Der Pride Month kommt zur rechten Zeit: Gerade jetzt ist es wichtig, Toleranz und Vielfalt hochzuhalten
Rae Grimm
Rae Grimm
-Head of Editorial Gaming Webedia Deutschland
Weil sie als Kind keinen Game Boy haben durfte, hat sich Rae an ihren Eltern gerächt, indem sie Chefredakteurin von GamePro.de geworden ist. 2022 hat sie den Sprung in die übergreifende Chefredaktion von Webedia Gaming gemacht. Sie ist zudem Mitglied des Diversity-Komitee von Webedia Deutschland.

FILMSTARTS und Moviepilot sowie unsere Gaming-Schwesterseiten GamePro, GameStar und MeinMMO erstrahlen ab sofort in Regenbogenfarben. Warum das so ist und was der PRIDE Month für uns bedeutet, erklären wir hier.

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Hass, Intoleranz und Gewalt haben keinen Platz auf unseren Webseiten, in unseren Leben oder in der Gesellschaft. Das sind Grundsätze, für die wir uns das ganze Jahr über einsetzen und an denen wir festhalten.

Der PRIDE Month hat entsprechend eine ganz besondere Bedeutung für uns, weshalb wir erneut nicht nur unsere Logos einfärben, sondern an die Wichtigkeit der Werte von PRIDE für uns und unsere Communitys erinnern wollen – und was wir tun, um dafür einzustehen. Nicht nur im Juni, sondern jederzeit.

Warum im Juni Pride-Monat ist

Am 28. Juni 2026 jähren sich die Stonewall Riots zum 58. Mal. Angestoßen durch Marsha P. Johnson, gilt dieses Datum als internationaler Startschuss der zivilrechtlichen LGBTQAI+-Bewegung, die weltweit für gleiche Rechte kämpft und jährlich mit den PRIDE-Marches an das stetige Streben nach Gleichberechtigung aller erinnert – unabhängig von Hautfarbe, Ethnizität, Herkunft, nationalem Ursprung, sozialer Herkunft, politischer Meinung, Religion, Sexualität, Geschlecht, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck, sexueller Orientierung, Alter, körperlichen oder geistigen Fähigkeiten, Eheform oder sonstigen gesetzlich geschützten Konstellationen.

Mehr zum Thema Pride-Month könnt ihr hier erfahren.

Warum der Pride Month im Jahr 2026 noch immer so wichtig ist

An der Wichtigkeit der Botschaft von PRIDE hat sich auch für 2026 nichts geändert – im Gegenteil. Die Bedeutung von Vielfalt, Offenheit und Respekt auf Basis von Toleranz scheint heute wichtiger als je zuvor, besonders in der aktuellen politischen Landschaft, in der sie weiterhin starken Angriffen ausgesetzt sind.

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 2.048 Fälle queerfeindlicher Hasskriminalität registriert, also mehr als fünf queerfeindliche Straftaten jeden Tag (ohne Einbeziehung der Dunkelziffer). Währenddessen sieht Familienministerin Prien (CDU) Vielfalt nicht als staatliches Förderungsziel und setzte hier im Rahmen des umstrittenen Umbaus des Programms „Demokratie leben“ die Schere an.

Auch die aktuelle Karte der Angriffe gegen die Rechte von queeren Personen in den USA zeigt ein düsteres Bild, denn es gibt bereits im ersten Halbjahr 2026 fast so viele Anti-LGBTQAI+ Gesetzesentwürfe wie im kompletten Jahr 2025 – ein Satz, den wir bereits letztes Jahr im Vergleich zu 2024 schreiben mussten. Leider wenig überraschend, nachdem die Vereinigten Staaten bereits Anfang des Jahres grundlegende UN-Resolutionen und Menschenrechtsrichtlinien als „zu woke“ bezeichneten und mit dieser Blockade und dem Austritt aus dem UN-Menschenrechtsrat die weltweite Arbeit für Frauenrechte, LGBTQAI+-Rechte und den Schutz marginalisierter Gruppen massiv schwächte.

