Hugh Grant zählt zu den vielseitigsten britischen Schauspielern, der in den letzten Jahren einen radikalen Imagewechsel vollzog – mit großem Erfolg. In den 1990er- und 2000er-Jahren war er quasi auf den Rollentypus des sympathisch-verpeilten, schüchternen Charmeurs abonniert. Heute sind vieler seiner Rom-Coms und locker-leichten Komödien aus jener Zeit moderne Klassiker: von „Notting Hill“ über „Bridget Jones“ bis hin zu „Tatsächlich…Liebe“.
Kritiker schätzen jedoch vor allem den Mut des 65-Jährigen für ungewohnte, oft selbstironische Parts, mit denen er seit 2015 regelmäßig begeistert. Mit diesen Rollen (oft als Antagonist) gelang ihm in seiner späteren Karrierephase jener gefeierte Imagewandel: vom hoffnungslosen Romantiker zum finsteren Killer („Heretic“) oder schmierigen Privatschnüffler („The Gentlemen“). Angefangen hat alles in den 1980er-Jahren, als Grant seine Karriere mit Gesellschaftsdramen und Historienfilmen startete. Ein solcher Kostümschinken ist es auch, den Grant am liebsten aus seiner Filmografie streichen würde.
Für diesen Film schämt sich Hugh Grant am meisten
Mit dem queeren, im edwardianischen England angesiedelten Drama „Maurice“ gelang dem damals 26-Jährigen im Jahr 1987 der Durchbruch. Für seine sensible Verkörperung eines schwulen Adligen, der nicht zu seiner Homosexualität stehen kann, gab es beim Filmfest in Venedig sogar den Preis als Bester Darsteller. Weniger Glück hatte Grant mit einem britischen TV-Film, der zwei Jahre nach „Maurice“ folgte.
In „The Lady And The Highwayman“ spielt Grant einen Lord im England des 17. Jahrhunderts, der ein Doppelleben als mysteriöser Straßenräuber (eine Art Robin Hood der Neuzeit) führt. Als maskierter Unbekannter bewahrt er eine junge Adlige vor der Ehe mit einem gewalttätigen Scheusal. Daneben verfolgt er die korrupten Anhänger des umstrittenen Heerführers und „Königsmörders“ Oliver Cromwell.
Viel Pathos, Herzschmerz, dramatische Rettungsaktionen und actionreiche Degenduelle – davon lebt der von John Hough („Howling“) inszenierte Film. Trotz einer namhaften Besetzung (Oliver Reed, Michael York u.a.) ist das Werk heute weitgehend vergessen – womit der Hauptdarsteller selbst scheinbar nur allzu gut leben kann. In der US-Talkshow „The Late Show“ fragte Moderator James Corden den Schauspieler, welchen Film er am liebsten sofort von seiner IMDb-Seite löschen würde, wenn er die Chance dazu hätte. Der Londoner musste nicht lange überlegen und nannte „The Lady And The Highwayman“.
Hugh Grant findet sich "richtig schlecht"
„Ich spiele darin einen Wegelagerer und sollte eigentlich sexy wirken“, so Grant (via Far Out Magazine). Stattdessen sehe er darin aus wie Deputy Dawg (eine Hundefigur aus der gleichnamigen US-Zeichentrickserie). „Billige Produktion, schlechte Perücke, schlechter Hut“, lautete Grants eindeutiges Urteil.
Gleichzeitig entschuldigte er sich, ganz Gentleman-like und gewohnt charmant, bei seinen damaligen Schauspielkollegen. Er wolle ihnen mit seiner Kritik nicht zu nahetreten, empfand sich selbst in seiner Rolle aber einfach als „einfach nur schlecht“.
"Ich möchte nie wieder so einen Film machen": Tom Cruise hat bitter bereut, in diesem Fantasy-Flop mitgespielt zu habenBei wem nun das Interesse an „The Lady And The Highwayman“, der hierzulande unter dem Titel „Gefährdete Liebe – Das Geheimnis um Silver Blade“ bekannt ist, geweckt wurde: Bei YouTube könnt ihr den Film kostenlos und legal im englischen Original streamen. Da es sich um einen über 35 Jahre alten, digital nie runderneuerten TV-Film handelt, müsst ihr allerdings Abstriche bei der Bildqualität hinnehmen.
Zu Grants populärsten Rollen zählt die des Daniel Cleaver in den „Bridget Jones“-Filmen. Für Teil 4 kehrt er zurück zur Kult-Reihe. Hier erfahrt ihr, an welche Bedingung er sein Comeback knüpfte:
Nachdem er in Teil 3 fehlte: Diese Bedingung stellte Hugh Grant, um in "Bridget Jones 4" zurückzukehrenUnsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.