Die bittersüße, auf Walter Kirns „Mr. Bingham sammelt Meilen“ basierende Romanverfilmung „Up In The Air“ hinterließ zum Ende der 2000er bemerkenswerten Eindruck: Bei einem Budget von nur 25 Millionen Dollar nahm sie global über 166 Millionen Dollar an den Kinokassen ein, von der Filmkritik gab es zudem ein überaus positives Echo und auch innerhalb der Filmbranche war die Resonanz erfreulich.
So winkten u. a. sechs Oscar-Nominierungen: Die Tragikomödie über Einsamkeit, die Suche nach Menschlichkeit in einem unmenschlichen Wirtschaftssystem und die dornige Verlockung der Effizienz wurde unter anderem als „Bester Film“ und für gleich drei Schauspielleistungen nominiert – George Clooneys Darbietung in der Hauptrolle sowie für Vera Farmiga und Anna Kendrick als Beste Nebendarstellerinnen.
Trotzdem scheint es, als sei die Präsenz von „Up In The Air“ im Filmdiskurs inzwischen weitestgehend verflogen. Vielleicht liegt es daran, dass Regisseur Jason Reitman mittlerweile an Ansehen verloren hat. Oder ist uns womöglich die in ihm geschilderte Businesswelt zu fremd geworden?
So oder so: Dank starker Performances und eines beeindruckenden tonalen Balanceakts zwischen bitterem Witz, still-schöner Rührseligkeit, leichtfüßiger Lebenssinnsuche und Alltagsdramatik ist Reitmans Oscar-Anwärter immer noch einen Blick wert! Heute, am 26. April 2026, läuft „Up In The Air“ ab 22.25 Uhr bei Sixx! Zudem bieten ihn Amazon Prime Video und andere Dienste als Leih- und Kauf-VOD an:
Darum geht es in "Up In The Air"
Der leidenschaftliche Vielflieger Ryan Bingham (George Clooney) genießt sein einzelgängerisches Leben mit kleinem Gepäck und frei von erwähnenswerten, zwischenmenschliche Bindungen. Gemeinsam mit seiner redegewandten Art und seinem Blick für Effizienz macht ihn das zum Vollprofi darin, schlechte Nachrichten zu überbringen – und das buchstäblich:
Denn sein Job ist es, quer durch die Vereinigten Staaten zu fliegen und Leute zu feuern. Als er der Dauerreisenden Alex Goran (Vera Farmiga) begegnet, scheint er eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Als sie eine unverbindliche Nacht miteinander verbringen, soll das den Status quo bloß nicht durchrütteln. Aber das ist leichter gesagt als getan! Und dann will die frische Collegeabsolventin Natalie Keener (Anna Kendrick) auch noch Videokonferenzen als neues Mittel zur Entlassung etablieren ...
Rückblick in eine nahe, aber fern wirkende Zeit
Es fühlt sich stellenweise an, als seien seit „Up In The Air“ nicht 17 Jahre vergangen, sondern eine halbe Ewigkeit: Reitmans Romanadaption atmet die direkte, emotionale Nachwirkung einer plötzlichen, heftigen Wirtschaftskrise. Gleichzeitig spielt sie vor der weiter ausgeuferten Digitalisierung und Entpersonalisierung des Verhältnisses zwischen Firma und Angestellten – hier wird nicht reihenweise unpersönlich gefeuert, sondern sich wenigstens noch um den höflichen Schein gekümmert.
Viele weitere Krisen, mehr als eineinhalb Jahrzehnte Turbokapitalismus und einige digitale Quantensprünge später wirken die Szenen, die sich rund um den Beruf des Schlechte-Nachrichten-Überbringers drehen, wie ein Blick in eine vage familiäre, letztlich aber fremde Welt. Auch Ryan Binghams Privatleben dürfte den meisten Filmbegeisterten heute ferner sein es als es seine entrückte Art bereits 2009 war: Obwohl seinem Vielflieger-Lebensstil die anhaltenden Nachwehen von 9/11 anzumerken sind, da Flughäfen zu unbequemeren Orten wurden als sie es zuvor waren, liegt noch immer ein Resthauch von Flugromantik in der Luft.
Flugscham, schlechtes Klimagewissen und harte Sparmaßnahmen bei den Airlines sind in „Up In The Air“ noch kein derartiges Thema wie heute. Doch all dies sind keine Schwächen: „Up In The Air“ ist nicht schlecht gealtert, sondern ein sehr genau beobachtetes, erzählerisch minutiös konstruiertes und daher erhellendes Zeitgeist-Destillat einer vergangenen Ära. Das hat dank des sanftmütig-nachdenklichen Tonfalls dieser Tragikomödie enormen Charme und spielt Clooneys Leinwandpersona in die Karten.
Und die hinter der kulturellen Momentaufnahme liegenden, allgemeinen Themen haben weiter Bestand: In „Up In The Air“ geht es um die Frage, wann ständiges Effizienzdenken zu Ballast wird, um das Verdrängen unschöner Entscheidungen und um die Abkapselung im Beruf sowie im Privaten. Abgearbeitet wird all dies mit Clooneys Charisma, Farmigas neckisch-kühler Würde und Kendricks quirliger Aufgewecktheit – da bleibt man gerne etwas länger in der Schwebe!
Und wenn ihr von Clooney nicht genug bekommen könnt, solltet ihr unserem folgenden Streamingtipp ebenfalls Aufmerksamkeit schenken:
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