rückgängig machen. Und wohl niemand wird je herausfinden, wie enorm der Einfluss der derben Komödientrilogie auf Junggesellenabschiede sowie auf den Las-Vegas- und Bangkok-Tourismus hatte.
Eines steht derweil außer Frage: Ab sofort sind die drei „Hangover“-Filme bei HBO Max im Abo enthalten – und HBO Max wiederum könnt ihr als alleinstehenden Dienst abonnieren sowie als Prime Video Channel* bei Amazon!
Darum geht es in der "Hangover"-Reihe
Für alle, die es vergessen (oder noch nicht in Erfahrung gebracht) haben: „Hangover“ handelt von Doug (Justin Bartha), der sich gezwungen sieht, seinen eigenwilligen und sozial ungelenken, impulsiven Schwager Alan (Zach Galifianakis) zu seinem Junggesellenabschied in Las Vegas mitzunehmen. Dougs beste Freunde, der kleinlaute Zahnarzt Stu (Ed Helms) und der großspurige Lehrer Phil (Bradley Cooper), bemühen sich mehr schlecht als recht, gute Miene zum bösen Spiel zu machen – und dann kommt es zur Vollkatastrophe!
Nachdem das Quartett auf dem Dach des Caesars Palace auf eine unvergessliche Nacht angestoßen haben, wachen Alan, Stu und Phil verkatert und mit gewaltigem Filmriss in ihrer verwüsteten Suite auf. Darin befinden sich auch ein fremdes Baby und ein Tiger. Doug ist dagegen verschwunden... In „Hangover 2“ wird Las Vegas gegen Bangkok ausgetauscht, aber die „Was ist gestern Nacht geschehen?!“-Frage voller Rätsel und Peinlichkeiten wird neu aufgegossen:
Dieses Mal heiratet Stu, der seinen zukünftigen Schwager, den 16-jährigen Teddy (Mason Lee), auf seine Feier einlädt. Er ist es, der verloren geht, während Doug, der sich rechtzeitig von der Chaostruppe abgesetzt hat, aus der Entfernung zu helfen versucht. Dafür müssen sich Alan, Stu und Phil mit Leslie Chow (Ken Jeong) herumschlagen – einem Gangster, den sie auf Dougs Junggesellenabschied kennengelernt haben und der sich aus absurden Gründen erneut dazugesellt hat...
In „Hangover 3“ letztlich trauert Alan erst um eine durch seine Nachlässigkeit getötete Giraffe und dann um seinen verstorbenen Vater. Er stürzt in ein tiefes Loch, weshalb seine Freunde ihn in ein Therapiezentrum bringen wollen – doch dann wird das Wolfsrudel von einem Gangsterboss namens Marshall (John Goodman) attackiert und gezwungen, ihm Leslie Chow auszuliefern. Sonst werde er Doug ermorden...
Wild, chaotisch und genüsslich grinsend gallig
Alle „Hangover“-Teile wurden von Todd Phillips inszeniert, der später auch „Joker“ und „Joker: Folie À Deux“ drehen sollte. Er wirkte zudem am Drehbuch zu den „Hangover“-Sequels mit, während Jon Lucas & Scott Moore das Original verfassten. Rückblickend gab schon die Comedy-Trilogie vor, wo für Phillips die Reise hingehen sollte. Denn die „Hangover“-Fortsetzungen führen auf derbe, harte und phasenweise gallige Weise vor, dass das Wolfsrudel aus selbstbezogenen, intoleranten, emotional instabilen Typen besteht (vielleicht mit Ausnahme von Naivling Doug, der kein gutes Händchen in der Wahl seines sozialen Umfelds hat).
Die Kernbotschaft dessen: Männercliquen, die „Hangover“ mit dem Wunsch verlassen haben, auch so einen drauf zu machen, sollten sich besser mal sehr lang und kritisch im Spiegel betrachten – und wer nach den „Hangover“-Fortsetzungen davon überrascht war, wie „Joker: Folie À Deux“ mit Teilen der „Joker“-Fanbase umspringt, sollte sich besser nochmal ganz genau die „Hangover“-Sequels anschauen.
Aber auch sonst lohnt sich ein erneuter Blick. „Hangover“ ist zwar zweifelsohne der ikonischste Eintrag in die Hit-Trilogie. Für den Verfasser dieses Artikels ist allerdings „Hangover 2“ der faszinierendste Teil: Anders als der Trilogieabschluss hält der Bangkok-Trip die Gagdichte des Originals. Jedoch packt Phillips auf die derben Dialoge, vulgär-brachiale Situationskomik und den pointiert-sonderbaren Clash der Persönlichkeitstypen zudem eine massive Schicht an Sarkasmus, Zynismus und bissiger Abscheu. Ein explosiver, brennender, deftiger Mix – da kann der ganze harte Alkohol aus den „Hangover“-Filmen nicht mithalten!
Wenn ihr derweil einen beschwingt-lustigen, weniger boshaften Filmspaß sucht, der trotzdem seine schwermütigen Momente haben darf, dann ruft dieser Streaming-Tipp nach euch:
Heute streamen: Ein beschwingtes Western-Abenteuer mit Hollywood-Legenden – trotzdem werdet ihr am Ende traurigFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.