Die Welt wird unfreier

Der ILGA-Europe Jahresbericht 2026 zeigt unterdessen erneut deutlich die zunehmende Restriktion der LGBTQAI+-Rechte in vielen Ländern, die immer stärkere Normalisierung von Hassrede und ein gezieltes Beeinflussen und Zensieren des Bildungssektors, um jungen Menschen den Zugriff zu stellenweise lebensrettende Informationen vorzuenthalten.

Anhaltende Forschung zeigt konsistent, dass LGBTQAI+-Personen (insbesondere Jugendliche) ein deutlich höheres Risiko für psychische Belastungen, Depressionen, Suizidgedanken und -versuche haben als die heterosexuelle und cisgeschlechtliche Bevölkerung. Das liegt allerdings nicht an der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität, sondern an der fehlenden Unterstützung im Alltag sowie Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen, wie unter anderem The Travor Project zeigt.

Zwischen all diesen sehr bedrückenden Entwicklungen finden sich zum Glück auch immer wieder kleine Lichtblicke und Hoffnungsschimmer. In einem Jahr Selbstbestimmungsgesetz (SBGG), dank dem trans*, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen ihren Geschlechtseintrag und Vornamen unkompliziert beim Standesamt ändern können, konnten allein in deutschen Großstädten über 11.000 Personen einen wichtigen Schritt in Richtung persönlicher Freiheit und rechtlicher Anerkennung machen.

Die Rainbow Map visualisiert die aktuelle rechtliche Situation und die Akzeptanz von LGBTQIA+-Rechten in verschiedenen Ländern weltweit. ilga europe
Die Rainbow Map visualisiert die aktuelle rechtliche Situation und die Akzeptanz von LGBTQIA+-Rechten in verschiedenen Ländern weltweit.

Dank des SBGG machte Deutschland außerdem einen Sprung im europäischen Ranking für die Rechte von LGBTI-Personen (der sogenannten RainbowMap): Waren wir vor einem Jahr noch auf Platz 8, dürfen wir uns nun über Platz 7 freuen!

Die EU setzt sich zudem weiter für die Rechte queerer Personen ein und möchte diese stärken, wie in der Gleichstellungsstrategie für 2026-2030 der Europäischen Kommission erklärt wurde. Der Europäische Gerichtshof stufte im April Ungarns Anti-LGBTQ-Gesetze als Verletzung der EU-Grundwerte ein, da es im Widerspruch zur „Identität der Union als gemeinsamer Rechtsordnung in einer Gesellschaft, die sich durch Pluralismus auszeichnet“. Ein wichtiger Schritt und etwas, das die neue Regierung unter Peter Magyar ändern könnte. Zumindest ist die Pride-Parade in Budapest dieses Jahr erlaubt.

Warum wir unsere Logos einfärben

Wie ihr sehen könnt, gibt es viele gute Gründe, warum wir von der Webedia GmbH noch einmal betonen wollen, dass wir nicht nur Diskriminierung und Rassismus jeglicher Form ablehnen, sondern auch das aktive oder passive Ausgrenzen oder Benachteiligen von Mitmenschen.

Indem wir auf unseren Seiten die Regenbogenflagge hissen, zeigen wir uns nicht nur solidarisch und als Teil der PRIDE-Bewegung, sondern sagen noch einmal ganz deutlich, dass Werte wie Toleranz, Akzeptanz und Inklusion für uns nicht zur Diskussion stehen. Wir zeigen keine Toleranz gegenüber Intoleranz. Hate-Speech hat bei uns nichts zu suchen. Das war nie anders und das wird sich nie ändern und wer das nicht so sieht, ist weder bei Webedia Deutschland, noch auf unseren Seiten willkommen.

Hinweis: Wenn ihr selbst starke Depressionen habt, oder über Suizid nachdenkt oder jemanden kennt, ist nichts wichtiger, als darüber zu sprechen. Wenn ihr euch nicht Menschen in eurer direkten Nähe anvertrauen möchtet, könnt ihr euch anonym, rund um die Uhr und kostenlos unter anderem bei der Deutschen Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111, via Chat bei der Online-Seelsorge oder beim Hilfe-Telefon „Mutruf“ melden. Den Verein erreicht ihr unter 04191/27 4928 0.

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