Einer der besten Filme aller Zeiten: Er hat 100 Prozent bei Rotten Tomatoes und rettete die Karriere einer Hollywod-Legende
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Wünscht sich eine schon lange überfällige Renaissance der Kino-Komödie und schaut sich deshalb schon aus Prinzip nahezu jeden neuen Vertreter dieses Genres an, der es auf die Leinwand schafft.

Niemand hat so viele Schauspiel-Oscars gewonnen wie sie – doch zwischendurch galt einer der größten Stars der Hollywood-Geschichte als Kassengift. Das änderte sich mit einer legendären Komödie, die noch heute zu den besten Filmen aller Zeiten zählt.

Katharine Hepburn ist ohne Zweifel eine der legendärsten Schauspielerinnen der Hollywood-Geschichte. Immerhin hält die 2003 verstorbene Ikone (die übrigens nicht mit Audrey Hepburn verwandt ist) sogar bis heute einen Oscar-Rekord: Gleich vier Mal durfte sie zwischen 1933 und 1982 eine Goldstatue als Beste Hauptdarstellerin entgegennehmen – eine Leistung, die außer ihr keinem anderen Star gelungen ist.

Vor diesem Hintergrund kann man sich kaum noch vorstellen, dass Hepburn viele Jahr lang als „Kassengift“ verschrien war. Ende der 1930er-Jahre floppten nämlich nahezu alle ihre Filme – darunter übrigens auch „Leoparden küßt man nicht“, der heute als absoluter Meilenstein der Screwball-Komödie gilt.

Katharine Hepburn kehrte zum Theater zurück ...

Ihr damaliges Studio RKO Pictures bot ihr daraufhin nur noch Rollen in B-Movies an, deren Erfolgsaussichten ohnehin als gering eingeschätzt wurden – ein Deal, auf den sich Hepburn aber nicht einließ. Stattdessen kehrte sie zu ihren Theaterwurzeln zurück und nahm die weibliche Hauptrolle im Broadway-Stück „The Philadelphia Story“ an. Darin spielte sie die selbstbewusste Gesellschaftsdame Tracy Lord, die kurz vor ihrer Hochzeit steht – sich aber unverhofft in einem Liebesdreieck wiederfindet, als ihr Ex-Mann und ein charmanter Reporter auf der Bildfläche erscheinen.

Die Produktion wurde zum riesigen Hit: Insgesamt 417 Mal wurde „The Philadelphia Story“ am Broadway aufgeführt! Kein Wunder, dass dieser Triumph schon bald Hollywood auf den Plan rief. Glücklicherweise hatte sich Hepburn bereits im Voraus die Verfilmungsrechte an dem Stück gesichert – und so konnte sie gegenüber dem Studio MGM die Bedingung äußern, dass sie in der Leinwand-Adaption selbst die Hauptrolle übernimmt.

Die Nacht vor der Hochzeit
Die Nacht vor der Hochzeit
Starttermin 7. Februar 1950 | 1 Std. 55 Min.
Von George Cukor
Mit Katharine Hepburn, Cary Grant, James Stewart
Pressekritiken
4,5
User-Wertung
3,5
Filmstarts
5,0

... und sicherte sich damit einen ihrer größten Kino-Erfolge!

Und nicht nur das: Auch den Regisseur und ihre Co-Stars durfte Hepburn bestimmen. Die Inszenierung überließ sie somit dem späteren Oscar-Preisträger George Cukor („My Fair Lady“), mit dem sie zuvor schon mehrere Filme gedreht hatte, darunter „Die Schwester der Braut“. An ihre Seite wünschte sie sich außerdem ihren langjährigen Leinwandpartner Cary Grant – „Die Nacht vor der Hochzeit“, so der deutsche Titel des Komödien-Meisterwerks, sollte ihr vierter und letzter gemeinsamer Film werden – sowie James Stewart („Ist das Leben nicht schön?“).

Wie das zugrundeliegende Theaterstück entwickelte sich auch die Verfilmung zum großen Erfolg: „Die Nacht vor der Hochzeit“ war 1940 einer der umsatzstärksten Filme des Jahres, die Kritik zeigte sich begeistert (bei Rotten Tomatoes hat er nicht nur einen Score von 100 Prozent, sondern belegt auch Platz 24 auf der Liste der besten Filme aller Zeiten!) und er wurde für sechs Oscar nominiert, wobei je eine Statue an James Stewart sowie das von Don Stewart verfasste Drehbuch ging.

Hepburn war damit praktisch über Nacht rehabilitiert – und auch in den folgenden Jahren und Jahrzehnten sollte sie einer der größten und gefragtesten Hollywood-Stars bleiben. Zu ihren zahlreichen Klassikern zählt dabei auch eine so legendäre wie einflussreiche Mischung aus Abenteuerfilm und Romanze – von der sie allerdings vorher glaubte, dass sie zum Scheitern verurteilt sei. Um welchen Film es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Das langweiligste Stück Müll": Hollywood-Ikone war sich sicher, dass einer der besten Abenteuerfilme aller Zeiten zum Scheitern verurteilt ist

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