Bis zu ihrem Oscargewinn für „Blind Side“ und einer weiteren Nominierung für „Gravity“ galt Sandra Bullock primär als Komödien-Darstellerin. Dabei hat sie schon immer neben RomComs auch Actioner wie „Speed“ oder „Demolition Man“ beziehungsweise Thriller („Die Jury“) und Dramen („Während du schliefst“, „L.A. Crash“) gedreht.
Mit Ausnahme der genannten und ein paar weniger anderer waren diese Titel an den Kinokassen allerdings längst nicht so erfolgreich wie ihre Liebeskomödien und gerieten deshalb schnell wieder in Vergessenheit – einige völlig zu Unrecht. Einen davon möchte ich euch heute ans Herz legen: den Psychothriller „Mord nach Plan“. Neben Sandra Bullock sind in weiteren Hauptrollen der heutige Superstar Ryan Gosling („Barbie“) und „Boardwalk Empire“-Serienheld Michael Pitt zu sehen.
„Mord nach Plan“ könnt ihr für ein paar Euro bei Anbietern wie Amazon Prime Video, Apple TV, MagentaTV oder Maxdome als Video-on-Demand streamen.
Die Hitchcock-Connection
Ihr fragt euch vielleicht, was es mit der Referenz an Alfred Hitchcock, den vielleicht größten Thriller-Regisseur in der Geschichte der bewegten Bilder, auf sich hat. Nun, wer sich mit dem Werk des „Psycho“-, „Das Fenster zum Hof“- und „Vertigo“-Genies etwas auskennt, wird bestimmt auch „Cocktail für eine Leiche“ gesehen haben. Und da haben wir bereits die Verbindung zu „Mord nach Plan“ des französischen Regisseurs Barbet Schroeder.
Der „Weiblich, ledig, jung sucht…“-Macher ließ sich für seinen 2002 in die Kinos gekommenen Spannungsfilm nämlich von demselben realen Kriminalfall inspirieren, der auch schon als Grundlage für den Hitchcock-Hit diente: Im Jahre 1924 hatten zwei Studenten der University of Chicago, inspiriert von den Schriften Friedrich Nietzsches, einen Schüler ermordet. Die Tat war insofern außergewöhnlich, als sie hauptsächlich durch den Ehrgeiz der jungen Männer motiviert war, das perfekte Verbrechen zu begehen und so die Überlegenheit ihres Intellekts zu beweisen.
Obwohl wir von Anfang an wissen, wer den Mord begangen hat („Columbo“ lässt grüßen), bleibt Schroeders Thriller bis zum Finale fesselnd und spannend. Dadurch, dass wir alle Informationen haben, können wir als Zusehende sowohl die Sichtweise der Täter als auch die der Ermittler*innen einnehmen. Wobei die eigentliche Identifikationsperson fürs Publikum die Figur von Ben Chaplin („Der schmale Grat“) ist, der einzigen des Quartetts, die nicht mit größeren mentalen Problemen zu kämpfen hat. Wie wird alles ausgehen? Werden die beiden jungen Männer am Ende triumphieren oder werden sie überführt werden? Und wie wird es der psychisch angeschlagenen Polizistin ergehen?
Natürlich ist längst nicht alles an „Mord nach Plan“ superoriginell – vieles haben wir bereits in oft deutlich schwächeren Filmen des Genres gesehen. Der Reiz von „Mord nach Plan“ liegt in der gelegentlich sehr überraschenden Strukturierung des Plots, den unerwarteten Tempowechseln und einem durchgehend stark performenden Cast. Neben Gosling, der es schafft, dass man es schon nach wenigen Szenen geradezu liebt, seine Figur zu hassen, ist es vor allem Bullock, die hier glänzt. Ihre komplizierte Rolle ist nicht gerade die Art von Protagonistin, mit der man im realen Leben unbedingt Zeit verbringen möchte – was aber essenziell ist, damit die Geschichte so funktioniert, wie sie es tut.
Habt ihr nach „Mord nach Plan“ Lust bekommen, euch auch noch den oben erwähnten, einige Parallelen aufweisenden, aber doch sehr abweichend umgesetzten Hitchcock-Klassiker „Cocktail für eine Leiche“ (5 Sterne in der FILMSTARTS-Kritik!) anzuschauen? Dann könnt ihr das ebenfalls für kleines Geld bei den üblichen Anbietern tun:
"Mord nach Plan": Das ist die Story
Auf den ersten Blick könnten die Highschool-Klassenkameraden Justin Pendleton (Michael Pitt) und Richard Haywood (Ryan Gosling) kaum unterschiedlicher sein. Während Richard es als gutaussehender Mädchenschwarm und Sohn stinkreicher Eltern recht einfach im Leben hat, ist der linkisch auftretende, aus zerrütteten Familienverhältnissen stammende Justin ein echter Außenseiter. Was jedoch niemand ahnt: Das Duo plant, gemeinsam den perfekten Mord zu begehen.
Nachdem sie ihre perfide Idee tatsächlich in die Tat umgesetzt haben, übernimmt Detective Cassie Mayweather (Sandra Bullock) den Fall. Die eigenwillige, mit persönlichen Problemen beladene Polizistin arbeitet dabei erstmals mit ihrem neuen Partner Sam Kennedy (Ben Chaplin) zusammen. Während das gesamte Dezernat den Lügen der beiden Schüler Glauben schenkt und bald bereit ist, die Untersuchungen einzustellen, wirkt auf Mayweather das Ganze einfach zu perfekt arrangiert – weshalb die beiden arroganten Knaben ins Zentrum ihrer Ermittlungen geraten. Jetzt gilt es nur noch, ihnen den Mord auch wirklich nachzuweisen…
Einen ganz anders gearteten Thriller mit Sandra Bullock könnt ihr aktuell auf Netflix streamen. Im folgenden Artikel gibt es mehr Informationen sowie den Trailer:
Neu auf Netflix: Ein Mystery-Thriller mit Twist-Finale – die Kritiker hassten ihn, doch die Kinos waren voll!Unsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.
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